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schwatzgelber Saisonrückblick - 23.04.2011

Saison 1986/87 - Der BVB kehrt zurück nach Europa

BVB-LogoGerade dem Teufel von der Schüppe gesprungen (sprich den Abstieg durch den legendären Relegations-Marathon gegen Fortuna Köln verhindert), zeigt sich der BVB hervorragend erholt und landet den Überraschungscoup mit seinem vierten Platz in der Liga. Damit schafft man mit Dortmund den Einzug in den Uefa-Cup und begründet den Beginn des goldenen BVB-Zeitalters.

Am 01.07.1986 findet das erste Training zur neuen Saison statt. Neu dabei sind Wolfgang de Beer vom MSV Duisburg, Thomas Helmer von Arminia Bielefeld und, nach langen Verhandlungen, Frank Mill vom Namensvetter aus Gladbach. Außerdem unterschreibt Marcel Raducanu einen neuen Vertrag und Erdal Keser kommt zurück nach Dortmund. Ein weiterer Neuzugang ist der Trikotsponsor. Ab dieser Saison übernimmt die Versicherung Continentale den freigewordenen Platz auf dem Trikot. Fünf Tage später geht es für die Borussia ins Trainingslager nach Herzlake. Dort wird als neuer Mannschaftskapitän Dirk Hupe gewählt. Am 12. Juli findet dann das erste Testspiel der Saison gegen den SV Meppen statt und man trennt sich mit 1-1. Außerdem findet die Auslosung zum DFB-Pokal statt. Dortmund muss zum Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen reisen. Auch im zweiten Testspiel sechs Tage später kann die Borussia nicht gewinnen. Mit dem Karlsruher SC trennt man sich 3-3. Am 25.Juli schafft der BVB einen knappen Sieg (2-1) beim Deutschen Amateurmeister BVL Remscheid. Am 29.07.1986 veranstaltet Borussia Dortmund ein Turnier mit den Vereinen von PAOK Saloniki, Galatasaray Istanbul und dem FC Santos. Gegen PAOK gelingt ein ungefährdeter 4-0-Sieg, das Finale muss gegen Istanbul mit 0-3 verloren gegeben werden. Im letzten Test sieben Tage vor dem Saisonstart spielt Dortmund beim VfL Bochum. Beim 2-2 verletzt sich Torhüter Meyer. Als Saisonziel will man den Abstieg verhindern und einen Zuschauerschnitt von 23.000 erreichen.

Gleich am ersten Spieltag schafft die Borussia fast eine Sensation. Beim 2-2 in München gegen den FCB überrascht der BVB und hätte fast den Siegtreffer erzielt, wenn nicht Neuzugang Frank Mill seinen legendären Pfostentreffer präsentiert hätte. Dieser ließ Torhüter Pfaff aussteigen und rannte alleine auf das Tor zu. Trotzdem schaffte er es (vielleicht durch den hinten heranrasenden Bayernspieler irritiert) den Pfosten zu treffen. Damit hatte er auf Jahrzehnte einen vorderen Platz bei den Bundesliga-Kuriositäten gebucht. Der Bayern-Trainer sagte danach: „Ich überlege, ob ich dem Frank Mill nicht eine Prämie zahle". Eine Woche später schaffen die Borussen ein torloses 0-0 gegen Bayer Leverkusen, denn Ersatztorhüter de Beer rettet das Remis. Auch nach dem dritten Spieltag müssen die Borussen weiter auf ihren ersten Sieg warten. Beim SV Waldhof Mannheim kassiert man eine 1-2-Niederlage, das Dortmunder Tor erzielte Pagelsdorf. Ende August fand dann die erste Runde im DFB-Pokal statt. Die Dortmunder, die auf die Leistungsträger Torjäger Mill (entzündeter Ischiasnerv) und Spielmacher Raducanu (Muskelzerrung) verzichten mussten, gingen durch Mill-Vertreter Nobby Dickel und Kapitän Michael Zorc mit 2-0 in Führung. Die Oberhausener konnten durch den Niederländer Marinus van Roon verkürzen. Die Entscheidung fiel erst in der 91. Minute, als vier Gegner vor Teddy de Beer auftauchten und sich nicht einigen konnten, wer das Tor schießen soll. Die Dortmunder klären die Situation und leiten den Konter ein, den dann Norbert Dickel mit einem zweiten Treffer zum 3-1-Endstand beendet. Gegner in der zweiten Runde wird der Namensvetter aus Gladbach sein. Aber auch in der Liga kann Borussia gewinnen, gegen die Saarländer vom FC Homburg gibt es einen klaren 3-0 Sieg und auch vier Tage später bei Bayer Uerdingen gibt es durch drei Treffer von Frank Mill ein 4-2-Sieg. Überragende Spieler sind neben Mill auch Regisseur Marcel Raducanu und Torhüter Teddy de Beer.

Aber das Zwischenhoch ging vorbei, denn schon am 13.09. gab es eine Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart. Sieben Tage später findet das Derby in Gelsenkirchen statt. Zwar gehen die Borussen durch Pagelsdorf mit 1-0 in Führung, am Ende gewinnen die Gelsenkirchener mit 2-1. Ende September empfängt man im Westfalenstadionden Neuling Blau-Weiß Berlin. Bereits nach 26 Sekunden kann Mill seinen ersten Treffer erzielen, am Ende steht der 7-0-Kantersieg der Dortmunder. Und auch das nächste Heimspiel wird ein voller Erfolg. Beim 4-1-Sieg gegen die Fortuna aus Düsseldorf trifft Kapitän Michael Zorc gleich doppelt. Am 11. Oktober müssen die Borussen in die Domstadt zum 1. FC Köln fahren und schon nach 17 Minuten steht das Endergebnis fest. Der BVB verliert mit 0-2. Besser sieht es sechs Tage später aus. Borussia führt daheim gegen den 1.FC Nürnberg durch Treffer von Mill mit 2-0, aber nach einem halbstündigen Ausfall des Flutlichtsystems im Westfalenstadion erzielen die Franken ein 2-2. Ganz bitter wird die Reise nach Gladbach zum DFB-Pokal-Spiel in der 2. Runde. Dort war der BVB nur Außenseiter, da die Gladbach vier Tage zuvor im Uefa-Cup eine 5-1-Gala gegen Feyenoord hingelegt haben. Nur Thomas Helmer trifft bei der 1-6 Klatsche und kann den zwischenzeitigen Ausgleich erzielen. Im November geht es dann in den Norden zum Gastspiel beim HSV und auch dort reist man ohne Punkte ab. Zwar kann Norbert Dickel zwei Treffer erzielen, aber BVB verliert mit 2-4. Dafür kann man im heimischen Westfalenstadion ein 2-0 gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielen.


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