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schwatzgelber Saisonrückblick - 21.07.2014

Saison 1988/89 – Endlich wieder ein Titel für den BVB

In der Geschichte von Borussia Dortmund ist diese Saison der Wendepunkt. Dabei lief es in der Liga recht durchschnittlich ab, man belegte am Ende den siebten Platz. Aber all das wurde durch die erfolgreichen Pokalauftritte überstrahlt, denen am Ende der erste Titelgewinn seit 32 Jahren gegenüberstand. Der Stern Borussia leuchtete auf und sollte diesen Schein 1 ½ Jahrzehnte beibehalten.

Während die meisten BVB-Spieler sich noch in der Sonne bräunten, musste doch einer im Juni 1988 Überstunden machen. Nachdem Frank Mill beim Länderspiel in Bremen am 04.06.88 für Rudi Völler beim Spiel Deutschland gegen Jugoslawien (1-1) eingewechselt wurde, durfte er auch zehn Tage später in der EM-Endrunde im Spiel gegen Dänemark (2-0-Sieg Deutschlands) spielen. In Gelsenkirchen wurde er eine Viertelstunde vor dem Ende wieder für Rudi Völler eingewechselt. Auch am 17. Juni beim Vorrundenspiel gegen Spanien (2-0) kam Frank Mill wieder in die Partie, diesmal fünf Minuten vor dem Ende für Jürgen Klinsmann. Im Halbfinale der EM gegen die Niederlande spielte er dann erstmals in der Startelf. Doch die Mannen um Ruud Gullit und van Basten beendeten den Traum vom dritten EM-Gewinn und siegten mit 1-2.

Während Frank Mill noch versuchte, den EM-Titel zu holen, fand am 19.6.1988 in Dortmund der Trainingsauftakt der Borussia vor einigen Tausend Fans statt. Mit dabei waren die Neuzugänge Michael Rummenigge (Bayern München), Matthias Ruländer (Bremen),Thomas Kroth (HSV) und Günter Breitzke (SC Brück). Dafür fehlten die Spieler Kleppinger, Anderbrügge, Hupe, Raducanu und Simmes. Aber nur eine Woche später zerbrach in Dortmund die heile Welt. Denn BVB-Trainer Saftig erklärte am Tag der Abfahrt zum Trainingslager Erbismühle im Taunus seinen sofortigen Rücktritt. Hintergrund: Der Vereinsvorstand legte gegen Saftigs Absicht, Kapitän Michael Zorc statt Frank Mill als Kapitän zu berufen, sein Veto ein. Das wollte der Sportlehrer nicht hinnehmen und nahm seinen Hut: „Das Präsidium ist mir in den Rücken gefallen. Ich hatte im Vertrag alle Vollmachten, in Wirklichkeit hat sie mir der BVB nicht gegeben". Aber Borussia Dortmund handelte schnell, nur einen Tag später wurde Horst Köppel als neuer Chefcoach vorgestellt und leitete sofort das erste Training. Sein Vertrag lief über zwei Jahre.

Beim ersten Testspiel des BVB bei der SpVgg Bad Homburg trafen Michael Zorc, Norbert Dickel und Neuzugang Michael Rummenigge zum ungefährdeten 3-0-Sieg. Auch die TuS Bad Marienberg zwei Tage später war kein Problem, Borussia siegte klar mit 11-0. Wiederum nur zwei Tage später drehten die Dortmunder bei Tura Freienohl das Torkonto auf 13-0 hoch. Am 06.7.1988 blieb man in der Stadt und spielte bei Phoenix Eving-Lindenhorst. Das Spiel endete 5-2 für den Bundesligisten. Danach spielten die Borussen im Zwei-Tages-Wechsel bei Alemannia Aachen (1-1), TuS Hattingen (15-0) und Fortuna Düsseldorf (3-0-Sieg durch Tore von Kroth, Rummenigge und Mill). Der Abschluss der Vorbereitungsphase war ein Spiel gegen Gornik Zabrze am 16. Juli in Hohenlimburg. Beim 4-2 gewannen die Borussen klar, obwohl Andy Möller wegen einer Muskelverhärtung passen musste.

Der Bundesligaauftakt ging wie schon so häufig daneben. Am 22.07. empfingen die Borussen den VfB Stuttgart. Vor 40.200 Zuschauer liefen die Dortmunder mit zwei Neuen (Kroth und Rummenigge) auf, kassierten aber eine 1-2-Niederlage. Dafür konnte der BVB sich beim Hamburger SV eine Woche später rehabilitieren. Horst Köppel ließ seine Mannschaft defensiver auftreten und schaffte ein 0-0 im Hamburger Volksparkstadion. Der 5. August brachte dann die erste Runde im DFB-Pokal und der Gegner im heimischen Westfalenstadion vor 13.000 Zuschauern war der Zweitligist Eintracht Braunschweig. Der BVB erwischte einen Sahnetag und zerlegte die Braunschweiger durch Tore von zweimal Storck (16. und 65.) und Möller (30.und 75.) sowie Zorc (48.) und Mill (74.) mit 6-0. In einer sehr guten Mannschaft strahlten noch die Mittelfeldspieler Rummenigge und Möller heraus. Doch was im Pokal gut lief, stockte weiter in der Liga. Denn auch eine Woche später mussten die Borussen weiter auf den ersten Sieg in der Liga warten. Beim 1-1 im Heimspielgegen den 1. FC Kaiserslautern blieb die 1-0 Führung durch Andy Möller bis zur 90. Minute bestehen, bevor Schupp den Ausgleich erzielte. Vor dem nächsten Ligaspiel bei Bayer Leverkusen hatte der Ballspielverein ein Freundschaftsspiel bei FC Twente Enschede vereinbart, was 1-1 endete. Ohne Frank Mill, der eine Leistenverletzung hatte, traten die Borussen im Haberlandstadion an, doch sie waren bei der 0-2-Niederlage in Leverkusen chancenlos. Die Dortmunder konnten sich bei Torhüter de Beer bedanken, dass sie nicht höher verloren hatten.


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