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Warmlaufen - 23.09.2016

Die Serientäter

Serientäter BVB - Zuletzt beeindruckend in WolfsburgFür Freunde der Zahlenspiele war die letzte Woche ein Quell der Freude. Nach drei mit 6:0, 6:0 und 5:1 gewonnenen Spielen waren ein paar lustige Sprüche über Ergebnisse, die eher an die erste Runde in Wimbledon kurz vor dem Matchball als an Bundesliga und Champions League erinnern, jedenfalls fast zwangsläufig. Viel interessanter finde ich aber eine andere Serie, die nicht unbedingt immer nur aus Kantersiegen besteht, aber dafür aufgrund ihrer schieren Länge eindrucksvoll ist. Wem fällt etwas zu

2:1, 3:0, 4:1, 4:0, 2:0, 5:1, 5:0, 1:0, 3:1, 3:0

ein?

Gut, so richtig schwer ist das am heutigen Tag vermutlich nicht. Es handelt sich dabei um die Ergebnisse der letzten zehn Bundesligaspiele zwischen dem BVB und dem SC Freiburg, die wir — wie unschwer zu erkennen ist — allesamt mit drei Punkten beendet haben. Zuletzt nicht gewonnen wurde gegen Freiburg am 34. Spieltag der Saison 2009/10, als es für beide Vereine um nichts mehr ging und der SC Freiburg einen schönen Sommerkick am Rande des Schwarzwalds mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Aus Dortmunder Sicht ist dies die längste andauernde Siegesserie gegen einen aktuellen Bundesligisten, bundesligaweit (wie ich stichprobenartig überprüft habe) liegen aber mindestens die Bayern mal wieder vor unserem BVB, die nämlich die letzten 14 Pflichtspiele (zwölfmal Bundesliga, zweimal Pokal) gegen Werder Bremen gewinnen konnten. (Zum Teil übrigens auch mit Tennisergebnissen, wie wir noch von der Saisoneröffnung wissen.)

Das letzte Duell datiert noch aus der vorletzten SaisonAber zurück zum Gast aus dem Breisgau: Wenn man bedenkt, dass mit Christian Streich bereits seit längerem einer der unbestritten besten Trainer des Landes auf der Freiburger Bank ist, wundert es schon, dass ihm in seinen sieben Versuchen nicht ein einziger Punktgewinn gegen den BVB gelungen ist. Insbesondere bei den Spielen in Dortmund war der Sportclub dabei regelmäßig chancenlos und bestenfalls nur für die Dauer einer Halbzeit ebenbürtig. Entsprechend hoch fielen die Heimsiege in den letzten Jahren aus, von denen es übrigens auch bereits acht in Folge gegen Freiburg gibt. Und geht man nach den Eindrücken der ersten Wochen der aktuellen Bundesligasaison, dürfte sich daran nicht viel ändern. Zwei Heimsiegen des Sportclub gegen Gladbach und Hamburg stehen zwei Auswärtsniederlagen in Berlin und Köln gegenüber, was in Summe für einen Mittelfeldplatz reicht, den man in Freiburg zum Saisonende wohl mit Kusshand nehmen würde, aber eben auch nicht darauf hindeutet, dass die beiden Serien an diesem Freitag reißen.

Schon gar nicht, weil ja auch der BVB ganz offensichtlich bestens in Schuss ist. Zwar war das 5:1 am Dienstag in Wolfsburg bei weitem nicht so deutlich, wie das Ergebnis suggeriert, aber zumindest die neu formierte Offensive ist nach einem leichten Stottern in den ersten Pflichtspielen bereits gut in Schuss. Legt der BVB weiter eine selten gekannte Kaltschnäuzigkeit an den Tag und wandelt praktisch jede gute Gelegenheit in einen Treffer um, so dürfte unser Team trotz immer wieder auftretender Abstimmungsschwierigkeiten in der Abwehr am Ende mindestens einen Treffer mehr als der Gegner geschossen haben. Zudem hat der frühere Freiburger Roman Bürki am Dienstag wohl seinen stärksten Auftritt in den schönsten Farben der Welt auf den Platz gebracht. Auch hier wäre sehr zu wünschen, dass sich die guten Eindrücke der ersten Spiele fortsetzen.

Marc Bartra wird verletzungsbedingt fehlenDabei ist Bürkis Platz im Dortmunder Tor vermutlich die einzige Position, bei der man nicht erst auf den fertigen Aufstellungsbogen warten muss, um zu wissen, für wen sich Thomas Tuchel am Ende entschieden haben wird. In der Abwehr wird Marc Bartra aufgrund der Adduktorenprobleme, die ihn schon zu einer frühen Auswechslung in Wolfsburg gezwungen haben, nicht spielen können und vermutlich durch Matthias Ginter ersetzt werden, der ja ebenfalls eine Freiburger Vergangenheit besitzt. Vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid am kommenden Dienstag lassen sich aber ähnlich zum Sieg gegen Darmstadt im letzten Heimspiel einige weitere Änderungen vorstellen. Mario Götze, auf dessen Heimspieldebüt ja offensichtlich noch gewartet wird, bis auch der letzte Fan im Westfalenstadion von Bierduschen so genervt ist, dass man sich in drei Gottes Namen dann halt wieder an ihn gewöhnt hat, könnte jedenfalls gut durch Shinji Kagawa ersetzt werden, und auch Pausen für Marcel Schmelzer, Julian Weigl oder Pierre-Emerick Aubameyang sind (wieder) denkbar. So oder so bietet unser Kader genügend Tiefe, um gegen Freiburg drei Punkte einzufahren. Müssen ja auch nicht immer Tennisergebnisse sein.

Scherben, 23.09.2016


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