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Spielbericht Jugend - 04.06.2015

2:0 - U17 legt Grundstein für das Bundesliga-Finale

Gegen einen Gegner, der sein Geld mit Gummibärensaft verdient, hat Borussia Dortmunds U17 am gestrigen Mittwoch den Grundstein für das Erreichen des Finals zur Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse "unter 17" gelegt. In der ersten Halbfinalpartie gegen die Plastikabteilung des SSV Markranstädt zu Leipzig holte Borussia Dortmund  in einem sehenswerten Spiel ein 2:0 heraus. Nach Toren von Larsen und Pulisic hatten die mit Ochsenhodensaft gedopten Spieler im Roten Trikot im altehrwürdigen Stadion "Trainingsgelände Brackel, Sportplatz eins" das Nachsehen und können von Glück reden, ohne Platzverweis wieder nach Hause gefahren zu sein, denn mindestens zwei rote Karten hätte es für die lebenden Werbebanden geben müssen. Aber der Reihe nach.

Eine Jugendspiel-Delegation von schwatzgelb.de, bestehend aus 7 Fußball-Nerds, machte sich konspirativ nach Feierabend auf den Weg nach Brackel. Was gibt es Geileres als Fußball an einem Mittwochabend? Angekommen am Trainingsgelände wurde erst einmal der Einlass verwehrt. "Du bist Dortmund-Fan?" - "Jap." - "Dann musst du da hinten rein. Hier ist Fantrennung!" ... Verwirrtes Kopfschütteln. Fantrennung? In der U17? An einem Mittwochabend in Dortmund? Vielleicht hatte sich ja ein Auswärtsmob angekündigt. Aber die Tatsache, dass wir gegen den "Didi Mateschitz dem sein seelenlosen Gummibärensaftplastikclub für Marketinggedöns von 2009 aus Markranstädt e.V." spielten, ließ den Gedanken absurd klingen. Die aus dem Osten angereisten Markranstädter, die den sehr innovativen Slogan "Mit Vollgas in die Zukunft" prägen, brachten außer Mami, Papi und Berater niemanden mit.

Aber egal. Fantrennung ist wichtig! Brennpunkt Fußball halt. Nachdem man sich dann über kalte Currywurst mit Pommes vom mobilen Catering-Stand freuen durfte (ein aus Köln stammender, so genannter Fan echauffierte sich über den fehlenden Bäcker am Netto. Seine Marktlücke, sagt er. Kontakt stelle ich her, wenn ihr Bäcker werden wollt) ging es an den altehrwürdigen Platz in Brackel, an dem vor einigen Jahren noch Flugzeuge starteten. Borussia ohne Passlack, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Na hoffentlich geht das gut. Aber die U17 ist ja bekanntlich ein sehr starker Jahrgang, der unter Trainer Hannes Wolf teils wirklich gute Spiele abgeliefert hat. Nicht umsonst befindet man sich im Halbfinale der Bundesliga! 

Erste Halbzeit

Unter den Augen des neuen Trainers Thomas Tuchel (du musst mehr essen, Jung! Du bist ja dünner als ich! Inner Roten Erde gibbet Mett. Ich geb dir was aus) und seinem Assistenten Arno Michels spielten beide Mannschaften von Beginn an ein gutes Spiel. Leipzig versuchte, die Borussen weit vom Strafraum weg zu halten und diese in der "Roten Zone" (Zitat Trainer Flying Horse) festzuhalten. Borussia kam aber immer wieder zu guten Chancen. Besonders Jacob Brun Larsen machte auf seiner linken Seite immer wieder Alarm und musste in der 17. Minute eigentlich schon die Führung erzielen, als er einen Ball sehenswert gegen die Laufrichtung des Gegner-Torwarts bringt, aber genauso sehenswert nur den Innenpfosten traf. Voher traf Janni Luca Serra (der MUSS den Durchbruch schaffen - Que Serra Serra ...) bereits den Pfosten.

Die Markranstädter Jugendabteilung fiel hingegen nur durch Fouls auf. Egal ob Sturm oder Verteidigung, Hauptsache "auffe Knochen"! Negativ fiel dabei der Trainer auf, der mit vollster Hingabe zum Ende der zweiten Halbzeit lautstark "Spielt mal wieder Foul!" forderte. Kurze Zeit später rammte Leipzigs Berger den Dortmunder Niklas Sewing dermaßen asozial um, dass der Schiedsrichter ihm eigentlich nur die rote Karte hätte zeigen können. Er beließ es aber bei gelb. Warum auch immer. Die Leipziger Jungsöldner hingegen zeigten, dass sie den Todesschrei genauso gut beherrschen, wie sterbende Bullen. Bei jedem Körperkontakt wurde in einer solchen Dezibelzahl geschrien, dass man Angst haben musste, dass "The Walking Dead" gleich Wirklichkeit wird. Doch der Schiri fiel nicht darauf rein. Gut so.

Die Strafe für solch sinnloses Foul schinden und einfach Dosen-Söldner sein folgte dann auch schnell. In der 23. Minute schoss Dzenis Burnic einen Ball an den Innenpfosten, der daraufhin auf der Linie rollte. Jacob Bruun Larsen reagierte am schnellsten und drückte den Ball über die Linie zum völlig verdienten 1:0, welches auch gleichzeitig der Halbzeitstand war. In der Halbzeit dann rege Bewegung zum Pommesstand. Gibt ja auch sonst nicht viel in Brackel. Exportbier oder zumindest Fritz Brinkhoff sein Pils sucht man vergeblich. Man ist in Brackel sogar so spießig, dass ein Ordner dem anwesenden Fritz Eckenga auffordern musste, seine Fluppe auszumachen. Aber gut, man soll der Jugend ja mit gutem Beispiel voran gehen. Ein entnervter, seit 50 Jahren zu Dosensport Leipzig gehender Meckeroppa traf den Nagel dann auf den Kopf: "Ich hab schon so viele Leipziger Spiele gesehen. Aber das ist nicht Leipzig!" Jawoll. Der hat gesessen. 

Zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann mit einer kuriosen Situation. Ein Leipziger lag am Boden und Burnic spielte den Ball ins Aus. Was darauf folgte, war Fair-Play aus dem Bilderbuch. Einwurf Leipzig, Ball wird ins Toraus gespielt. Den Trainer der Nachwuchs-Dosen regte das jedoch auf. "NICHT SO UNGENAU, MENSCH!". Super. Auf dem Platz das gleiche Bild wie in der ersten Halbzeit. Borussia mit einigen guten Situationen, doch auch die Jungdosen hätten zum Ausgleich kommen können. Borussia-Keeper Eike Bansen musste sein Können einmal unter Beweis stellen, indem er einen Ball an den Querbalken lenkte. Dann kam Passlack. Und das 2:0. Gerade eingewechselt, spielt Felix Passlack einen No-Look-Pass auf den in den Strafraum laufenden Christian Pulisic, der den Ball am Leipziger Keeper vorbeilegt. Drin!

Auch in der Folge wurde es kaum noch gefährlich. Erwähnenswert ist nur noch ein Spielzug der Leipziger. Nachdem ein Roter wieder todesschreiwürdig nichtgefoult wurde und am Boden lag, ging das Spiel in Richtung Dortmunder Tor weiter. Bansen leistete sich den einzigen Fehler des Tages und spielte einem Leipziger den Ball zu, der aber das Kunststück vollbrachte, den Ball aus wenigen Metern Entfernung über (!) das freie Tor zu bolzen. Wie das physikalisch geht, weiß ich bis heute nicht. Aber er hat es geschafft. So blieb der Sieg im Großen und Ganzen ungefährdet und der Ballspielverein Borussia aus Dortmund von 1909 e.V. verschaffte sich eine gute Ausgangsposition, um in das Finale der Deutschen Meisterschaft einzuziehen. Das Rückspiel ist am Sonntag im Leipziger Zentralstadion.

Und dann war da noch...

Der BVB, der von mehreren Personen in den sozialen Netzwerken gefragt wurde, weshalb man solch wichtige Spiele denn nicht im Stadion Rote Erde austragen würde und den Jungs stattdessen eine großartige Kulisse verwehrt, die sicherlich zustande gekommen wäre. Der BVB antwortete, dass es ein Wunsch des Trainers sei, dass der BVB in Brackel spiele. U17 Trainer Hannes Wolf war überrascht über diese Aussage, da er noch nie eine Präferenz geäußert hätte, wo er gern spielen möchte.
Lieber BVB. Wir bitten euch als Fans, auch im Sinne eurer Jugend mal etwas auf die Fans zu achten und solch wichtige Jugendspiele in der Roten Erde auszutragen. Das Stadion ist deutlich zentraler und für uns Fans wesentlich schöner als irgendein Trainingsplatz im Trainingszentrum Brackel. Uns Fans interessiert unsere Jugend sehr und wenn man sieht, wie viele Menschen auf Grund von Aufrufen und besseren Spielorten 30km weiter westlich mobilisiert werden, dann fragt man sich doch sehr, wieso das beim BVB nicht geht.

Statistik

Borussia Dortmund: Bansen - Sewing, Pieper, Fritsch, Beste - Burnic, Güner - Larsen, Pulisic, Schwermann - Serra
Leipzig: Kommerzielle Kunstprodukte, die nur irgendeinem Marketingscheiß dienen, interessieren uns nicht.

Schiedsrichter: Lukas Benen

Zuschauer: Um die 400 bis 500 (Schätzung von schwatzgelb.de)

Wiggy, 04.06.2015


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