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schwatzgelber Saisonrückblick - 08.01.2015

Saison 1990/91 - Nach dem Höhenflug kommt das frühe Scheitern

Das BVB-LogoWenn man rückblickend auf die Saison 1990/91 guckt, kann man sie als Übergangssaison sehen. Nach dem vierten Platz in der Vorsaison landete der BVB nur auf dem zehnten Platz, wobei man auswärts mehr Punkte erzielte als daheim. Trotzdem kam die Borussia auf einen Zuschauerschnitt von 35.866. Auch im DFB-Pokal blamierte Dortmund sich in der ersten Runde. Halbwegs erfolgreich klappte es im Uefa-Cup, dort erreichte man die dritte Runde, scheiterte aber wieder einmal gegen ein belgisches Team.

Während der Großteil der BVB-Spieler im verdienten Sommerurlaub war, mussten zwei Borussen nach Italien zur WM fahren. Am 10. Juni begann das Abenteuer für Deutschland. In der Vorrunde ging es gegen Jugoslawien und Deutschland gewann mit 4-1. Bei diesem Auftakt nach Maß für die deutsche Nationalmannschaft wurde aus Dortmunder Sicht Andi Möller in der 75. Minute für Bein eingewechselt. Keinen Einsatz bekam Frank Mill. Auch beim nächsten Vorrundenspiel fünf Tage nach dem ersten gegen die Vereinigten Arabischen Emirate konnte Deutschland einen lockeren 5-1-Sieg erringen. Aus Sicht der Dortmunder war dies ein gebrauchtes Spiel, denn Möller war die ganze Zeit auf der Bank, Mill sogar auf der Tribüne. Währenddessen konnte man in Dortmund vier Tage später endlich Vollzug vermelden. Nach längerem Tauziehen kam das 19jährige Talent Thomas Franck von Waldhof Mannheim zum BVB. Die Ablöse betrug 2 Mio. DM und konnte sich durch Zusatzklauseln wie Länderspieleinsatz und Beteiligung am Weiterverkauf weiter erhöhen. Am selben Tag fand das letzte Vorrundenspiel in Mailand statt. Deutschland trennte sich von Kolumbien mit 1-1. Wie schon vier Tage vorher fand Dortmund da nicht statt. Diesmal war Mill allerdings auf der Bank, während Möller auf der Tribüne Platz nehmen musste. Im Achtelfinale am 24.06. war der Nachbar aus den Niederlanden der Gegner und es entwickelte sich ein hochdramatisches Spiel. Beim 2-1-Sieg der deutschen Mannschaft sahen sowohl Völler als auch Frank Rijkaard Rot. Danach folgte noch die berühmte Spuck-Attacke des Holländers gegen den deutschen Stürmer. Aus Dortmunder Sicht muss man erneut erwähnen, dass unsere beiden Spieler wieder nicht eingesetzt wurden. Einen Tag später begann in Dortmund die neue Saison, es fand das erste Training mit Horst Köppel statt. Vier Tage später führte der BVB mit 1-0 gegen VfR Lich, als das Spiel abgebrochen wurde.

Im WM-Viertelfinale in Mailand am 1. Juli standen sich die CSSR und Deutschland gegenüber. Die deutsche Nationalelf schaffte durch eine konzentrierte Abwehrarbeit und natürlich einen verwandelten Elfer von Matthäus den Halbfinaleinzug. Dort kam Andreas Möller zu seinem zweiten WM-Einsatz (ganze acht Minuten lang) und ersetzte Uwe Bein. Einen Tag später fand in Recklinghausen ein Derby zwischen dem BVB und Gelsenkirchen statt. Die Blauen konnten aber dieses Testspiel mit 3-2 für sich entscheiden. Das WM-Halbfinale in Turin fand dann weitere zwei Tage später statt und es kam zum alten Duell Deutschland gegen England. Nach der regulären Spielzeit stand es 1-1. Da auch in der Verlängerung nichts mehr passierte, kam es zum Elfmeterschießen. Dies konnten die Deutschen erwartungsgemäß mit 4-3 für sich entscheiden und man zog zum dritten Mal in Folge ins Endspiel ein. Erneut kamen die Dortmunder nicht zum Einsatz. Für den BVB ging es am 6.7.1990 ins einwöchige Trainingslager nach Herzlake. Dabei wurde eine hochkarätige Neuverpflichtung bekanntgegeben: Der 23jährige dänische Nationalspieler Flemming Povlsen kam für drei Jahre für 4,1 Mio. DM vom niederländischen Topklub PSV Eindhoven. Über sein Ziel erklärte Povlsen: „In dieser Zeit möchte ich einmal die Meisterschale hochhalten." Im Testspiel am selben Tag verlor man aber beim VfL Osnabrück mit 1-2. Zwei Tage später fand in Rom das Endspiel der Weltmeisterschaft statt und der Gegner war wie vor vier Jahren Argentinien. Durch einen von Brehme verwandelten Elfmeter in der 85. Minute gewann Deutschland zum 3. Mal die WM-Krone. Der Dortmunder Mill und der Ex-Dortmunder Möller kamen leider wieder mal nicht zum Einsatz, durften sich aber ab diesem Zeitpunkt als Weltmeister bezeichnen.

Am 10. Juli folgte dann endlich der erste Testspielsieg der Dortmunder. Beim VfL Herzlake gewann man mit 7-0. Drei Tage später hatte Povlsen auch einen guten Einstand. Beim 2-2 gegen SV Meppen traf er einmal selber und bereitete den 1-1-Ausgleich von Michael Zorc vor. Leider ging die Heimspielpremiere drei Tage danach in die Hose. Der BVB verlor gegen Paris St. Germain mit 1-2. Beste Spieler waren Torwart de Beer und Flemming Povlsen, der erneut traf. Dabei zeigte aber die Abwehr um Thomas Helmer Schwächen. Am 21.7.1990 fand nicht nur ein Freundschaftsspiel zwischen dem SV Sandhausen und dem BVB statt, welches die Dortmunder mit 3-1 gewannen, sondern die Präsidien des DFB und des DDR-Gegenstücks DFV einigten sich darauf, wie die Zusammenlegung erfolgen sollte. In der Bundesliga wurden ab der Saison 1991/92 zwei DDR-Vertreter aufgenommen, während es in der 2. Liga sogar sechs waren. Drei Tage danach fand in Herne das Halbfinale im Fuji-Cup statt. Im Einladungstunier konnten die Dortmunder durch einen umstrittenen Foulelfmeter die Führung des FC Bayern kurz vor dem Ende ausgleichen. So entschied das Elfmeterschießen, welches die Borussen mit 5-3 gewannen. Zwei Tage später fand das Endspiel gegen Werder Bremen statt. Erneut trennte man sich in der regulären Spielzeit mit 1-1, doch diesmal verlor man das Elfmeterschießen mit 4-5. Für ein Wiedersehen mit vielen bekannten, ehemaligen BVB-Spielern sorgte das Abschiedsspiel von Manni Burgsmüller am 30. Juli. Vor 11.000 Fans gewann die aktuelle BVB-Mannschaft gegen den BVB 1980 mit 10-4, wobei Manni zweimal für die Ehemaligen traf.


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