Highnoon in Brackel - U14 siegt 3:0 gegen Zebras
Samstag. Highnoon in Brackel. Die Sonne
brannte unbarmherzig auf die Köpfe der 22 Duellanten, die sich auf
dem sattgrünen, künstlichen Belag nach DIN V 18035-7 Aug in Aug
gegenüberstanden. Beide Teams in traditionellen Farben: Schwarz-gelb
auf der Heim- Zebrastreifen weiß und eine unbekannte zweite
Farbe auf der Auswärtsseite. Etwa 42 Dorfbewohner wohnten dem
Schauspiel bei. Während die BVB-Fanmeute der Profis sich
ein Vorglüh-Wettkampf in den Dortmunder Biergärten mit dem gelben
Himmelskörper lieferte, pfiff der Unparteiische die Begegnung an.
Die Pröpper-Boys auf Dortmunder-Seite noch ohne Gegentor und mit
zwei deutlichen Siegen in den U14-Nachwuchscup gestartet, waren klarer
Favorit gegen die ebenso noch punktverlust-freien Duisburger. Wobei
„Cup“ als Liga-Bezeichnung etwas irreführend ist. 14 Teams
kämpfen im normalen Ligabetrieb um den Titel. Absteiger gibt es
nicht. Während ich mir ein schattiges Plätzchen neben einem
Flutlichtmasten zur sonnenabgewannten Seite als Beobachtungspunkt für
die kommenden 80 Minuten (inkl. Pause) erwählte, erreichten mich die
ersten hämischen Nachrichten. „WO bist du? Bei den Minikickern?“
„Ich bin da, wo Fußball gelebt wird!“, kam als Antwort und ich sah gerade noch, wie nach einem ersten zielstrebigen Angriff des BVB
das Spielgerät fulminant an den Querbalken gedroschen wurde. Das
hätte nach zwei Minuten die Führung sein können. Das Heimteam mit
viel Druck zu Beginn, aber die kleinen Zebras standen erstaunlich
kompakt und mit guter Ordnung im Raum. Ein Blick auf die
Abschlusstabelle der letzten Saison brachte keine allzu erhellenden
Informationen, da jede U14 meist geschlossen am Ende zur U15
aufrückt.
Die Zebras ließen also kommen, die Borussia musste das
Spiel machen. Alles wie bei der „Ersten“. Coach Volker Pröpper
ließ daraufhin schon mal den Dosenöffner vorbereiten. Sah sich
und sein Team aber in den Anfangsminuten einigen Nadelstichen
ausgesetzt. Feiner Angriff über die rechte Abwehrseite des BVB aber
der Schuss strich am Gehäuse vorbei (6.). Drei Minuten später
die Borussia mit gleich mehreren Chancen. Erst rettete
der starke MSV-Keeper Yilmaz nach einem
langen Ball aus der eigenen Hälfte in höchster Not vor Amenyido, dann haute man gleich zweimal bei
guten Einschussmöglichkeiten über die Kugel.
Gästecoach Kruppe brachte die Probleme auf den Punkt: „Wir stehen
auf der 6 nicht gut!“ Seine Jungs erhörten ihn daraufin und beseitigten die
Schwierigkeiten im defensiven Mittelfeld in der Folgezeit. Was dazu
führte, dass der BVB nun verstärkt die Außen beackerte und bis zur
35. Minute nur noch einmal (17.) nach schönem Solo und
anschließendem Flachschuss, den Yilmaz exzellent aus der Ecke
fischte, gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchte.
Die
Zebras hingegen befreiten sich nun etwas von dem Druck, wobei der
Ballbesitz des Favoriten trotzdem weit über 50% lag und suchten ihre
Chance. In der 26. Minute gab es Freistoß für weiß plus
undefinierbar von der rechten Seite. Die Kugel fliegt hoch in den
Strafraum und zum entsetzen aller Borussen nach missglückter
Faustabwehr von Klatthaar in die Maschen. Links von mir explodierte
der Gäste“steher“, rechts hob der Schiri-Assistent die Fahne.
Abseits. Wütende Proteste und die Frage, was da nicht Regelkonform
gewesen sein soll. Ein gegnerischer Angreifer muss aus dem Abseits
kommend in den Kampf um den Ball eingegriffen haben, so die einzige
Erklärung. "Schwein gehabt", stand Trainer Pröpper ins Gesicht
geschrieben.
7 Minuten Kampf um den Ball später, war dann endlich
die richtige Büchse offen. Kösecik drehte sich am 16er mit dem
Rücken zum Tor und mit Ball am Fuß geschickt um die eigene Achse
und zauberte den Ball mit dem Außenriss im Fallen links in die Machen. Traumtor und 1:0 kurz vor der Pause (33.). Danach
zeigten die schwarz-gelben kurz, warum sie zu den Cup-Titelanwärtern
gehören: Kösecik zu Amenyido auf Scuderi sieht Burnic schickt
Sewing - Außennetz. Pause.
Der MSV besser als (selbst) erwartet, hätte mit etwas Glück ein torloses Unentschieden gehalten. Der BVB hatte die Partie trotzdem weitgehend im Griff, so dass das 1:0 in Ordnung ging. Die Zuschauer und ich lechzten derweil nach einer Erfrischung. Mein Wasser stand noch in der Trinkhalle, so dass ich feststellen muss, bei Jugendspielen des BVB gibt es im Verpflegungsbereich für die Fans noch einigen Verbesserungsbedarf. Nachdem ich die frohe Botschaft der Halbzeitführung unter den Vorglühern verkündet hatte, verstummten auch die Spötter und werteten dies als gutes Omen für die Partie der Profis gegen den FCA.Verlieren war sowieso verboten. Nach einer kurzweiligen Halbzeit dank interessanter Gesprächspartner unter der MSV-Elternschaft, ging es pünktlich um fünf vor eins unter wolkenlosem Himmel in die zweite Halbzeit.
Die ersten zehn Minuten wieder sehr
ausgeglichen. Die Borussia entdeckte die rechte Angriffsseite als den
wunden Punkt bei den Zebrastreifen und spielte fast nur noch über diese. Die Meidericher
suchte ihr Heil in Standards und einigen Einzelaktionen, waren aber
im entscheidenden Moment nicht zielstrebig und bissig genug, oder
wurden von der gut-arbeitenden Defensiv-Reihe abgefangen.
Auch die Außen erfüllten ihre Aufgabe konzentriert
und eifrig. Ein individueller Fehler nach einer Ecke entschied das
Spiel schließlich frühzeitig. Der Ball fliegt auf den Elferpunkt,
ein MSV-Bein legt - anstatt zu klären - mustergültig auf und das
2:0 war nur noch Formsache. Fritsch steht richtig und versenkt.
Robert Lewandowski kopierte dies gegen den FCA bei seinem 2:0. Fünf
Minuten später blieben dann keine Fragen mehr offen: Gewaltschuss
aus 16m in das linke obere Dreieck – 3:0 durch Kurt, nach einer Fehlerkette in
der Zebradeckung.
Sinnbildlich für fehlenden Glauben an eine
Siegchance, stand die beste Chance der Gäste in Halbzeit zwo: Aus
vermeintlicher Abseitsstellung heraus gestartet, zögert man zu
lange, anstatt auf den Torwart zuzulaufen und den Abschluss zu
suchen. Chance vertan. Ein etwas mutigerer Auftritt hätte das ein
oder andere Tor bedeuten können. Dagegen verhinderte der herausragende Keeper der Zebras mit einigen Paraden ein, zwei weitere Tore der Dortmunder. Am Ende gewann die U14 des
BVB hochverdient, der Gast war aber mehr als ein Sparringspartner.
Damit rückten die Jung-Borussen auf den zweiten Tabellenplatz vor,
hinter die mit ebenfalls drei Siegen gestarteten Vizepillen. Duisburg ist fünfter. Nächstes Spiel ist am 8.10. um 15 Uhr in
Essen gegen die U14 von Rot-Weiss.
Hingehen, Leute! Ist eh Länderspielpause.
U14-Trainer Volker Pröpper: „Hochverdienter Sieg meiner Jungs. 70-80% Ballbesitz. Das Abseitstor war sicherlich glücklich, aber in der zweiten Halbzeit haben wir mit den eingewechselten frischen Jungs dann alles klar gemacht.“
BVB-U14: Klatthaar, Husic, Fritsch (57. Warschewski), Binias (C), Hatap (36. Ünal), Sewing (51. Pieper), Kösecik, Güner, Scuderi (36. Kurt), Burnic, Amenyido
Tore: 1:0 Kösecik (33.), 2:0 Fritsch (46.), 3:0 Kurt (51.)
Schiedsrichter: Christian Lambrette (Arnsberg)
Zuschauer: 42, Fußballpark BVB, Dortmund-Brackel
walter09, 03.10.2011
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