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schwatzgelber Saisonrückblick - 11.07.2012

Saison 1978/79: Neuanfang mit Dr. Rauball

Das BVB-LogoDie Nachbeben vom letzten Spieltag der vergangenen Saison sind noch nicht abgeebbt, da gab es in der neuen Saison schon weitere Brennpunkte. Erneut hatten die Borussen eine schwere Saison, in der man nur knapp den Klassenerhalt schaffte. Aber noch schlimmer ging es im Verein zu. Rebellion der Mannschaft gegen den Trainer, Burgsmüller wittert eine Kampagne gegen sich und eine Reihe von Abschiede bestimmte das Geschehen.  Doch am wichtigsten war der Wechsel der Vereinsspitze, Dr. Reinhard Rauball übernimmt (zum ersten Mal) das Boot und lenkt es in ruhigere Gewässer.

Am 1.07.1978 fand der Trainingsauftakt von Borussia Dortmund statt. Mit dabei die Neuzugänge Norbert Runge, Ralf Augustin, Eike Immel, D. Meyer, Theo Schneider und Weber. Und der neue Trainer Carl-Heinz Rühl gibt auch gleich ein Ziel vor: „Wir wollen in den UEFA-Pokal.“ Aber bevor man sich groß mit der neuen Saison beschäftigen kann, mussten vier Tage später alle Beteiligten an dem 0-12-Debakel gegen Gladbach vor dem DFB-Kontrollausschussvorsitzenden Kindermann eine Aussage abgeben. Am 06. Juli fand dann das erste Testspiel statt. Bei Hanau 93 erreichten die Dortmunder nur ein 1-1. Besser sah das nächste Freundschaftsspiel beim Lüner SV aus, denn dort gewann man klar mit 11-2. Am nächsten Tag gab die Borussia den aktuellen Dauerkartenverkauf bekannt. Bislang waren 4.500 Karten verkauft, was eine Einnahme von über einer Million DM bedeutete. Am 12. Juli fuhr die Mannschaft und das Betreuerteam zum sechstägigen Trainingslager nach Zeist (Niederlande). Vier Tage später konnte Borussia Dortmund einen neuen Trikotsponsor präsentieren. Es war der das Schwerter Unternehmen „Prestolith“, welches Polyester-Autospachtel herstellte. Dieser Kontrakt brachte Dortmund jährlich ca. 300.000 DM ein. Am Ende des Trainingslagers wurde auch der Kapitän des BVB bekannt gegeben. Es handelte sich um den Rechtsaußen, Lothar Huber.  Nach dem Trainingslager fanden weitere Testspiele statt. Am 19.07.1978 war der Gegner Bayer Uerdingen und die Dortmunder gewannen mit 4-0. Drei Tage später ging es zu Rot-Weiß Lüdenscheid und der BVB erreichte einen 3-1-Sieg.  Am nächsten Tag spielte man gegen Viktoria Köln und der Zweiligaaufsteiger konnte den Bundesligisten mit 1-4 besiegen. BVB-Trainer Rühl  war dabei weiter auf der Suche nach einem geeigneten Libero. Kurios endete das Testspiel gegen das englische Team von Arsenal London am  28. Juli. Da sich Torhüter Bertram eine tiefe Fleischwunde am Knie zuzog und man keinen Reservetorhüter hatte, musste Verteidiger Werner Schneider ins Tor gehen. Dieser kassierte dann auch drei Minuten vor dem Ende den 0-1-Endstand. Im letzten Vorbereitungsspiel vier Tage später spielten die Borussen beim VfB Altena und gewannen klar mit 5-0.

Am 5. August fand dann die 1. Runde des DFB-Pokals statt und der BVB musste vor 5.700 Zuschauern beim Verbandsligisten BSV Schwenningen antreten. Alleine Wolfgang Vöge sorgte mit seinen 6 Toren für den 14-1-Rekordsieg. Dazu trafen Manni Burgsmüller dreimal und Joachim Siewek zweimal. Außerdem erzielten Lothar Huber, Miroslav Votava und Peter Geyer die weiteren Tore. Schwenningen war nur ein besserer Sparringspartner. Als sich Siewek zwölf Minuten vor dem Ende verletzte, spielte Dortmund weiter mit zehn Mann. Besonders ärgerlich war für Eike Immel der Gegentreffer zum 10-1 von Killenberger. Es war sein erster Gegentreffer in einem Pflichtspiel des BVB. Vor dem ersten Bundesligaspiel am 12. August fand noch ein Freundschaftsspiel fünf Tage vorher gegen SC Kellerberg statt und die Borussen gewannen mit 5-0. Gegner im Westfalenstadion war beim ersten Spiel der FC Bayern München. Nach einer bravourösen Leistung des erst 17-jährigen Jugendnational-Torhüter Eike Immel bei seinem ersten Bundesligaspiel konnten die Dortmunder das Spiel durch ein Burgsmüller-Tor mit 1-0 für sich entscheiden. Drei Tage später fand dann ein Freundschaftspiel bei BV Selm statt und der BVB gewann standesgemäß mit 9-0.

Am nächsten Tag gab der Kontrollausschuss bekannt, dass man kein Verfahren gegen die beteiligten BVB-Spieler und den Ex-Trainer Rehhagel  einleiten werde. Nach dem der DFB-Chefankläger Kindermann die Beteiligten verhört hatte, entschied er, dass es bei einem Verweis wegen groben, unsportlichen Verhalten bliebe.  Die Ironie des Schicksals wollte es so, dass dann drei Tage nach dieser Entscheidung die Dortmunder zu dem Namensvetter nach Gladbach reisen mussten.  Und hier gelang sogar eine kleine Revanche gegen die Niederrheiner, denn man trennte sich mit 2-2. Nur eine Woche später kommt Werder Bremen ins Westfalenstadion und erneut können die Borussen einen 1-0-Sieg feiern. Damit lagen sie mit 5-1-Punkten auf dem dritten Platz. Am 02.09.1978 reiste Borussia Dortmund zum Nachbarn nach Bochum und beim VfL hatte der BVB keine Chance. Am Ende verlor man klar mit 1-4 beim neuen Tabellenzweiten. Aber nur eine Woche konnte man die Schmach wieder revidieren, denn im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gewann man nach einem offenem Schlagabtausch mit 4-3 dank eines Geyer-Tor kurz vor dem Schluss. Dabei feierte der erst 17-jährige Ralf Augustin ein vielversprechendes Debüt. Vier Tage später gab es ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft der USA und auch hier gewannen die Borussen, diesmal mit 4-0. Am nächsten Tag musste man den Ausfall von Wolfgang Frank hinnehmen, der am Meniskus operiert wurde. Bei der 0-4 Niederlage gegen Hertha BSC zwei Tage später erlebte Eike Immel einen rabenschwarzen Tag mit zwei entscheidenden Fehlern und wurde in der 60. Minute durch Bertram ersetzt.

Um die Abwehr zu verstärken, bemühen sich die Dortmunder um den Kölner Herbert Hein. Am 23. September musste der BVB in der zweiten Runde des DFB-Pokals zu Borussia Neunkirchen. Die Dortmunder konnten nur mit viel Glück ein Ausscheiden aus dem Pokal beim Zweitliga-Aufsteiger verhindern, indem man mit 0-0 nach Verlängerung das Spiel beendete. Dabei hatte der Tabellenletzte der 2. Bundesliga Süd sogar die besseren Chancen. Eine Woche später kam der 1. FC Köln ins Westfalenstadion  und auch hier endete das Spiel 0-0. Am 4. Oktober fand das Wiederholungsspiel im DFB-Pokal statt und diesmal konnte es der BVB mit einem glanzlosen 2-0-Sieg für sich entscheiden. Die Tore vor nur 7.000 Zuschauern erzielten in der 26. Minute Augustin und in der 48. Minute Geyer. Damit war der BVB in der dritten Runde.  Drei Tage später mussten die Dortmunder zum bis dahin sieglosen Schlusslicht Darmstadt 98 und zeigten wiederum eine schwache Leistung.  Nach der 2-3-Niederlage musste die Mannschaft von der Polizei vor ihren eigenen, erbosten Fans geschützt werden. Als direkte Maßnahme nach den enttäuschenden Leistungen setzte Trainer Rühl Sondertraining für mehrere Spieler an und verlängerte das Trainingslager vor dem nächsten Heimspiel gegen 1. FC Kaiserslautern um mehrere Tage. Außerdem mussten einige Spieler zu einer Unterredung mit dem Präsidenten. Am 14.10.1978 kam dann das Heimspiel gegen den Tabellenführer aus der Pfalz. Zwar zeigte vor allem Sigi Held eine überragende Leistung, doch der BVB verlor mit 2-3 und kassierte seine erste Heimniederlage in dieser Saison.


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