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Unsa Senf - 01.05.2014

Bargeld statt Stadiondeckel - Köln als Vorbild für den BVB

Spruchband gegen den StadiondeckelNeigt sich eine „Ära“ dem Ende zu? Seit rund vier Jahren kann man im Westfalenstadion nicht mehr mit Bargeld bezahlen. Die von dem Anbieter „justpay“ betriebene Bezahlkarte unter dem Namen „Stadiondeckel“ ersetzte mit Beginn der Spielzeit 2010/11 die Geldscheine und -münzen. Der Vorteil: Auch in einigen anderen Stadien kann man mit dem Dortmunder Stadiondeckel bezahlen, nämlich in Köln, Frankfurt, Hoppenheim, Kaiserslautern und Berlin. Der 1. FC Köln gab nun jedoch das Ende der Bezahlkarte zur neuen Saison bekannt. Und auch der VfB Stuttgart kündigte bereits im Dezember an, dass man ab der kommenden Saison wieder mit Bargeld im Neckarstadion bezahlen kann. Es bahnt sich eine Entwicklung an, die sehr begrüßenswert ist!

Wie oft stand man in der Bierschlange, um dann festzustellen, dass man das vierte bestellte Bier nicht bezahlen kann, weil auf der Karte 90 Cent fehlen? Oder wie oft merkte man spätestens nach einem Spiel, dass der Verkäufer offensichtlich einfach mal schnell ein Bier zu viel berechnet hat (Absicht sei hierbei selbstverständlich niemandem unterstellt)? Dies sind mit die größten Ärgernisse, die der „Stadiondeckel“ in Dortmund mit sich bringt - von dem zweifachen Anstellen möchte ich erst gar nicht großartig sprechen; auch wenn dies in der Regel dank der zahlreichen justpay-Mitarbeiter zumindest beim Aufladen vergleichsweise schnell geht (ein Zeitgewinn, den die gerne behäbig bis überfordert agierenden Aramark-Mitarbeiter direkt wieder auffressen).

Spruchband gegen den StadiondeckelIn den vergangenen Jahren stellten nahezu alle Erstligisten auf das bargeldlose Bezahlsystem um. Dies entpuppte sich für den regelmäßigen Auswärtsfahrer als äußerst umständlich, denn oftmals gelten die Bezahlkarten nur in dem jeweiligen Stadion. Unser Dortmunder „Stadiondeckel“ stellt hierbei eine Ausnahme dar, gilt er doch - wie zu Beginn bereits erwähnt - immerhin noch in fünf anderen Stadien. Doch ansonsten lautet die Losung in fremden Stadien, die Karte mit exakt so viel Geld aufzuladen, dass sie nach den Käufen im Stadion aufgebraucht ist. Eine Rückgabe ist in der Regel äußerst kompliziert, negativer Höhepunkt ist hierbei das Münchener Schlauchboot, in dem es zwar gefühlte 798 Auflade-Stationen gibt, jedoch offenbar nur eine Auszahlungsstation für die „Arena-Card“. Wenn man das Bargeld schon unbedingt aus den Stadien verbannen will, so wäre eine einheitliche Bezahlkarte für die erste und zweite Liga sinnvoll gewesen.

Ausgerechnet der Aufsteiger aus Köln zeigt den etablierten Erstligisten nun jedoch, wie kunden-, ähm, fanfreundliches Verhalten aussieht. Am vergangenen Freitag teilte der Verein auf seiner Internetseite mit, dass „das Zahlen von Speisen und Getränken bei Spielen des 1. FC Köln in Müngersdorf noch einfacher, flexibler – und sogar günstiger“ werde. Mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 ist das Ende für die justpay-Karte dort nach sieben Jahren damit besiegelt.

Stattdessen können die Zuschauer dann entweder mit der Geldkarte bezahlen, die auf zahlreichen EC-Karten bereits integriert ist (ein System, das schon seit einigen Jahren im Leverkusener Haberland-Stadion praktiziert wird) - oder eben wieder mit Bargeld. Der FC komme damit „den Wünschen vieler Fans nach, die mit ihrer üblichen Karte oder Bargeld bezahlen wollen, statt ein eigenes Bezahlsystem nur für das Stadion benutzen zu müssen“. Wer mit der Geldkarte bezahlt, erhält zudem einen Rabatt von fünf Prozent.Ähnlich wird es in der kommenden Saison in Stuttgart laufen, wenn man nicht mehr die sogenannte „Fancard“ angewiesen ist, sondern neben der EC-Karte auch mit Kreditkarten und mit Bargeld bezahlen kann.

Diese beiden Modelle dienen als Vorbilder für den BVB. Eine alternative Zahlweise entweder mit Münzen und Scheinen oder bargeldlos mit (Geld-)Karte scheint die Ideallösung darzustellen. Gerade ein System, das ohnehin auf vielen EC-Karten vorhanden ist, bietet hier die Chance, indirekt eine einheitliche Bezahlkarte in der ersten und zweiten Liga einzuführen. Und das Bezahlen mit Bargeld, eine über Jahrzehnte bewährte Variante in den deutschen Stadien, ist mir ohnehin die liebste Variante.

Ein erster Schritt zu einer Besserung wäre in Dortmund die Integrierung des Stadiondeckels in die Dauerkarte, sodass man nicht mehr zwei Karten dabeihaben muss - und was auch das Kaufen vereinfacht, wenn der Nebenmann einem mal schnell seine Karte zusteckt, um Bier zu holen - und man am Ende nicht mehr weiß, welcher Stadiondeckel jetzt eigentlich wem gehörte. Diese Integrierung des Stadiondeckels in die Dauerkarte stellte der BVB bei der Einführung im Sommer 2010 auch kurzfristig in Aussicht, geschehen ist seither jedoch leider nichts mehr. Darüber hinaus bleibt zu hoffen, dass sich der BVB dem Kölner Modell anschließt

Daniel Mertens, 01.05.2014


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