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Warmlaufen - 09.12.2015

PAOK kommt, und goldig glänzt die Ananas

Im vergangenen EL-Heimspiel gab es einen Sieg gegen Qäbälä.Natürlich freuen wir uns auf jedes Spiel unseres geliebten Ballspielvereins. Und nur zu gerne machen wir dann und wann manch einen Kick in fast schon boulevardesker Manier wichtiger als er eigentlich ist. Doch nicht jedes Spiel muss überverkauft werden. Also machen wir uns nichts vor. In der Partie gegen PAOK Saloniki geht es aller Voraussicht nach um eine Ananas von besonders goldiger Färbung. Selbst Thomas Tuchel schenkt schon ab: „Mit dem Abstieg des FC Sevilla in die Europa League steht der Sieger ja schon fest“, sagte der BVB-Coach augenzwinkernd.

Wenn der FK Krasnodar parallel in Qäbälä gewinnt – was sehr wahrscheinlich ist – dann hat unser Kick gegen Saloniki maximal Testspiel-Charakter. Und selbst wenn uns Qäbälä „Schützenhilfe“ gewähren sollte: es ist fraglich, ob Platz 1 in der Gruppe bei der Auslosung tatsächlich große Vorteile bringt. Schließlich rutschen vier Drittplatzierte aus der Champions League bei der Auslosung der EL-Zwischenrunde in Topf 2, darunter womöglich der FC Arsenal und der FC Valencia, wie die Partien am heutigen Mittwochabend zeigen werden. Zudem stellt sich bei den beiden Erstplatzierten der jeweiligen EL-Gruppen oft die Frage, welcher der beiden denn nun der unangenehmere Gegner wäre.

Und dementsprechend wird Trainer Thomas Tuchel das Spiel gegen PAOK wohl nutzen, um einigen Spielern eine Chance zu bieten, die im Liga-Alltag meist auf der Bank Platz nehmen. So könnten Spieler wie Adnan Januzaj oder Adrian Ramos Spielpraxis sammeln und sich für ein wenig mehr Einsatzzeit empfehlen.

Und am Ende schlummert in den Spielern dann vielleicht doch noch der sportliche Ehrgeiz, die dürftige Leistung aus dem Hinspiel vergessen zu machen und den direkten Vergleich mit Saloniki für sich zu entscheiden, um auch drei weitere Punkte in diesem Wettbewerb einzufahren. „Wir wollen die kleine Chance nutzen, die uns Krasnodar vielleicht bietet. Deshalb werden wir voll auf Sieg spielen“, sagte Gonzalo Castro, der wohl für den angeschlagenen Ilkay Gündogan im Mittelfeld-Zentrum auflaufen wird.

PAOK will's genießen

Während es für uns sportlich also um recht wenig geht, steht für die Gäste aus Saloniki mal rein gar nichts mehr auf dem Spiel. Die Spieler von Coach Igor Tudor werden den Trip in die Bierhauptstadt wohl dazu nutzen, um ein Spiel vor ungewohnt großer Kulisse zu genießen. Auch Tudor wird sicher dem einen oder anderen Stammspieler eine Pause gönnen. Schließlich steckt PAOK in der Liga mitten im harten Kampf um die Europapokal-Plätze. Und in den vergangenen Wochen füllte sich das Lazarett bei PAOK mit einigen wichtigen Spielern. Die beiden Stamm-Außenverteidiger Ricardo Costa (Innenbandriss) und Stelios Kitsiou (Rückenprellung) fallen wohl ebenso aus wie Stürmer-Star Dimitar Berbatov (Wadenverletzung).PAOK wird wohl ein paar mehr Fans mitbringen als Qäbälä.

Zuletzt lief es für PAOK sportlich aber ganz gut. Am Wochenende gab es einen 2:1-Erfolg gegen das fünftplatzierte Panionios Athen. Robert Mak und Georgios Tzavellas trafen. In der vergangenen Woche besiegte PAOK in der Gruppenhase (!) des nationalen Pokalwettbewerbs 6:2 gegen den Zweitligisten AO Chania.

Abseits des Spielfelds

Nun könnte man glauben, dass der Partie wegen mangelnder sportlicher Bedeutung jegliche Brisanz fehle. Doch diese Annahme könnte sich am Donnerstag womöglich mal wieder als Irrglaube erweisen – leider! Die Beziehungen einiger Dortmunder Fangruppen zu Anhängern der PAOK-Erzfeinde Aris Saloniki sind genauso bekannt wie die Ausschreitungen beim Hinspiel in Griechenland. 60.000 Euro Strafe musste der BVB abdrücken. Zudem entzog der Verein einigen Fans die Auswärtsdauerkarten.

Auch am Donnerstag wäre es also keine Überraschung, wenn sich diverse Gruppierungen mal wieder auf ihre Art profilieren wollen. Ein wenig hektisch könnte es auch beim Einlass zugehen. Wie beim letzten Liga-Heimspiel gegen Stuttgart setzt der BVB auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. Unter anderem kommen Metalldetektoren zum Einsatz. Der Verein bittet die Zuschauer, frühzeitig anzureisen. Selbstredend, dass es unter der Woche vielen Menschen nicht möglich ist, am frühen Nachmittag schon zum Stadion zu fahren.

So könnten sie spielen:

Dortmund: Weidenfeller – Schmelzer, Sokratis, Subotic, Piszczek – Bender, Castro – Kagawa, Januzaj, Hofmann – Ramos

PAOK: Glykos – Tzavellas, Malezas, Vitor – Tziolis, Golasa, Leovac, Rodrigues – Pelkas – Mak, Athanasiadis

Ort: Westfalenstadion, Dortmund

Schiedsrichter: Matthias Gestranius (Finnland)

Elster, 09.12.2015


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