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schwatzgelber Saisonrückblick - 12.10.2011

Saison 1999/2000 - Borussia zur Jahrtausendwende am Abgrund

Rückblick auf die Saison 1999/2000War die Saison 1998/99 schon nervenaufreibend für die BVB-Fans, so wurde es in der neuen Saison noch schlimmer. Man brauchte drei Trainer, um die Abstiegsgefahr zu bannen. Doch in diesem ganzen Dunkeln der Saison gab es auch ein kleines Licht,nämlich den Co-Trainer von Trainer Nr. 3: Ein gewisser Matthias Sammer.

Ende Juni gab der BVB bekannt, dass man bereits im Vorverkauf 40.000 Dauerkarten verkauft hatte, was ein hoher Vertrauensvorschuss war. Beim Trainingsauftakt am 05. Juli 1999 gab es in Dortmund dank der Millionensummen vom Rechtevermarkter Ufa viele neue Gesichter: Otto Addo von Hannover 96 (für 500.000 DM), Victor Ikpeba von AS Monaco (12 Mio. DM), Christian Wörns von Paris St. Germain (12,5 Mio. DM), Fredi Bobic vom VfB Stuttgart (11,5 Mio. DM), Sead Kapetanovic vom VfL Wolfsburg (ablösefrei) und Guiseppe „Billy" Reina von Arminia Bielefeld (5 Mio. DM). Dafür verliessen ein paar Spieler die Westfalen : „Icke" Häßler zog es nach seiner Leidenszeit zu 1860 München, Bashirou Salou wechselte zur Eintracht nach Frankfurt, Manfred „Manni" Binz wechselt zu den Offenbacher Kickers und Frank Riethmann wurde reamateurisiert. Dazu musste bekanntlich Harry Decheiver seine Karriere als Sportinvalide beenden. Zwei Tage später fand dann schon das erste Testspiel in der Nachbarschaft statt. Beim SC Aplerbeck gewonnen die Borussen erwartungsgemäß klar mit 16-1.

Das nächste Spiel war schon das erste Pflichtspiel, nämlich das Viertelfinalspiel im DFB-Ligapokal gegen Hertha BSC Berlin, welches die Dortmunder mit 2-1 gewannen. Schon drei Tage später fand das Halbfinale statt. Gegner war der FC Bayern München. Und der Meister gewann das Spiel dann mit 1-0 und warf den BVB raus. Was aber schlimmer für die Borussen war das , Jürgen Kohler sich verletzte (Bänderriss im Sprunggelenk) und fiel zehn Tage aus. Drei Tage nach dem Ausscheiden im Ligapokal trat die Borussia zu einem Testspiel beim SC Paderborn an und gewann mit 2-1. Allerdings verletzte sich dabei Ibrahim Tanko. Dem junge Stürmer riß das Syndesmoseband und warf ihn im Kampf um einen Stammplatz wieder zurück. Zwei weitere Spieler verlassen den BVB. Christian Timm ging für 900.000 DM zum 1. FC Köln, während Stephane Chapuisat nach achtjähriger Vereinszugehörigkeit zu den Grashoppers Zürich wechselte und dort einen Dreijahres-Vertrag unterschrieb. Am 23.07.1999 gab es ein BV-Duell, denn die Dortmunder Borussia spielte und gewann mit 5-1 beim BV Cloppenburg. Drei Tage später hieß der Gegner SV Meppen und die Borussen holten in Meppen ein 2-2-Unentschieden. Im nächsten Testspiel am Ende des Monats hieß der Gegner Benfica Lissabon und die Dortmunder gewinnen mit 2-0.

Am 1. August kam Lars Ricken mit der Nationalmannschaft vom Confederations Cup mit einer Leistenverletzung zurück. Bei dem Turnier gab es für Deutschland, wo auch Jens Lehmann dabei war, eine 0-4-Niederlage gegen Vize-Weltmeister Brasilien, eine 0-2-Niederlage gegen die USA und einen 2-0-Sieg gegen Neuseeland. In Arnheim nahm dann der BVB drei Tage später an einem Turnier teil. Im ersten Spiel verlor man gegen Real Saragossa mit 0-1, dafür gewann man mit 2-0 gegen Vitesse Arnheim. Drei Tage später fand das Abschiedsspiel für Michael Zorc vor 40.000 Zuschauern, der die Seiten wechselte und Funktionär im Verein wurde, im Westfalenstadion statt. Dortmunds Rekordspieler Zorc erzielt dabei einen Treffer, natürlich per Foulelfmeter (1-0). Am Ende trennte man sich schiedlich, friedlich mit 4-4. Die Reise nach Tschechien zur Qualifikation zur Champions League beim FK Teplice verlief erfolgreich, denn drei Tage nach dem Abschiedsspiel gewannen die Borussen mit 1-0. Die Personalplanungen beim BVB gingen weiter. Zum einen erhielt der dauerverletzte Matthias Sammer einen Einjahres-Vertrag. Außerdem verpflichtet Dortmund für 8 Mio. DM den brasilianischen Nationalspieler Aparecido Evanilson von Cruzeiro Belo Horzinte als Alternative für die rechte Abwehrseite.

Der erste Bundesligaspieltag beim 1. FC Kaiserslautern ging gründlich schief. Man verlor nicht nur das Spiel mit 0-1, sondern auch Sergej Barbarez durch eine Rote Karte wegen einer Unsportlichkeit. Eine Woche später konnte man dann aber beim Heimspiel gegen VfL Wolfsburg einen 2-1-Sieg rausholen. Vier Tage später trat man im Westfalenstadion zum Rückspiel in der Champions League-Qualifikation an. Auch hier gewann man mit 1-0 gegen FK Teplice und kommt in die Gruppenphase hinein. Weitere vier Tage später hieß der Gegner SSV Ulm und die Dortmunder gewinnen in Ulm mit 1-0 und bauten ihre Erfolgsserie aus. Am 11. September kam der SC Freiburg ins Westfalenstadion. Gegen die Breisgauer konnten die Borussen nur ein 1-1 herausholen. Drei Tage später ging es für die Dortmunder zum ersten Champion League-Gruppenspiel. Gegner war Feyenoord Rotterdam und obwohl die Dortmunder spielerisch überlegen war, konnten sie nur ein 1-1 erreichen. Das Spiel beim niederländischen Meister fand allerdings ohne Dortmunder Fans statt. Aufgrund der bekannten Gewaltbereitschaft der Rotterdamer Hooligans fand sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel kein Verkauf an Gästefans statt. So wurden die gefürchtete Krawalle verhindert. Das Spiel wurde im Westfalenstadion auf den Anzeigenwänden gezeigt, so dass dort die Fans das 1-1 von Fredi Bobic in der 71. Minute bejubeln konnten. Den Führungstreffer für die Niederländer besorgte vier Minuten vorher vor 45.000 Fans van Wonderen. Die Reise nach München am Wochenende danach war dann wieder erfolgreich. Borussia gewann mit 3-0 beim TSV 1860 München und blieb in der Bundesliga seit vier Spielen unbesiegt. Am zweiten Spieltag der Champions League hieß der Gegner im Westfalenstadion Boavista Porto. Die Dortmunder gewinnen mit 3-1 und träumten von der 2. Gruppenphase. Das schönste Tor des Tages erzielte Andy Möller mit einem raffinierten Freistoß aus halblinker Positionen ander Zwei-Mann-Mauer vorbei in den Winkel. Nicht nur der Gegner war überrascht, sondern auch die eigenen Spieler, die mit einer Flanke gerechnet hatten. Vor 38.000 Zuschauern erzielte Fredi Bobic in der 53. und 65. Minute die weitern Dortmunder Treffer. Den zwischenzeitigen Ausgleich erzielte Bento in der 44. Minute. In der Liga kam danach die Frankfurter Eintracht und man gewann knapp mit 1-0. Am dritten Spieltag des Meisterwettbewerbes hieß der Gegner Rosenborg Trondheim. Zwar gingen die Dortmunder im norwegischen „Kühlschrank" mit 2-0 in Führung, am Ende reichte es aber nur zu einem 2-2 bei den Norwegern. Vor 14.000 Zuschauern trafen Barbarez (11. Minute) und Kohler (22. Minute), doch noch vor der Pause konnten Sörensen (35. Minute) und Carew (42. Minute) den Endstand erzielen.

Am 02. Oktober 1999 kam Hansa Rostock ins Westfalenstadion und man siegte klar mit 3-0. Dabei konnte Neuzugang Ikpeba nach langer Durststrecke seine ersten beiden Treffer erzielen. Auch sonst war die Heimbilanz der Borussen beeindruckend. Seit dem 26.09.1998 hatten die Dortmunder 16 Siege und drei Unentschieden bei einem Torverhältnis von 39-11 vorzuweisen. Nach einer Pause von zehn Tagen fand die dritte Runde im DFB-Pokal statt. Die Dortmunder hatten in den ersten beiden Runden jeweils ein Freilos. Für die Borussen ging es nach Stuttgart zum Zweitligisten Stuttgarter Kickers. Der BVB enttäuschte und verlor klar mit 1-3. Kevric schoss die Schwaben in der 09. Minute in Führung, doch sein Mannschaftskollege Cassio sorgte sieben Minuten später für den Ausgleich. Das wollten die Dortmunder nicht auf sich sitzen lassen, so dass kurz vor der Pause Christian Wörns ebenfalls ein Eigentor erzielte. Die Entscheidung fiel in der 47. Minute vor 11.000 Zuschauer erneut durch Kevric. Dazu gab es noch eine Gelb-Rote Karte für Victor Ikpeba in der 55. Minute. Dafür lief es in der Bundesliga weiterhin gut. Bei Arminia Bielefeld gewannen die Dortmunder mit 2-0 und feierten ihren vierten Bundesligasieg in Folge ohne Gegentreffer. Sowas gab es zuletzt vor fünf Jahren (LINK einfügen). Am vierten Spieltag in der Champions League, gespielt wurde am 19.10.1999, kam Rosenborg Trondheim ins Westfalenstadion. Der BVB enttäuschte und verlor klar vor 40.000 Zuschauern mit 0-3. Die Tore erzielten zweimal Sörensen (17. und 58. Minute) und einmal Winsnes (70. Minute). Außerdem sah Lars Ricken in der 69. Minute die Gelb-Rote-Karte. Auch im der Bundesligaspiel kassierten die Dortmunder eine Heimniederlage. Gegen den SV Werder Bremen verlor man mit 1-3. Im nächsten Champions League Heimspiel gegen Feyenoord Rotterdam reichte es nur zu einem 1-1. Die Dortmunder rannten an, doch es gelang nur der Führungstreffer in der 44. Minute durch Otto Addo. Die Niederländer konnten in der 72. Minute vor 39.000 Zuschauer ausgleichen. Damit war das Weiterkommen in die 2. Gruppenphase gefährdet. Beim Hamburger SV reichte es für den BVB auch nur zu einem 1-1. Damit verlor der BVB seine Tabellenführung. Außerdem brach sich Micky Stevic nach einem Zusammenprall mit Cardoso das Nasenbein.


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