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Warmlaufen - 30.04.2016

Fußball samstagnachmittags geht doch noch!

Henrikh Mkhitaryan gehört zu denjenigen Spielern im HinspielHeute Morgen bin ich mit einem etwas merkwürdigen Gefühl aufgewacht. Morgen ist Samstag und ich mache mich in Richtung Westfalenstadion auf. Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg. Schwarzgelb gegen Grünweiß. Traditi ... ach, lassen wir das.

Auf meinem Saisonplaner ist dieses Spiel von einem wilden Gekritzel umgeben. Das Spiel, das dort auf einen Samstag vorgedruckt wurde, hatte ich zunächst mit einem großen Pfeil Richtung Sonntag kenntlich gemacht. Bis mir einfiel, dass der 1. Mai aufgrund der hohen Belastung der deutschen Polizei ein spielfreier sein sollte. Wären beide Vereine im internationalen Wettbewerb weitergekommen, stand sogar das Schreckgespenst "Montagsspiel" im Raum. Mittlerweile führt das große Durcheinander (zum Glück) wieder auf die Ausgangslage und den Tag, für den der Fußball eigentlich bestimmt ist: Samstag, fuffzehn dreißig. Bratwurst, Bier, Borussia ohne "scheiße, ich muss gleich los zur Arbeit" oder "scheiße, da habe ich selbst ein Spiel". Für das perfekte romantische Feeling fehlt nur noch ein attraktiver Gegner - auch auf den Rängen. Die Anwesenheit des Gegners wird wohl mehr durch das grelle grün der Trikots zu erkennen sein, als ohrenbetäubenden Lärm. Aber man kann ja nicht alles haben.

Hoffentlich ist die Südtribüne nach wie vor motiviertBevor ich mich da zu weit aus dem Fenster lehne, hoffe ich gleichzeitig auf eine motivierte Südtribüne. Die Leistung der Mannschaft ist seit Saisonbeginn - abgesehen vom Liverpool-Rückspiel - wirklich großartig. Das kann man mal feiern. Ob das Spiel gerade vor sich hin plätschert oder wir 17:0 führen. Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, dass in Vergessenheit gerät, wie großartig das alles ist, nur weil "nichts Anfassbares, Gold oder Silber Glänzendes dabei rumkommt". Aber ich will auch nicht so wirken, als gäbe es kein anderes Thema, als über Stimmung und Hassgegner zu meckern. Aber vielleicht hilft dieses vor Augen führen als Denkanstoß für das eigene Handeln am Samstag.

Irgendwie stehe ich wie schon beim letzten Vorbericht wieder mal mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf vor meinem leeren Blatt Papier. Betrachtet man die aktuelle Tabellensituation, hat sich immer noch absolut gar nichts verändert. Wir ziehen einsam als Höchstwahrscheinlich-Vizemeister unsere Kreise, die Autostadt tingelt recht abgeschlagen auf Platz 10 herum, unfassbare 35 Punkte Rückstand auf unsere Truppe. 33 Tore weniger geschossen. Zahlen einer schwarzgelben Rekordsaison. Meine hellseherischen Fähigkeiten in Gebrauch nehmend denke ich, dass Thomas Tuchel auch dieses Mal wieder rotieren und junge Wunderknaben zum Zuge kommen lassen wird. Thomas Tuchel wird die beste Elf aufbietenDass ein 17-jähriger die Niedersachsen aus dem Stadion schießt und so in seinen bisher an einer Hand abzählbaren Pflichtspielen auf mehr als zwei Tore kommen könnte. Hendrikh Mhikitarian könnte seine Wahnsinns-Statistik bezüglich seiner Anteilnahme an Toren (geschossen und vorbereitet) erweitern. Und Borussia Dortmund bei Nichterfolg der uns nahen und doch so fernen Folgeplätzen den Abstand noch weiter ausbauen. 

Über Mats will ich keine bis kaum Worte verlieren. Meine Startseite ist seit Tagen voll von nichts anderem. Nervt. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: "Spieler kommen, Spieler gehen, Borussia Dortmund bleibt bestehen". Und so ist es. Wir sind ohne Barrios klar gekommen. Ohne Dedé. Ohne Götze (auch wenn wir vielleicht bald wieder MIT ihm klar kommen müssen). Ohne Lewandowski... Es geht immer weiter. Das große Ganze ist nicht von einzelnen Spielern abhängig. Vielleicht hegt man für den ein oder anderen mehr Sympathien und ist dann bitter enttäuscht, dass er es nie ernst gemeint hat, aber so ist das im Leben. 

Ausblickend auf den Rest der Saison erwartet uns mit den Frankfurtern nach Stuttgart ein weiterer Traditionsverein, dem der Abstieg in die zweite Liga blüht. Die Frage, ob das ein Trend ist, den man trotz aller Nichtsympathie gutheißen sollte, stelle ich mir weiterhin. Die Saison optimal abschließen kann dann auch nur ein Heimspiel gegen die Freunde aus dem Rheinland, die den Klassenerhalt bereits in der Tasche haben. Auch wenn man zu Beginn der Saison vielleicht doch von einer gemeinsamen rotweiß-schwarzgelben Meisterfeier träumte. Eine Woche darauf  führt uns der Weg dann auch wieder einmal nach Berlin und so lebt der Traum nach zumindest einem wohlverdienten Titel noch etwas weiter. Ein Traum, der hoffentlich nicht zerplatzen wird.

Michi, 29.03+1.2016


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