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Unsa Senf - 26.03.2016

Götze? – Kann man machen. Aber dann ist es scheiße.

Es gibt Momente, an die können sich alle Fans eines Vereins auch noch Jahre später erinnern. Der Molsiris-Montag ist für uns Dortmunder so einer, das Málaga-Spiel ein anderer, aber natürlich ein wesentlich positiverer. Und dann gibt es auch noch den 24.03.2013. Ein Tag vor dem Hinspiel des Halbfinales in der Champions League gegen Real Madrid. Eigentlich ein Festtag, auf den sich alle Schwatzgelben hätten freuen müssen. Trotzdem hat Mario Götze es geschafft, dass dieses Spiel erst einmal völlig in den Hintergrund getreten ist. Mitten in der Nacht verkündete die Bildzeitung nämlich den Wechsel des offensiven Mittelfeldspielers zum FC Bayern München.

Ausgerechnet zum Meisterschaftskonkurrenten von der Isar. Ausgerechnet einen Tag vor einem großen Spiel der Vereinsgeschichte. Es wäre schon immer sein größter Wunsch gewesen, von Pep Guardiola trainiert zu werden, so Götzes Erklärung damals. Wie wir jetzt alle mittlerweile wissen, ein ziemlich einseitiges Bedürfnis. Die BVB-Fanschar hat er damit auf jeden Fall völlig überrumpelt und geschockt. Sportlich natürlich unbestritten ein wichtiger Baustein der Meister- und Doublemannschaft, war Götze dabei nie ein wirklicher Fanliebling. Zu glatt, zu unnahbar und zu affektiert in seinem Verhalten. Eher der Schwarm pubertierender Bravoleser und –innen, denn eine echte Persönlichkeit, mit der man sich identifizieren kann.

Und trotzdem, Götze ist fußballerisch in Dortmund ausgebildet und zum Profi geworden. Großgezogen von einem Trainer Jürgen Klopp, demgegenüber er mit seiner offen geäußerten Bewunderung für Super-Super-Pep auch eine sehr merkwürdige Einstellung von Respekt an den Tag gelegt hat. Das sollte doch eigentlich auch was zählen und ein Mindestmaß an Loyalität und Dankbarkeit für den BVB erwecken, oder?

Bei Götze offenbar nicht. Mit knapp 20 Jahren zeigte Götze bereits die ganze eklige Abgezocktheit eines eiskalten Profis. Er hatte ein Jahr zuvor erst seinen ursprünglich bis 2014 befristeten Vertrag beim BVB bis 2016 verlängert und dabei, wie im Nachgang bekannt wurde, seinen Absprung mit dem Bestehen auf eine Aufstiegsklausel bereits vorbereitet. Gerade einmal zwei Monate vor Bekanntgabe des Wechsels hatte er noch erklärt, dass er sich vorstellen könne, beim BVB bis zur Rente zu bleiben. Natürlich wissen wir alle, dass solche Worte im Profigeschäft eher der Imagepflege dienen und nur eine begrenzte Haltbarkeit haben, aber da anzunehmen ist, dass ein derartiger Transfer einen gewissen Vorlauf hat und zu diesem Zeitpunkt sehr wahrscheinlich zumindest bereits Kontakte zwischen der Götzeseite und den Bayern bestanden, dann kann man das nur als eine bodenlose Frechheit und dreiste Lüge interpretieren.

Wie sehr er den Borussen damit vor den Kopf gestoßen hat, konnte man bei den Gastspielen seines neuen Vereins in unserem Westfalenstadion erleben. Mittlerweile gibt es zwar leichte Fortschritte, immerhin traut sich der eifrige Facebooknutzer zum Warmmachen wieder aus dem Spielertunnel heraus, dennoch quittierten die Tribünen noch im März sein Erscheinen auf dem Rasen mit einem gellenden Pfeifkonzert. Der Schiedsrichter beschied dann den sich warmmachenden Spielern beider Mannschaften einen Seitentausch, um wieder Druck vom Kessel zu nehmen.

Götze ist in Dortmund beim Großteil der Fans nicht mehr erwünscht. Punkt. Sein Verhalten war nicht der Fehler eines arglosen Jünglings, sondern berechnend und professionell. Vielleicht bereut er es und wahrscheinlich hat er mittlerweile selber gemerkt, dass er sich mit dem Wechsel keinen Gefallen getan hat. Und trotzdem hat er jetzt auch einfach mit den Folgen seines Handelns zu leben. Eine vermutlich eher seltene Erfahrung für einen Profifußballer.

Er hat uns Fans mutmaßlich nach Strich und Faden belogen, sich seinem Trainer gegenüber respektlos verhalten und seinem Verein undankbar und untreu erwiesen. Dieser Verein hat eine bewegte Geschichte hinter sich und viele integre und anständige Persönlichkeiten hervorgebracht. Im Gegensatz dazu hat Mario Götze in 12 Jahren Borussia Dortmund die Werte dieses Vereins nicht begriffen und verinnerlicht. Dann kann man davon ausgehen, dass er es auch in Zukunft nicht mehr wird. Wenn der Verein nur einen Funken Selbstachtung besitzt, sind für Herrn Götze in Dortmund alle Türen zu.

 Sascha, 23.03.2016


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