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Spielbericht Profis - 27.10.2013

Grandioser Derbysieg wird von Nebengeräuschen überschattet

Pyro im GästeblockWas für ein Tag! Der BVB gewinnt nicht nur das Derby, er zeigt den Blauen sogar auf, dass derzeit ein Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften besteht. Das Endergebnis von 3:1 gibt den Spielverlauf nur unzureichend wieder. Dazu wurden die Blauen auch noch in der eigenen Turnhalle über weite Strecken des Spiels an die Wand gesungen. Alles super also? Nicht ganz, denn einige BVB Fans verzögerten den Anpfiff des Spiels mit einer Pyroaktion um fünf Minuten und dieses Randgeschehen droht nun, die anschließende, makellose Leistung von Mannschaft und Fans in der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen.

Mal wieder stand das Auswärtsderby an und so machte man sich so früh wie möglich auf die Reise, um den üblichen Schwierigkeiten bei der Fahrt nach Buer aus dem Weg zu gehen. Eigentlich wollten wir den Umweg über Essen nehmen, um dem Hauptstrom der Fans mit all seinen Begleiterscheinungen aus dem Weg zu gehen. Allerdings spielte es uns in die Karten, dass die Strecke Bochum-Essen gesperrt war, weil sich „Fußballfans im Gleis befinden“. So wurden wir umgeleitet und zwar direkt nach GE.

Diem GE-Heimkurve böoeb oft blassSo erreichten wir Stunden vor Anpfiff den Vogelkäfig, in dessen trostloser Umgebung sich selbst die Blauen scheinbar nicht länger aufhalten als unbedingt notwendig. Jedenfalls war rund um die Halle noch so gut wie gar nichts los. Auf einer kleinen Bühne wurden gerade die Einlaufkinder den circa 20 blauen Fans vorgeführt, die bereits anwesend waren. Dabei entspann sich der folgende, wunderbare Dialog zwischen Moderator und Einlaufkind: „Wie alt bist Du?“ „Neun“ „Bist Du Schalke Fan?“ „NEIN!“ „Wann wirst Du denn Schalke Fan?“ „GAR NICHT!!!“ „Und wenn ich Dir einen Schal schenke?“ „NEIN!“ „Und wenn ich Dir einen Schal und einen Ball schenke?“ „NEIN!“ Der Kleine widerstand jedem Versuch des zunehmend verzweifelten Moderators, ihn auf die dunkle Seite der Macht zu ziehen. So wandte der sich schließlich in seiner Not zu einem  nebenstehenden Mädchen: „Du bist aber Schalke Fan, oder?“ „NEIN!“ „Bist Du denn ein Fußballfan?“ „JA!“ „Ich frag nicht mehr weiter…“

Leider stellte sich dann auch ziemlich schnell heraus, dass es sich bei den Fans im Gleis, die unsere Anreise verkürzt hatten, um Borussen handelte, deren Anfahrt wohl alles andere als unproblematisch verlief. Im Endeffekt ist in Essen-West aber auch nicht mehr passiert, als das einige Fans die Gleise überquert haben, um einen Zug zu erreichen. Auseinandersetzungen mit der Polizei hat es entgegen anderslautender Gerüchte nicht gegeben. So zeigte der Gästeblock eine halbe Stunde vor Anpfiff noch völlig untypische Lücken und auch mit dem Anfeuern wollte es noch nicht so recht klappen. Man ist inzwischen wohl so sehr auf den Mann auf dem Podest konditioniert, dass nicht mehr viel geht, wenn der Mal ausfällt. Ausnahme war natürlich der unvermeidliche „Schalalala Scheiße  04“.

Leuchtspuren sorgten für großes Unverständnis10 Minuten vor Anpfiff zogen unter lautem „Borussia, Borussia“ Gebrüll auch die Dortmunder Ultras im Gästeblock ein und so war der Support der Mannschaft auch in diesem Derby gesichert. Wie angekündigt präsentierte man sich zumindest im unteren Teil des Gästestehers geschlossen in Schwarz. Kurz darauf flogen die ersten Plexiglasscheiben aus ihrer Verankerung. Offensichtlich hatten diese BVB Fans ausreichend Hass mitgebracht und der entlud sich nun gegen den Gästekäfig. Dazu hatte man auch noch einiges an Böllern und sonstigem Pyromaterial dabei und so wurde die hässliche Turnhalle mit gelbem Rauch verschönt. Als dann Leuchtspurmunition Richtung Zeltdach flog, verließen die Mannschaften den Platz. Für aufgeheizte Atmosphäre war damit schon mal gesorgt.

Leider kann ich diesen Spielbericht wohl nicht sinnvoll schreiben, ohne mich zu diesen Vorfällen auch konkret und persönlich zu positionieren: Ich selbst habe noch nie in irgendeinem Stadion etwas angezündet, nicht einmal eine Zigarette. Ich bin kein großer Freund von Pyro, insbesondere wenn sie mir die Sicht aufs Spielfeld nimmt, rege ich mich sogar darüber auf. Dennoch gehöre ich auch nicht zu denen, die bei jedem Bengalo im Block gleich den Untergang des Abendlandes wittern. Wenn man verantwortungsbewusst damit umgeht, ist es scheinbar möglich, auch ohne andere groß zu gefährden, Pyrotechnik im Stadion zu verwenden. Denn angesichts dessen, wie häufig das vorkommt, passiert ja scheinbar doch relativ wenig.

Eine Polizeikette sicherte letztlich den GästeblockHier fängt das Problem aber bereits an: Denn was die BVB Fans in Gelsenkirchen ablieferten, war leider ein Musterbeispiel dafür, wie man eben nicht verantwortungsbewusst zündet. Da wurden brennende Bengalen unkontrolliert aus dem Block in Richtung Spielfeld geworfen. Ein Rauchtopf landete sogar in der Nähe von Roman Weidenfeller, der versucht hatte, beruhigend auf die Zündler einzuwirken. Der größte Spezialist war aber sicher derjenige, der es sich nicht verkneifen konnte, seine Leuchtspurpistole mit ins Stadion zu bringen. Scheinbar hatte er überhaupt keine Ahnung, wie man mit so einem Gerät umgeht und so ballerte er wild in der Gegend rum. Einige Geschosse prallten an der Dachkonstruktion ab und eins flog sogar in hohem Bogen auf die Gegentribüne und landete mitten unter den dort sitzenden Blauen. So etwas habe ich in der Form seit den achtziger Jahren in keinem deutschen Stadion mehr gesehen. Und wem schon mal die Leuchtkugeln um die Ohren geflogen sind, der weiß, dass spätestens hier der Spaß aufhört. Wenn das für die betreffenden Spezialisten Konsequenzen hat, dürfen sie sich wirklich nicht beschweren. Dem Bemühen um eine kontrollierte Freigabe von Pyrotechnik wurde durch diesen Auftritt natürlich ein Bärendienst erwiesen. Man lieferte vielmehr den Rainer Wendts und Ralf Jägers dieser Republik mal wieder ordentlich Argumente.

Einen lauten Support gab es aber auchNun marschierte rund um den Gästeblock natürlich auch die Polizei auf. Kurz zog man sich wieder in den Umlauf zurück, aus der Entfernung schien es, als ob einige Blaue versucht hätten, den Gästesektor zu stürmen. Durchgekommen ist aber natürlich mal wieder keiner. Zum Glück! Mit 5 Minuten Verspätung wurde die Partie dann doch endlich angepfiffen. Über den Stadionsprecher ließ der Schiedsrichter allerdings einen Spielabbruch ankündigen, falls weiter gezündet wird. Das schien zu fruchten. Vielleicht hatten die Zündler aber auch schlicht ihr Pulver verschossen. Jedenfalls blieb es nun scheinbar ruhig und auch die Polizei Gelsenkirchen scheint aus ihrem Sturm der Nordkurve einige Lehren gezogen zu haben und beließ es dabei, Präsenz zu zeigen.

Erste Halbzeit

Auf dem Platz lief es erstmal schiedlich-friedlich ab. Der BVB erarbeitete sich in der Anfangsphase eine Feldüberlegenheit, konnte daraus aber noch kein Kapital schlagen, weil Aubame nach einem schönen Lauf in den Strafraum keinen Mitspieler fand und Reus nach Vorarbeit von Lewandowski bei seiner Direktabnahme den Ball nicht voll traf.

Aubameyang im ZweikampfDie Blauen mit ihrer seltsamen Aufstellung (drei Linksverteidiger und nur drei Offensivkräfte) beschränkten sich darauf, den BVB kommen zu lassen. Das sollte sich nach einer knappen Viertelstunde rächen. Großkreutz erkämpfte den Ball und leitete ihn schnell weiter. Mit einer wunderbaren Kombination spielten Mkhitaryan und Reus Aubameyang im Strafraum frei und der hatte keine Probleme, den Ball aus kurzer Distanz zu versenken. Damit war erstmal Ruhe im Karton. Das Blauvolk auf den Tribünen zeigte sich geschockt. Wähnte man sich eben noch auf Augenhöhe, musste man nach dieser Anfangsphase eingestehen, dass es allenfalls die Hühneraugen von Jürgen Klopp waren, auf deren Höhe man sich befindet.

Die blaue Mannschaft bot ihrem Anhang aber auch keinen Anlass, sich aus dem Stimmungstief zu befreien. Dortmund dominierte. Nach einem wunderbaren Steilpass von Sahin fehlten Reus nur Millimeter, um vor Hildebrand am Ball zu sein. KPB meinte nun, ein Zeichen setzen zu müssen und senste Hummels am Dortmunder Strafraum von hinten um. Knut Kircher ließ die Karte stecken. Eine weitere Traumkombination über Reus und Mkhitaryan spielte Lewandowski frei, aber der brachte den Ball nicht an Hildebrand vorbei und auch der hammerharte Nachschuss von Aubame stellte den Blauen Torwart vor keine größeren Probleme. So leise wie heute habe ich die Blauen überhaupt noch nicht erlebt. Wenn der Gästeblock auf  Höhe der Mittellinie ständig wesentlich lauter zu hören ist als die Nordkurve, dann ist das ein Armutszeugnis.

Roman hält den Elfmeter von BoatengQuasi aus dem Nichts bot sich GE dann die große  Chance zum Ausgleich. Fuchs versetzte Hummels und Subotic kam mit seinem Rettungsversuch zu spät und touchierte Fuchs leicht. Kircher hatte ein Foul gesehen und seine Entscheidung war sicher vertretbar. KPB nahm sich den Ball und schoss Elfmetertöter Weidenfeller (hielt 4 der letzten 8 Elfer in der Bundesliga) direkt an. Ein relativ unplatzierter Schuss. Der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt aber auch alles andere als verdient gewesen, denn eine echte Torchance aus dem Spiel heraus konnten sich die Blauen noch nicht erspielen.

Gelsenkirchen startete nun wütende Attacken und auch das Publikum erwachte wieder aus seiner Schockstarre. Erstmals wurde es richtig laut. Aber dieses kurze Aufbäumen erwies sich als Strohfeuer. Bereits nach ein paar Minuten hatte der BVB die Partie wieder im Griff und das schien auch das Heimpublikum anzuerkennen, das den Support wieder weitgehend einstellte. Dortmund erarbeitete sich noch ein paar Chancen. Nach einer schönen Flanke von Aubameyang kam Reus zum Kopfball und Hildebrand konnte den Ball erst im Nachfassen entschärfen. So ging es mit einer Führung für den BVB in die Kabine, die nach dem Spielverlauf eigentlich noch mindestens ein Tor zu niedrig ausgefallen war.

Zweite Halbzeit

Nuris Torjubel zum 2-0Nach der Halbzeit wurde das Polizeiaufgebot um den Gästeblock nochmal verstärkt und so kamen schon ungute Vorahnungen auf. Diese bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Schmelzer blieb in der Kabine und wurde durch Durm ersetzt. Scheinbar wollte Jürgen Klopp nach Schmelzers gelber Karte kein Risiko eingehen und Durm hatte sich ja auch in den letzten Wochen bereits als vollwertige Alternative erwiesen. Aogo und Boateng versuchten sich nun daran, Kevin Großkreutz zu provozieren. Es kam zu einer Rudelbildung. Aber weder Großkreutz noch Schiedsrichter Kircher ließen sich aus der Ruhe bringen und so löste sich die Situation nach einigen mahnenden Worten wieder auf.

Der BVB gab auf dem Platz und auf den Rängen weiter den Ton an. Der heute bärenstarke Mkhitaryan zeigte einen kurzen Sprint und legte quer auf Sahin, so dass der Türke einen Meter Platz und freie Schussbahn hatte. Diese Möglichkeit ließ er sich nicht entgehen und hämmerte den Ball aus 18 Metern trocken in die Maschen. Die Blauen schienen nun endgültig erledigt zu sein und stellten ihre Angriffsbemühungen weitgehend ein. Auch die Nordkurve war kaum noch zu hören. Als dann Draxler, der ansonsten kaum am Spiel teilnahm, doch einmal einen Geistesblitz hatte und für Szalai durch steckte, grätschte ihm Subotic den Ball kompromisslos vom Fuß.

Erst mit der Hereinnahme von Meyer änderte sich das Bild. Meyer sorgte sofort für Wirbel. Er forderte die Bälle und zeigte sich sehr beweglich. In seiner zweiten Aktion drehte er sich um Subotic und servierte Szalai den Ball maßgerecht. Der scheiterte an Weidenfeller, aber der Abpraller fiel Meyer direkt vor die Füße, der den Ball aus spitzem Winkel versenkte. Nun erwachte auch der blaue Pöbel auf den Rängen wieder und es wurde kurz mal laut. Wer aber nun mit einem blauen Aufbäumen gerechnet hatte, der wurde bitter enttäuscht, denn der BVB übernahm auf dem Platz sofort wieder die Kontrolle.

Kuba stellte den alten Abstand wieder herAubame, der im Verlauf des Spiels mehr und mehr abgetaucht war, wurde durch Kuba ersetzt und auch dieser Wechsel sollte sich schnell bezahlt machen. Mkhitaryan hebelte mit einem unwiderstehlichen Lauf über das halbe Feld die gesamte blaue Abwehr aus und hatte dann auch noch das Auge für den mitgelaufenen Blaszczykowski. Sein überlegter Querpass spielte den Polen so wunderbar frei, dass der gar keine andere Wahl mehr hatte, als den alten Abstand wiederherzustellen.

Der Gästeblock hüpfte und tanzte nun und der Rest der Halle – schwieg. Man litt lieber still, als die eigene Mannschaft nochmal nach vorne zu brüllen. Wahrscheinlich hatte man im blauen Publikum eingesehen, dass hier und heute für sie nichts mehr zu holen war. Die Ansage „hier regiert der BVB“ traf am heutigen Tag ebenso für das Geschehen auf dem Platz wie auch auf den Rängen zu. Selten hat man eine so leblose Derbyvorstellung der Blauen erleben dürfen. Das Spiel plätscherte nunmehr nur noch dem Ende entgegen. Das blaue Publikum stimmte mit den Füßen ab und verließ so zahlreich den Ort der Niederlage, dass die Tribüne hinter Roman Weidenfeller fünf Minuten vor dem Abpfiff nur noch zu einem Drittel gefüllt war.

Feierlaune nach Schlusspfiff vor der GästekurveNach dem Abpfiff herrschte Feierlaune in schwarzgelb. Die Mannschaft holte sich vor dem Gästeblock die verdienten Ovationen ab und tanzte mit ihren Fans. Hoffentlich werden diese Bilder nicht komplett von der Diskussion um die Vorkommnisse vor dem Anpfiff überlagert.

Die Fotostrecke zumn Derbysieg gibt es wie gewohnt auf unserer BVB-Fotoseite unter diesem Link.

Noten

Roman Derbysieger: Hielt was zu halten war und mit dem Elfmeter wohl auch den Ball, der den Blauen den entscheidenden Zahn zog. Beim Gegentreffer machtlos. Wurde aber auch ansonsten nur sehr selten geprüft. (2)

Kevin Derbysieger: Zeigte endlich auch mal in der Turnhalle eine abgeklärte Leistung und ließ sich auch von Boateng&co nicht aus der Ruhe bringen. Gewann den Zweikampf vor dem 1:0. Ansonsten wenig spektakulär aber sehr solide. (2,5)

Neven Derbysieger: Verursachte den Elfmeter, als er versuchte einen Fehler von Hummels auszubügeln. Ansonsten gewohnt kompromisslos und von Szalai nicht zu überwinden. Vor dem Gegentreffer ließ Meyer ihn allerdings ziemlich alt aussehen. (3)

Weitgehend solide Partie mit Ausnahme der Situation, die zum Elfmeter führte. Mats Derbysieger: Weitgehend solide Partie mit Ausnahme der Situation, die zum Elfmeter führte. Die Offensive der Blauen war allerdings auch über weite Strecken nur ein laues Lüftchen und so hatte er wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. (3)

Marcel Derbysieger: Ließ auf seiner Seite nichts anbrennen und zeigte sich gegenüber dem Spiel in London schon besser in Form. Sein Gegenspieler Draxler fand praktisch überhaupt nicht statt. Musste zur Halbzeit nach der gelben Karte raus. (3)

Sven Derbysieger: Ist wieder eine echte Autorität im Mittelfeld. Spielte hart, ohne zu überziehen und ist in dieser Form aus der Pressingmaschine nicht wegzudenken. (2)

Nuri Derbysieger: Überragend. Rannte fast genauso viel wie Bender und warf sich defensiv in die Zweikämpfe. Dazu mit einigen großen Ideen und vielen guten kleinen Pässen. Es klappt noch nicht alles, aber er hat endlich wieder das Selbstvertrauen, was er für sein mitunter riskantes Spiel benötigt. Dazu noch ein brachialer Treffer. Was will man mehr? (1,5)

Pierre Derbysieger: Zu Beginn sehr auffälig. Tauchte nach seinem Tor aber mehr und mehr ab und es unterliefen ihm auch ein paar technische Fehler. Hat sich in das Dortmunder Defensivkonzept aber schon zu hundert Prozent eingearbeitet und lieferte sich mit Großkreutz ein Wechselspiel auf Rechts, das schon an die großen Piszczek-Blaszczykowski Zeiten erinnert. (2,5)

Ganz starke Leistung von MickiHenrikh Derbysieger: Ganz, ganz stark. An allen Toren entscheidend beteiligt. Dazu verteidigte er in vorderster Front und erstickte viele blaue Angriffsversuche schon im Keim. Sein box to box Sprint durch drei Blaue hindurch, nach dem er noch die Muße hatte Kuba den Ball perfekt aufzulegen, ist jetzt schon Legende. (1,5)

Marco Derbysieger: Auch er hatte einen ganz starken Tag erwischt. Ein eigenes Tor wollte ihm zwar nicht gelingen, aber seine Doppelpässe mit Mkhitaryan waren schon allein das Eintrittsgeld wert. Viel zu schnell für die Blaue Abwehr, auch gedanklich. (2)

Robert Derbysieger: Haute sich in seinem letzten Auswärtsderby ordentlich rein, agierte aber oft unglücklich, wenn er selbst zum Abschluss kam. (3,5)

Erik Derbysieger: Kam zur Pause für Schmelzer und ersetzte diesen ohne spürbaren Qualitätsverlust. Wenn der Junge noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen bekommt und in der Offensive mehr das Risiko sucht, wird er noch wertvoller für diese Mannschaft werden. (3)

Jakub Derbysieger: Kam rein und entschied das Spiel. Was will man von einem Joker mehr erwarten? (2)

Jonas Derbysieger: Durfte am Ende auch noch mitmachen und ist daher ein DERBYSIEGER!

Statistik

Kevins Freude kannte keine GrenzenBorussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer (46. Durm) - Bender, Sahin – Aubameyang (71. Blaszczykowski), Mkhitaryan, Reus (89. Hofmann)– Lewandowski

GE: Hildebrand - Uchida , Höwedes , Matip , Kolasinac (76. Jones) - Neustädter , Aogo , Fuchs (61. Meyer) - K.-P. Boateng  (82. Clemens), Draxler – Szalai

Tore: 0:1 Aubameyang (14., Reus), 0:2 Sahin (51. Mkhitaryan), 1:2 Meyer (62. Szalai) 1:3 Blaszczykowski (74. Mkhitaryan)

61.973 Zuschauer im Rattenloch an der A2

Stimmen

Roman Weidenfeller:

Ich habe ja damals schon das ein oder andere Mal mit Kevin (Boateng) Elfmeterschießen geübt und das ist immer sehr schwierig für einen Spieler, mit dem man zusammengespielt hat, zum Elfmeter anzutreten. Aber er wollte Stärke beweisen und die Verantwortung übernehmen. Aber diesmal war ich der Glückliche.

Wahre Emotionen bei Roman WeidenfellerWir haben das Spiel gut im Griff gehabt. Wir hatten uns auf eine harte Partie eingestellt und darauf dass wir fighten müssen bis zum Ende. Wir haben aber dennoch versucht auf diesem schweren Geläuf auch Fußball zu spielen.

Nein ich habe keine Angst vor unseren Fans, man darf da auch nicht alle über einen Kamm scheren. Wir plädieren weiter für ein friedvolles Derby. Emotionen gehören dazu, aber die Aggression muss raus, damit auch Familien immer ins Stadion gehen können. Daher appelliere ich an unsere Fans sich beim nächsten Mal ein bisschen ruhiger zu verhalten. Wir wollen alle gewinnen, wir sind alles Schwarzgelbe und wir geben alles für den Erfolg, aber nur auf eine normale, faire Art und Weise.

Nach dem Spiel habe ich mit den Fans gefeiert. Ich denke jeder hat gesehen, dass es heute nicht einfach war, weil wir auch unter der Woche ein schweres Spiel gegen Arsenal hatten. Das war eine perfekte Woche und jetzt hoffe ich, dass der Trainer mal gnädig ist und den ein oder anderen Tag frei gibt.

Jürgen Klopp:

Das war ein superintensives Spiel. Wir hatten den besseren Beginn und waren richtig gut im Spiel. Wir haben so verteidigt, wie wir das wollten und sind dann mit einer tollen Aktion mit 1:0 in Führung gegangen. Das Spiel ist dann offener geworden. Wir haben Räume hergegeben, die Schalke genutzt hat. Es gab dann nach Einwürfen zwei gefährliche Situationen, die Zweite führte zum Elfmeter. Da waren wir nicht wach genug. Zum Glück hat Roman den Elfmeter gehalten.

Die KloppfaustNach der Halbzeit haben wir mit einem Supertor das 2:0 gemacht. Das war ein wirklich toller Schuss von Nuri. Danach ist es wieder etwas offener geworden. Der Max Meyer hat dann noch richtig Betrieb gemacht und uns richtig Probleme bereitet, weil er sich superintelligent in den Räumen zwischen den beiden Ketten bewegt hat. Der Anschlusstreffer war in der Phase dann verdient.

Das Spiel wurde dann hektisch und noch intensiver. Beide Mannschaften haben alles versucht und wir setzen einen Sensationskonter durch Micky mit einer außergewöhnlichen Willensleistung. Ein toller Sprint, superintelligent gemacht und Kuba, der gerade frisch rein kam macht das 3:1. Wir haben das am Ende gut im Griff gehabt und sicher nicht unverdient gewonnen, aber das war eng, wie ein Derby wahrscheinlich sein muss.

Die Situation vor dem Anpfiff war unangenehm. Wir gewinnen hier ein Derby mit 3:1 und müssen die ganze Zeit über die Aktion vor dem Spiel sprechen und zwar zu Recht. Beide Mannschaften sind da nochmal aus ihrer Konzentrationsphase gerissen worden. Alle sind heiß und auf den Punkt konzentriert, wollen los legen und dann muss der Schiri alle nochmal zurückrufen.

Das sind natürlich unschöne Bilder. In so einem Moment schämt man sich für diese Bilder. Ich bin unfassbar oft stolz, aber auf die paar, die das gemacht haben, kann man nicht stolz sein. Wer glaubt, dass so etwas einer Mannschaft hilft, dem kann ich hiermit sagen: Das ist nicht der Fall. Das ist keine Atmosphäre sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Störfeuer. Die Mannschaft hat trotzdem gewonnen und nicht deshalb.

Nach dem intensiven Spiel hat aber von uns nach Schlusspfiff keiner mehr an diese Vorkommnisse gedacht und daher sind wir völlig unbeleckt in die Kurve gegangen. Daher habe ich auch nicht darüber nachgedacht, die Mannschaft nicht in die Kurve zu lassen. Wir waren ganz automatisch in dieser Richtung unterwegs. Uns ist aber allen klar, dass wir dagegen angehen müssen. Das sind zwar nur vereinzelte Leute, aber die dürfen in keiner Weise das Gefühl haben, dass sie dazugehören.

Das waren keine schönen Bilder, das hilft nicht, es ist verboten und wenn es so geschieht wie heute, ist es auch gefährlich. Daher ist es automatisch zu sanktionieren. Jetzt müssen wir aber gucken wie. Das passiert ja nicht nur bei uns, aber das macht es auch nicht besser. Das muss abgestellt werden.

Web, 27.10.2013


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