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schwatzgelber Saisonrückblick - 02.08.2012

Saison 1979/80: Fast Europapokal, denn mit Lattek kam der Erfolg

Das BVB-LogoNachdem in der vorherigen Saison gerade so der Klassenerhalt geschafft wurde, sollte der Startrainer Udo Lattek den BVB zu freundlicheren Ufern schippern. Unter der Prämisse „Neuaufbau, Verjüngung, Radikalkur“ sollte er nach den Wünschen des BVB-Präsidenten den sportlichen und finanziellen Umschwung schaffen. Und was kaum einer geglaubt hatte, der Udo schaffte das. Und der Weg führte fast in den Uefa-Cup. Außerdem schaffte man den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale und die erste Tabellenführung in der Bundesliga seit 9 Jahren. Obwohl man zwar nichts Zählbares am Ende hatte, konnte man eine gewisse Genugtuung für diese insgesamt positive Saison nicht verbergen.

Noch vor dem Trainingsbeginn gab es in Dortmund positive Neuigkeiten. Prestalith verlängerte seinen Werbevertrag mit dem BVB zu verbesserten Konditionen. Nun erhielt man für eine Saison 350.000 DM. Am 10. Juli startete das Training bei Borussia. Neben dem neuen Trainer gab es nur zwei externe, gestandene Profis: Libero Norbert Dörmann aus Gelsenkirchen und der Bochumer Mittelfeldspieler Paul Holz. Dazu noch junge Talente wie Meinolf Koch, Horst Freund und Karl Bracklow,die den Kader komplettierten. Außerdem machte er aus dem Störfaktor Manfred Burgsmüller den neuen Kapitän.  Drei Tage später fand dann das erste Testspiel statt. Beim SSV Werne gewann Dortmund klar mit 14-0. Am nächsten Tag spielte der BVB schon das nächste Spiel. Es handelte sich dabei um den Heimatverein ihres neuen Präsidenten, TSC Eintracht Dortmund. Und Burgsmüller alleine schoss schon fünf Treffer zum ungefährdeten 9-0-Sieg. Außerdem riss er bei diesem Spiel Dr. Rauball, der für die Kreisliga A-Mannschaft spielte, in einem Zweikampf ein Goldkettchen vom Hals. Drei Tage später gab es dann gegen Union Solingen ein 0-0. Aber die nächsten beiden Spiele am 19. und 21. Juli waren dann wieder erfolgreich.  Bei TuS Esens gab es ein 7-0 und gegen Eintracht Trier ein knappes 1-0. Zwei Tage später ging es zum Trainingslager in die niederländische Sportschule Zeist. Es folgten weitere Testspiele. Am 27.07.1979 gewann man gegen VfB/SC Kleve mit 2-0 und gegen die niederländische Mannschaft von SSV Schiedam folgte zwei Tage später ein 3-1. Am 31. Juli folgte gegen den FC Brügge eine 1-2-Niederlage, ehe es drei Tage danach wieder einen 2-0-Sieg bei Hellweg Lütgendortmund gab. Weitere drei Tage später trat der BVB gegen die große, spanische Mannschaft von Atletico Madrid an und die Borussen gewannen trotz Verletzungssorgen überraschend mit 3-1 und man holte sich neuen Mut für die kommende Bundesligasaison. Und auch das letzteTestspiel gewannen die Dortmunder beim SSV Unna/Mühlhausen mit 6-1. Der erste Spieltag konnte kommen.

Am 11. August musste Borussia Dortmund zur Eintracht nach Frankfurt und es folgte der erste Auswärtssieg seit dem 1. April 1978. Durch ein Tor von Wolfgang Vöge gewannen die Borussen mit 1-0. Eine Woche danach kam der 1. FC Köln ins Westfalenstadion. Mit einer taktisch und spielerisch starken Leistung werden die Rheinländer mit 3-1 niedergestreckt und Dortmund findet sich auf Platz zwei der Bundesligatabelle wieder. Während die BVB-Fans den Heilsbringer Lattek feiern, ist selbst Bundestrainer Jupp Derweil auf der Tribüne vom BVB beeindruckt. Erneut schoss Manni Burgsmüller fünf Treffer, diesmal eine Woche nach dem überraschenden Erfolg gegen Köln. In der ersten Runde des DFB-Pokal war der Bremer SV der Gegner und ging mit 7-0 unter. Vor 3.000 Zuschauer erzielten neben Burgsmüller auch Votava und Segler die weiteren Treffer. Drei Tage später spielte man wieder in Bremen, diesmal hieß der Gegner SV Werder und die Dortmunder verloren knapp mit 1-2 und kassierten ihre erste Saisonniederlage.  Am 1. September siegte Borussia Dortmund gegen Bayer Uerdingen mit Köpfchen. Mit drei Kopfballtreffern (zweimal Wolfgang Vöge und einmal Peter Geyer) drehten die Westfalen die Führung von Funkel für den Neuling aus Krefeld und gewannen mi 3-1. So konnte die Jahreshauptversammlung drei Tage später kommen. Mit überwältigender Mehrheit wurden sowohl Rauball als auch Vogt wiedergewählt. Für den Vizepräsident Führer rückte Rüdiger Petzold in den BVB-Vorstand auf. Außerdem wurde dann auch noch der BVB-Wirtschaftsrat entmachtet. Er hatte nun nur noch ein Mitbestimmungsrecht. Am wichtigsten war dann auch die Vertragsverlängerung für Trainer Udo Lattek. Sein Kontrakt wurde bis 1981 verlängert.

Vier Tage später fand das nächste Auswärtsspiel für die Borussen statt und durch zwei Burgsmüller-Tore konnte man erneut einen Auswärtssieg feiern. Das 2-0 bei TSV 1860 München bedeutete erneut den zweiten Platz in der Tabelle. Eine Woche danach zeigte Borussia eine eher schwache Partie gegen den Tabellenletzten aus Bochum. Mit nur 2-2 trennte man sich vom VfL, konnte aber endlich wieder Wolfgang Frank begrüßen, der sein Comeback über 90 Minuten nach mehr als einem Jahr feierte.  Am 22. September fand schon das nächste Heimspiel statt. Erneut war es Burgsmüller der beim 5-3-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf wieder drei Treffer erzielte. Damit konnte der BVB erstmals seit neun Jahren wieder die Tabellenspitze in der ersten Bundesliga übernehmen. Mit den 11-3-Punkten führte man vor Frankfurt und Stuttgart. Dies brachte Torjäger Burgsmüller zu einer Lobeshymne für den neuen Trainer Lattek: „Der beste Trainer, den ich je hatte!“ Eine Woche danach gab es die zweite Runde im DFB-Pokal und Borussia musste nach Frankfurt zum Zweitligisten FSV reisen. Zwar ging der BVB durch Dörmann nach einer Flanke von Theo Schneider in Führung (09.), aber in der 55. Minute erzielte Sarroca den Ausgleich vor 6.000 Zuschauern. Danach hatten die Frankfurter noch einen Pfostenschuss, doch die größeren Kraftreserven entschieden in der Verlängerung das Spiel. Dortmund gewann mit 3-1 durch die Tore von Burgsmüller (95.) und Hein (105.) und zog in die dritte Runde ein. Eine Woche später siegte die Borussia beim Verfolger VfB Stuttgart mit 2-1 und verteidigte die Tabellenführung. Dazu übernahm auch Burgsmüller mit sieben Treffern die Spitze in der Torjägerliste.  Vor dem nächsten Bundesligaspiel fand eine Woche später noch ein Freundschaftsspiel bei Teutonia Lippstadt statt und die Dortmunder gewannen klar mit 6-1. Am 19. Oktober gewann der BVB gegen Eintracht Braunschweig mit 2-0. Ein besonderes Spiel war der 2-0-Sieg für Burgsmüller, der dem Team seines „Intimfeinds“ Udo Maslo zwei Tor einschenkte und die Tabellenführung auf drei Punkte ausbaute. Zwar schosse eine Woche danach Burgsmüller seinen 10. Saisontreffer, aber beim Aufsteiger Bayer Leverkusen verlor man durch Überheblichkeit mit 1-2.

Am 3.11.1979 kam der Nachbar aus Gelsenkirchen ins Westfalenstadion. Zwar gingen diese mit 0-1 vor 54.000 Zuschauern in Führung, aber dank eines Doppelschlags von Geyer und Votava gewann man das Derby mit 2-1. Die Reise nach Hamburg in der nächsten Woche hätte sich Borussia sparen können. Man ging klar mit 0-4 unter und verlor gegen den Tabellenzweiten HSV die Tabellenführung. Eine Woche danach hatten die Dortmunder Pech. Beim 1-1 im heimischen Westfalenstadion gegen den Namensvetter aus Gladbach wurde ein reguläres Burgsmüller-Tor vom schwachen Schiedsrichter nicht anerkannt. Nach dem Spiel bestätigte Gästekeeper Kneib, dass der Ball bereits hinter der Linie war.  Zur gleichen Zeit wechselte Burghard Segler für 200.000 DM zum Zweitligisten Viktoria Köln. Am 21. November kam Mirko Votava als Einwechselspieler beim 3-1-Sieg gegen die UdSSR in Tiflis zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Drei Tage danach spielte der BVB beim FC Bayern München. Schon nach einer halben Stunde führten die Süddeutschen mit 3-0, am Ende rutschten die Westfalen nach der 2-4-Niederlage auf den vierten Platz ab. Doch am 1. Dezember konnten die Borussen in Dortmund dank der Burgsmüller-Treffer 13 und 14 einen ungefährdeten 4-1 gegen Hertha BSC feiern. Doch erneut nur eine Woche danach gibt es beim Auswärtsspiel in Duisburg die vierte Auswärtsniederlage in Folge, denn der MSV gewann mit 0-1. Doch das letzte Bundesligaspiel der Westfalen im Jahr 1979 entschädigte die Fans. Beim 6-2-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielte der überragende Mann Manfred Burgsmüller zwei Treffer und bereitete drei Tore vor. Doch das 16.000. Bundesligator erzielte ein anderer Borusse. Es war das 4-1 von Peter Geyer.  Damit beendete der BVB das Jahr auf Platz drei mit 22-12 Punkten und 37-26 Toren. Vor 31.000 Zuschauer spielte Borussia Dortmund am 28.12.1979 gegen eine Weltauswahl  in einem UNICEF-Wohltätigkeitsspiel mit 3-1. Somit konnte BVB-Präsident Dr. Rauball dem Weltkinderhilfswerk einen Scheck in Höhe von 425.000 DM überreichen. Einen Tag später fand in Dortmund das Hallenturnier statt und die Borussen scheiterten nach einem 3-3 gegen Duisburg und 0-2 gegen Gelsenkirchen bereits in der Vorrunde.


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