Sieg in Dresden – Barrios ist wieder da und trifft
Unser geliebter Ballspielverein bleibt auch nach dem heutigen Testspiel im Rudolf-Harbig-Stadion in der Vorbereitung ungeschlagen. Nach Toren von Shinji Kagawa und WM-Rückkehrer Lucas Barrios wurde die SG Dynamo verdient mit 2:1 besiegt.
Unter dem Motto „Schwarzgelbe Leidenschaft“ organisierte der Sportrechtevermarkter Sportfive / The Sport Promoters das heutige Testspiel unseres BVB gegen Dynamo Dresden. Also genau der Vermarkter, der sich auch in der nächsten Woche für das Testspiel gegen Manchester City im Westfalenstadion verantwortlich zeigt.
Da sich für mich kurzfristig eine Mitfahrgelegenheit gen Sachsen ergab, nutze ich diese Chance, zumal man ja in diesem Jahr dank Liga vier der Amas und dem Abstieg der Hertha aus der ersten Bundesliga leider nicht mehr so schnell in den Osten der Republik kommen wird. Aufgrund der Verkehrsproblematik bei den letzten Spielen der Amateure in Aue, Jena und Dresden entschied man sich für eine recht frühzeitige Anreise, so dass es bereits kurz nach zwölf aus der Westfalenmetropole mit dem Auto über die A44 Richtung Kassel gehen sollte. Auf der A44 dann die bekannten Baustellen, rund um Warburg wie immer einige Regenschauer, ehe es auf die A7 ging, die man im Gegensatz zu den letzten Busfahrern als den schnelleren Weg betrachtete. Auf der A4 dann ganz munteres Treiben, sofern die Bahn drei Spuren aufwies. Doch da dies aber mehr die Ausnahme darstellte und sich die ein oder andere einspurige Baustelle dazugesellte, zog sich die Fahrt wie Kaugummi. Bei uns in Westfalen mit dem gewohnten Berufsverkehr sind einspurige Baustellen wohl eher undenkbar. So ging es ohne weitere Besonderheiten vorbei an Eisenach, Erfurt, Jena – Lou-Bega und Chemnitz in die sächsische Landeshauptstadt.
Über 23.000 Zuschauer im RHS
Vor dem Stadion war dann auch schon gut was los. Schließlich war es nach dem Auswärtsspiel bei dem BTSV (2:1) für Dynamo Dresden der Saisonauftakt im Rudolf-Harbig-Stadion. Im Vorfeld, so hörte man, waren bereits über 10.000 Karten abgesetzt worden. Letztlich waren es über 23.000 schwarzgelbe Fans, die sich die Partie zwischen Schwarzgelb und Gelbschwarz anschauen wollten. Unter diesen 23.000 fanden sich bis zum Anpfiff auch fast 1.000 BVB-Fans im Gästeblock des RHS ein. Immer wieder faszinierend, wie viele Fans der BVB im Osten der Republik anzieht. Aus Dortmund und Umgebung dürften maximal zwanzig Fans den rund 500 km langen Weg angetreten haben. In Anbetracht des gerade erst beendeten Trainingslagers in Stegersbach/Österreich und den nahenden internationalen Spielen mehr als verständlich. Zu berichten gibt es aus dem Gästeblock folglich nichts besonders. Einige Zaunfahnen und Schwenker im Block und ein paar Gesänge während des Spiel waren durchaus okay, zumal für BVB-Testspiele ungewöhnlich, auf die zig Humbas und Gesänge à la „Steht auf wenn ihr Borussen seid“ verzichtet wurde. Gerne weiter so.
UD mit solidem Heimsupport
Anders dagegen die Heimkurve. Denn wie schon bei den Testspielen der Dresdner gegen Gelsenkirchen und Wien zog die Dresdner Kurve um Ultras Dynamo, heute im Übrigen ohne Ihre Freunde aus Zwickau, ihren Heimsupport im K-Block durch. Optisch mit einigen großen Schwenkfahnen zwar nicht ganz so mein Geschmack, akustisch allerdings durchaus sehen- bzw. hörenswert. Insbesondere wusste das „Wir gewinnen sowieso“ nach dem Dresdner Ausgleich sehr zu gefallen.
Und damit wären wir dann auch schon beim sportlichen Teil: Jürgen Klopp bot fast die Elf aus dem letzten Spiel gegen 1860 München auf. Für Schmelzer/Dede rückte Lukasz Piszczek auf die linke Außenbahn, Owomoyela kam auf der rechten Seite neu ins Team. Neu im Team waren zudem Kuba und Kagawa. Auf der Bank nahm dann endlich auch WM-Rückkehrer Lucas Barrios Platz. Von Nelson Valdez war dagegen überraschender Weise nichts zu sehen. Ebenfalls standen Rangelov und Kehl nicht im Kader. Das Spiel begann mit einer deutlichen Überlegenheit für den BVB. Insbesondere über die rechte Seite sorgte der BVB immer wieder für Gefahr. Hier zeigten sich Kuba, Kagawa und das Duo Bender/Sahin äußerst spielstark. Nach einer Flanke von Robert Lewandowski war es Japan-Neuzugang Shinji Kagawa, der den Ball unhaltbar für SGD-Torwart Kirsten über die Linie köpfte. Dem Japaner war seine Freude über seinen ersten Treffer für schwatzgelb förmlich ins Gesicht geschrieben. Als Torjubel wählte Shinji im Übrigen einen verhaltenen Lucas Barrios Torjubel. Mit der gezeigten Leistung ist Kagawa auf jeden Fall eine echte Option für das Pokalspiel in Burghausen. Nach der BVB-Führung versuchte Dynamo zwar endlich mal mit zwingenden Aktionen vor das Tor von Roman Weidenfeller zu kommen, wirklichen Erfolg konnten die Sachsen allerdings nicht verbuchen.
Barrios effektiver als Lewandowski
In der zweiten Halbzeit wechselte Klopp wie gewohnt munter durch. Den Anfang machten die Wechsel Hajnal und Götze für Großkreutz und Kagawa, was sich im weiteren Spielverlauf eher als Nachteil erwies. Denn nach dem Lattentreffer von Lewandowski, der mit seiner heutigen Leistung auch weiterhin noch stark Luft nach oben haben dürfte, kam die SGD plötzlich ins Spiel. Insbesondere durch eine nicht wirklich starke Leistung von Neven Subotic in der Innenverteidigung kamen die Sachsen immer wieder vor dem Tor in Szene. So war es letztlich Dynamos Sturmspitze Gundersen, der nach einem Eckball für den Ausgleich sorgte. Auch im weiteren Verlauf hatten die Dresdner noch zahlreiche Möglichkeiten um sogar in Führung zu gehen. Doch Roman Weidenfeller und Mats Hummels agierten in dieser Phase des Spiels mehr als souverän. So war es letztlich mal wieder Lucas Barrios, der nur etwa eine viertel Stunde nach seiner Einwechselung für Robert Lewandowski für die Entscheidung sorgte. Damit schaffte Barrios genau das, was sein Sturmkollege Lewandowski in den bisherigen Spielen nicht geschafft hatte. Aber man darf nicht vergessen, dass auch Lucas Barrios eine gewisse Eingewöhnungsphase benötigte. Diese sollte man auch Robert Lewandowski zugestehen.
Kuba verletzt raus
Bitterer Beigeschmack des 2:1 für Schwarzgelb war allerdings die Verletzung von Kuba, der nach dem Siegtreffer auf dem Boden liegen blieb und sich die Achillessehne hielt. Immerhin konnte er noch vom Platz humpeln, so dass wir mal hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist. In den letzten zehn Minuten setzte noch ein heftiger Platzregen ein, der das geordnete Weiterspielen doch arg erschwerte. So hatte der Schiedsrichter wenigstens einen Grund um pünktlich abzupfeifen. Der Großteil der Spieler kam dennoch triefend nass zum Gästeblock um sich bei den Dortmunder Fans für Ihre Anwesenheit zu bedanken.
Fazit
In Anbetracht des ersten Pokalspiels gegen Burghausen, erwies sich die SG Dynamo als idealer Gegner um den Ernstfall zu proben. Sicherlich klappte auch heute noch nicht alles perfekt, doch muss man berücksichtigen, dass sich der BVB weiterhin im intensiven Training befindet und wohl erst das letzte Testspiel auf der Bielefelder Alm wirkliche Aufschlüsse über die Verfassung des Teams geben wird. Bis dahin gehen noch fast zwei Wochen harte Trainingsarbeit ins Land. Für heute bleibt zumindest festzuhalten, dass das Mittelfeld mit Bender, Sahin, Kuba und Kagawa ebenso zu überzeugen weiß wie Weidenfeller, Hummels und Piszczek in der Abwehr.
Tommy, 28.07.2010
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