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schwatzgelber Saisonrückblick - 27.01.2016

Saison 1991/92 - Die goldenen Jahre Teil 1 – Dortmund verliert die Herzschlag-Meisterschaft

Das BVB-LogoMan kann es sich einfach machen. Mit Ottmar Hitzfeld kam der Erfolg. Mit ihm hatte der BVB endlich seit Lattek und Zebec wieder einen Toptrainer ins Ruhrgebiet geholt. Dabei kannte man ihn in Deutschland gar nicht, seine Sporen als Trainer hatte sich der gebürtige Lörracher in der Schweiz verdient, zuletzt beim Grasshopper Club Zürich. Ein weiterer Grund war natürlich die Verpflichtung von den richtigen Spielern, allen voran Stéphane „Chappi“ Chapuisat und die professionellere Führung des Vereins. Am Ende blieb eine Fastmeisterschaft, die richtige sollte es erst drei Jahre später geben.

Am 3. Juli 1991 war die Sommerpause für die Dortmunder Profis beendet und der neue Trainer Ottmar Hitzfeld bat die BVB-Spieler zum ersten Training. Neu dabei war neben Bodo Schmidt (für 50.000 DM aus Unterhaiching gekommen), Wolfgang Homberg (für 100.000 DM vom SC Brück) und den beiden Amateuren Peter Quallo und Tim Gutberlet auch ein schweizerischer Stürmer. Für 300.000 DM lieh der BVB den 21-jährigen Stéphane Chapuisat von Bayer Uerdingen aus. Nicht mehr dabei waren die Spieler Stefan Strerath (nach Waldhof Mannheim), Andreas Müller (Wattenscheid 09), Christian Zetzmann (Amateure), Robert Nikolic und Martin Driller (beide nach St. Pauli). Ihre Karriere beendet hatten Rolf Meyer und Norbert Dickel, der leider Sportinvalide wurde. Im ersten Testspiel drei Tage später gewann der BVB beim VfR Licht mit 9-1. Auch gegen die Stadtauswahl in Ahlen am nächsten Tag konnten die Borussen einen Sieg erringen, diesmal 7-0. Drei Tage später gewann man zuerst ein Testspiel bei TuS Paderborn mit 4-0. Danach ging es für die Dortmunder in das Trainingslager in Solling. Während des Trainingslagers gab es dann zwei Testspiele. Am 13. Juli gewannen die Schwarzgelben gegen SC Brück mit 3-0, während zwei Tage später ein 4-2-Sieg gegen das Topteam aus Weißrussland, Dynamo Minsk, gefeiert werden konnte. Auch nach der Rückkehr aus dem Trainingslager am 17. Juli 1991 fanden weitere Testspiele statt. So gewann man fünf Tage nach der Rückkehr mit 5-0 bei der SpVgg. Erkenschwick.

Da der BVB in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals ein Freilos hatte, begann für die Borussen zwei Tage später das Einladungsturnier um den Fuji-Cup. Im Halbfinale in Bayreuth hieß der Gegner Bayern München. Stéphane Chapuisat und Günter Breitzke sorgten für einen 2-0-Sieg und einem geglückten Test für die neue Bundesligasaison. Am 28. Juli fand dann in Passau das Finale um den Fuji-Cup statt. Gegner dort war der SV Werder Bremen. Durch einen klaren und verdienten 4-1-Sieg der Borussen konnten sich diese für die Vorjahresniederlage im Finale revanchieren. Aber eine Woche später zum Bundesligaauftakt beim Karlsruher SC kam man nicht über ein 2-2 heraus. Nur einen Tag später bestritt der Held von Berlin, Norbert Dickel, sein Abschiedsspiel im Westfalenstadion. Bereits mit 29 Jahren musste er aufgrund einer Knieverletzung seine Karriere beenden. Gegen die aktuelle BVB-Mannschaft verloren Nobby und seine Weggefährten (darunter Rüssmann, Schumacher, Raducanu und Andy Möller) vor 13.000 Zuschauern mit 4-5. Dabei erzielte Nobby standesgemäß drei Treffer. Beim ersten Bundesliga-Heimspiel durften sich die BVB-Fans über einen 2-1-Sieg gegen Werder Bremen freuen. Vier Tage später erlebten die Borussen bei ihrem ersten BVB-Spiel im Osten nach der Wiedervereinigung ein Debakel. Hansa Rostock fegte völlig konfus auftretende Dortmunder auch in der Höhe mit 1-5 verdient aus dem Ostseestadion.

Zwei Tage nach diesem Debakel bezog Ottmar Hitzfeld endlich sein neues Haus in Dortmund-Buchholz und konnte damit seine sechswöchige Zeit als Logiegast im Hotel Lennhoff beenden. Sein Umzugsstress hielt sich in Grenzen. „Das meiste erledigt meine Frau Beatrix“, erklärte Hitzfeld der Presse. Am nächsten Tag stand die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal an und der BVB konnte seine Aufgabe bei Arminia Bielefeld locker mit 2-0 erledigen. Am 20. August gab es wieder ein Heimspiel in der Bundesliga im Westfalenstadion. Erneut konnten die Borussen gewinnen, diesmal mit 3-1 gegen Fortuna Düsseldorf. Doch vier Tage später gab es im Derby eine Klatsche. In Gelsenkirchen zeigten sich die Blauen als das abgebrühtere Team. Spielerisch waren die Dortmunder ebenbürtig, aber die Knappen nutzten ihre Chancen eiskalt aus und gewannen mit 2-5. Vier Tage später konnten dann die Borussen überzeugen. Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden gelang ihnen nach torloser erster Halbzeit (trotz einer roten Karte für Dresdens Lieberam) durch zwei Tore von Chappi und jeweils einem Tor von Gerhard Poschner und Bodo Schmidt ein 4-0-Sieg. Am letzten Tag im August hieß dann der Gegner VfL Bochum. Dabei konnte erstmals wieder nach seiner Sehnenentzündung Michael Zorc eingesetzt werden. Trotzdem trennten sich die Vereine im Bochumer Ruhrstadion ohne Tore.


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