An alle Durchhalteparolen: Ihr seid gefragt!
Was machst du, wenn du nur verlierst? Ein Spiel nach dem anderen? Du stellst jeden Spieltag deine Mannschaft um, wechselst sogar den Torwart. Nach dem Spiel bleibt dir nichts anderes übrig, als dir Mut für das nächste Spiel zu zusprechen. Aber es bringt ja doch nichts. Dortmund II verliert auch gegen Aue (1:3).
Ordentliche Leistung...
Die Ausgangslage war eindeutig: Der Tabellenzweite und Aufstiegsaspirant – ok, dieses Jahr konnte sich vor Kurzem die halbe Liga so nennen – zu Gast bei Borussia II, die bis dato einfach keinen Fahrtwind aufnehmen wollte. Aue ist einer der Vereine, für die es sich als Zweitvertretung lohnt, in der 3. Liga zu spielen. Ist ja allemal besser als Lotte, Elversberg und Co. Bei diesem wichtigen Spiel durften Julian Koch (volle Konzentration auf die Profis) und Uwe Hünemeier (Sprungelenk angeschlagen) höchstens zugucken. Wie üblich nahm Theo Schneider wieder weitere Änderungen vor, so musste Focher nach nur wenigen Spielen wieder für Marcel Höttecke den Platz vor der Torlinie räumen. Die Polizei wollte sich diesen Kick ebenfalls nicht entgehen lassen und verteilte sich vor Nord, Ost und Südtribüne sowie im Stadion und vor allem im Gästeblock. Zu ihnen gesellten sich etwa 200 Aue-Fans, die aber, wie die BVB-Fans in Block H, über das gesamte Spiel hinweg keine großartige Lautstärke erreichten.
Die Gäste aus dem Erzgebirge starteten wie erwartet offensiv und mit Siegeswillen in das Spiel. Zwar konnte Höttecke einen 20-Meter-Schuss noch abwehren, war aber wenige Sekunden später machtlos. Nach einer Hereingabe von links brauchte Eric Agyemang den Ball einfach nur noch reinwemsen zack – 0:1. Das kurze Aufbäumen des BVB schenkte den Fans etwas Hoffnung auf eine Kehrtwende – aber nur für kurze Zeit. Zehn Minuten später zappelte das runde Leder wieder im Netz von Höttecke. Weil die Gäste locker und luftig spielen durften, konnte Eric Agyemang ungestört schiessen, Höttecke konnte zunächst noch klären, doch Jan Hochscheidt vollendete aus 16 Metern eiskalt und flach mit einem perfekten Schuss in die untere, rechte Ecke. 0:2 nach wenigen Minuten - das erinnerte natürlich ein wenig an die 0:3-Klatsche gegen Jena. Das einzig Positive an diesem Tage war bis zu dem Zeitpunkt die Körpersprache der Borussen. Beim Stand von 0:2 klingt es womöglich etwas paradox, aber der Siegeswille war doch – leicht – zu erkennen. Den endgütligen Schub brachte Schneiders Einwechslung Namens Daniel Ginczek. Keine fünf Minuten auf dem Platz, brachte er sich und seine Mannschaft mit einem exzellenten Schuss aus 16 Metern wieder ins Spiel. Aber die Gäste ließen ebenfalls nicht nach und als ein Auer aus fünf Metern frei zum Schuss kam, rechtfertigte Höttecke mit einer klasse Parade Schneiders Entscheidung, ihn wieder auf das Feld zu schicken.
Mit dem 2:1 und jeder Menge schwarz-gelbem Optimismus ging es in die Kabine.
...und stark nachgelassen
Nach dem Wiederanpfiff verpuffte dieser Hoffnungsschimmer jedoch schnell. Nach zehn Minuten, die der BVB komplett verschlafen hatte, kamen die Gäste wieder häufiger zum Zug. Und wieder einmal konnte Höttecke vorerst retten, der nächste Ball ging an die Latte, schließlich war Skerdilaid Curry zur Stelle und überwand Höttecke in Zusammenarbeit mit dem Innenpfosten. 3:1 - durch die altehrwürdige Rote Erde schallen „Wismut Aue“ Rufe, die übrigens genauso wie „Wück du Sau“-Grüße klingen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Gegentoren ließ die Schneider-Elf das Aufbäumen im Anschluss vermissen. Wenig später hatte der eingewechselte Sebsatian Glasner noch die Chance, von der Borussen-Abwehr mutterseelen allein gelassen, auf 3:1 zu erhöhen. Glück für Dortmund, dass Glasner das Kunststück vollbrachte, den Ball souverän direkt neben das Tor zu köpfen. An der letzlich mageren zweiten Hälfte konnte auch Yasin Öztekin in seinem ersten Einsatz vor heimischer Kulisse seit rund einem halben Jahr nichts ändern.
Und so gab es auch heute wieder eine Niederlage, aber das ist ja mittlerweile leider keine Überraschung mehr. Drei Punkte auf Bremen und somit einen Nichtabstiegsplatz sind locker aufzuholen. Die nächste Chance bietet sich am Sonntag in Erfurt, ehe schon nächste Mittwoch gegen Heidenheim wieder ein Heimspiel ansteht.
Sven, 14.4.2010
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