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Spielbericht Amateure - 25.09.2015

Gute Halbzeit, schlechte Halbzeit

Die Nordtribüne war gut gefülltBorussia Dortmunds Amateure haben in der Regionalliga West erneut keine Punkte geholt. Nach einem Spiel mit zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten musste man sich gegen die Zweitvertretung von München-Klappdach erneut mit 1:2 geschlagen geben, obwohl man mit 15:3 Torschüssen eigentlich klar als Sieger vom Platz gehen müssen. Aber eine katastrophale erste Halbzeit verhinderten drei Punkte.

Weil die TSG Hoffenheim beim Spiel der Profis in Sinsheim unverschämt hohe Preise für den Eintritt in die altunwürdige Plastik-Arena angesetzt hatte, wurde das Bundesliga-Auswärtsspiel im Rahmen der KeinZwanni-Kampagne boykottiert. Als Alternativprogramm wurde dazu aufgerufen, möglichst zahlreich in die Rote Erde zu kommen. Gemäß dem Aufruf der Dortmunder Ultra-Gruppen wurde die Nordtribüne anstatt wie sonst Block H zum Heimblock umfunktioniert. Das sah schon sehr imposant aus und wurde im Spielverlauf auch teils wirklich laut. Etwas enttäuschend hingegen war, dass lediglich 1.765 Zuschauer den Weg in die Rote Erde fanden.

Für die Amas geht es langsam um AllesSportlich gesehen setzte David Wagner bis auf eine Änderung auf die Elf, die gegen den FC Kray den ersten Sieg der Saison eingefahren hatte. Für Junior Flores rutschte Maruoka in die Partie, auch Moritz Leitner durfte bei den Amateuren wieder Spielpraxis sammeln. Ioannidis und Sarr hingegen waren nicht einmal mehr im Kader sondern saßen auf den Ehrenholzbänken der Roten Erde. Bei Gladbach saß nach dem überraschenden Rücktritt von Lucien Favre der U19-Trainer Arie van Lent auf der Bank der Amateure, weil Andre Schubert als Interimstrainer die Profis coachte. Dem Gladbacher Stimmungsblock, bestehend aus einer Person agrarwirtschaftlicher Statur, gefiel das.

Erste Halbzeit

Die erste Halbzeit begann mit fußballerischer Magerkost. Was schreibe ich, sie begann nicht nur damit, sie bestand von beiden Seiten komplett aus Fußball, der wahrscheinlich in der Bezirksliga noch als Frechheit betitelt werden würde. Es dauerte daher bis zur zwölften Minute, bis überhaupt mal irgendwas passierte. Allerdings auf der falschen Seite. Doch der Freistoß der Gladbacher brachte nichts ein. Eine Minute darauf durfte Bilal Sezer im Pony-Trikot einfach mal durch alle Mannschaftsteile der Borussen laufen. Warum auch angreifen? Wir kassieren ja so gerne überflüssige Tore. Schuss, Innenpfosten, Tor. Kein Spieler machte eine gute Figur. Auch Hendrik Bonmann sah dabei nicht gut aus.

Immer einen Schritt später als der GegnerBis zur 20. Minute dauerte es dann, bis Dortmund das allererste Mal im Spiel überhaupt so etwas wie minimale Gefahr ausstrahlte. Eberwein wird vom schwach aufspielenden Moritz Leitner geschickt, schiebt den Ball aber neben den Kasten. War das die Initialzündung für weitere Aktionen? Denkste! Das Spiel dümpelte einfach weiter vor sich hin. 3-Meter-Pässe von Lionel Leitner verhungerten und Maruoka dribbelte sich in der eigenen Hälfte elegant ins Seitenaus. Taktisch lief das auch maximalseltsam. Gerade Maruoka und Leitner standen sich ständig gegenseitig auf den Füßen und machten in der ersten Halbzeit ein unfassbar schwaches Spiel. Mit Benny Hill Theme darüber gelegt wäre das sicher richtig witzig gewesen.

Gladbach, bis dahin auch eigentlich eher komplett ungefährlich, konnte in der 34. Minute dann zum 0:2 erhöhen. Flanke von Holzweiler, Kopfball Rodriguez, drin. Wieder wird keiner angegriffen. Der Dortmunder Innenverteidigung hätte man in dieser Situation mal erklären sollen, dass Hochspringen ganz cool gewesen wäre. So ging es mit 0:2 in die Pause, weil auch danach ein komplett verunsicherter Chaosfußball vom BVB gespielt wurde.

Zweite Halbzeit

Es konnte nur noch besser werden. Schlechter als in der ersten Halbzeit habe ich die Amateure wirklich selten gesehen. Und das wurde es dann auch: Direkt zum Wiederanpfiff das Tor durch Michael Eberwein! Nico Knystock flankt von der linken Seite in den Strafraum, findet Eberwein, der den Ball frei vor Gästekeeper Kompalla einschieben kann. Und das war auch der Startschuss zu einer Serie an wirklich guten Chancen. Auf einmal lief der Ball. Zwar erkannte man noch immer die lähmende Verunsicherung eines vorletzten Tabellenplatzes, mit dem keiner gerechnet hätte, allerdings bäumte man sich gegen die drohende Niederlage auf. Die Pässe kamen besser an und auch die Chancen wurden zwingender, gerade nachdem Marvin Ducksch und Philipp Hanke eingewechselt wurden.

Anschlusstreffer durch EberweinIn der 59. Minute hätte es dann den Ausgleich geben können. Moritz Leitner bekommt den Ball aus dem Halbfeld am Strafraumeck und entscheidet sich für den Schuss, anstatt abzuspielen. Hätte er abgespielt, wäre Eberwein erneut frei gewesen und hätte aus aussichtsreicher Position drauf halten können. Hätte hätte Fahrradkette. Doch gerade nach der Einwechslung von Hanke und Ducksch wurde das Spiel jetzt deutlich gefährlicher. In der 61. Minute schickte eberwein Ducksch, doch der Gladbacher Keeper machte es besser als Bernd Leno und konnte klären.

Unsere Zwote ließ den Ponys in dieser Phase kaum Luft zum Atmen und spielte sich eine Torschuss-Statistik von zwischenzeitlich 15:2 heraus, ohne den Ball allerdings im Kasten unterzubringen. Warum eigentlich nicht immer so? Manchmal hat man das Gefühl, als sei das ein Einstellungs-Problem. Aber so wirkt es ja immer, wenn die Angst vor der nächsten Niederlage die Füße lähmt. Ein 2:2 hätte zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich eine unglaublich befreiende Wirkung gehabt. Aber die Schüsse von Ducksch, Eberwein, Stenzel und besonders zum Schluss Stankovic wollten den Ball nicht in den Kasten des leider sehr starken Gästekeepers finden. So ging das Spiel mit 1:2 erneut verloren, obwohl definitiv mehr drin gewesen wäre.

Fazit

Das Team bedankt sich für den guten SupportEin Spiel mit Halbzeiten wie Ying und Yang. Die erste Halbzeit komplett scheiße und im Stile eines Absteigers. So wäre man sogar gegen Wegberg-Beeck untergegangen. Die zweite Halbzeit deutlich besser. Ob David Wagner im Stile eines Rangnicks einen Polenböller in der Halbzeit gezündet hat, ist nicht überliefert. Aber auf der zweiten Halbzeit kann man aufbauen. Jetzt sind es schon fünf Punkte bis zu einem Nichtabstiegsplatz. Vielleicht ist es ganz wichtig, dass Marvin Ducksch wieder fit ist, Eberwein wirkt im Spiel zumeist wie ein Fremdkörper. Als Ducksch eingewechselt wurde, wurde das Spiel endlich mal gefährlicher. Aber das ist angesichts von erst 6 geschossenen Toren in 9 Spielen auch bitter nötig. Nur Wegberg-Beeck ist im Stile eines TuS Tasmania Berlin mit 3 geschossenen Toren noch schlechter.

Ausblick

Samstag geht es nicht parallel angesetzt zuhause gegen den SC Wiedenbrück, die im Mittelfeld der Tabelle rumdümpeln. Bitte mit Marvin Ducksch in der Startaufstellung! Das Spiel findet am Samstag um 14:00 Uhr statt. Was das bedeutet, wisst ihr ja alle: Kommt vorbei und unterstützt unsere Amateure! Sie können wirklich jede Unterstützung gebrauchen, um endlich aus der Krise zu kommen!

Statistik

Borussia Dortmunds Amateure: Bonmann - Knystock, Zimmermann, Stankovic, Stenzel - Solga - Ozbolt (57. Hanke), Leitner, Maruoka (57. Ducksch), Karazor (73. Dieckmann) - Eberwein
Ponys: Kompalla - Stang, Elvedi, Knipping, Ndenge (64. Mero) - Sezer, Ritter, Holzweiler (71. Holtby), Kraus - Rodriguez (78. Rizzo), Pisano

Torschüsse: 17:3
Ecken: 6:1

Gelbe Karten: Hanke (93.), Karazor (71.) Dieckmann (79.) - Ritter (93.)

Zuschauer: 1.765

Wiggy, 25.09.2015


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