Lauer Auftakt zur Testspielsaison
Am Tag des WM-Finales begann auch der glorreiche BVB mit dem ersten Testspiel für die anstehende Saison 2010/2011. Dabei ging es zum Hagener Landesligisten SV Hohenlimburg 1910 ins Kirchenbergstadion. Zum 100. Geburtstag des Vereins ließ man sich nicht lumpen und verpflichtete den BVB als krönendes Geschenk. Bei nicht mehr ganz so schlimmen Temperaturen fielen zwar einige Tore, doch so richtig spektakulär war das Spiel leider nicht.
Es war ein typisches Testspiel, bei dem die einen Spieler die Partie ihres Lebens zelebrieren wollten, während die anderen Akteure nur schnell wieder weg wollen. Als Rahmenprogramm gab es das "Maxi-Paket-Testspiel in der Provinz DeLuxe" mit Cheerleadern, Norbert Dickel als Stadionsprecher, Salutschüssen möglichst lauter Musik sowie einem Trommel- und Blasorchester. Auch das obligatorische Torwandschießen in der Halbzeitpause durfte natürlich nicht fehlen (noch dazu, wenn es von der Firma des ersten Vorsitzenden gesponsert wurde).
Interessant waren jedoch zwei Personalien am Spielfeldrand. So ist der neue Spielertrainer der Hohenlimburger ein alter Bekannter beim BVB: Björn Mehnert, dem man jedoch auch deutlich ansah, seine aktive Karriere langsam ausklingen zu lassen. Auf Dortmunder Seite war ein japanisches Kamerateam auffällig, was sich jedoch nicht für die Hagener Botanik interessierte, sondern für Shinji Kagawa, der morgen beim Training offiziell vorgestellt wird, heute jedoch schon dem Treiben auf dem Rasen zusehen wollte. Er machte einen sehr sympathischen Eindruck und nahm sich ganz in japanischer Höflichkeit viel Zeit für alle Autogramm- und Fotowünsche.
Etwas kurios die Aufzählung der Ehrengäste von Seiten des Hohenlimburger Stadionsprechers, der im Wechsel mit Dickel das Spiel begleitete. So musste man nach Bekanntgabe des Namens "Dr. Reinhard Rauball" vermuten, dass entweder eine Fehlinformation vorlag oder aber Hohenlimburg eine südafrikanische Exklave ist. Auf Fan-Seite war nicht viel zu vermerken, außer dass ca. 20 Hohenlimburg-Ultras ihre schwarzen und weißen Schwenkfähnchen wedelten. Da wird sich Kaan-Marienborn in der nächsten Saison auf einiges gefasst machen müssen.
Lewandowski noch ohne Tor
Der Spielverlauf vor etwa 5.000 Zuschauern ist recht schnell erzählt. In der ersten Halbzeit richteten sich alle Blicke auf den Neuzugang Lewandowski, der keinen eigenen Treffer verbuchen konnte (auch weil die Heim-Torhüter sehr gut waren), aber seine Qualitäten zumindest andeutete. Dafür konnten sich jüngere Spieler wie Götze, Hornschuh und Stiepermann nicht nur wegen ihrer Tore in den Vordergrund spielen, wogegen besonders in der zweiten Hälfte vermeintlich etablierte Kräfte wie Rangelov, Hajnal und Santana zu oft Larifari spielten und insbesondere die Offensive noch nicht genug Torgeilheit geimpft zu haben scheint.
Der andere Neuzugang Piszczek konnte noch nicht überzeugen und hatte sogar einige Male richtig mit seinem dribbelstarken Gegenspieler zu kämpfen. Die um ihr Leben rennenden Gastgeber spielten teils sogar ganz gefällig mit, ohne ihre Defensive vollends zu entblößen, doch kamen sie bis auf eine Ecke und eine Chance (66.), die von Langerak entschlossen zunichte gemacht wurde, nicht entscheidend vor den Kasten der Schwatzgelben.
Feulner zeigt sich
Markus Feulner, der in der letzten Saison noch nicht einmal ein Mitläufer war, zeigte eine recht engagierte Leistung, die er mit zwei Toren zu krönen wusste. Das 8:0 war dabei ein trockener Distanzschuss auf fast dreißig Metern. Auffällig übrigens, dass der BVB mit drei Doppelschlägen zum 1:0/2:0, 6:0/7:0 sowie zum 8:0/9:0 aufwarten konnte, wobei der mit einer Gastspielberechtigung eingesetzte Antonio da Silva (er nutzt seine alten Kontakte zu Klopp aus Mainzer Zeiten) nur bedingt überzeugen konnte und auch noch sichtliche körperliche Probleme hat.
Alles in allem ein pflichtgemäßer Auftritt unserer Borussen, die bei diesen äußeren Bedingungen und nach harten Trainingstagen verständlicherweise nicht ganz bis an ihre Leistungsgrenzen gehen konnten oder wollten. Doch schon am Dienstagabend um 19.30 beim ambitionierten Regio
nalligisten SF Lotte wird es um einiges härter werden. Dort würden dann sicherlich manche Unkonzentriertheiten von heute härter bestraft werden. Dass Kagawa am Dienstag schon mitspielen wird, ist momentan eher zu verneinen.
BVB (1. HZ): Weidenfeller - Piszczek, Hornschuh, Santana, Schmelzer - Kehl, Bender - Stiepermann, Sahin, Götze - Lewandowski
BVB (2. HZ): Langerak - Owomoyela, Hornschuh, Santana, Dede - Feulner, da Silva - Öztekin, Hajnal, Großkreutz - Rangelov
Tore: 0:1 Götze (12.), 0:2 Hornschuh (13.), 0:3 Stiepermann (19.), 0:4 Kehl (22.), 0:5 Kehl (33.), 0:6 Feulner (70.), 0:7 da Silva (72.), 0:8 Feulner (85.), 0:9 Hajnal (86.)
Malte D, 12.07.2010
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