Der zweite Kopfball: Netter Fußball-Plausch

Jörg Weiler und Wilfried Wittke im GesprächWas für Fußball-Deutschland der Sonntagvormittag ist, soll für uns BVB-Fans der Montagabend werden. Während unsere Borussia beim „Doppelpass“ im DSF nur unregelmäßig im Mittelpunkt steht, soll das Format „Kopfball“ in diese Bresche springen und uns rund um den BVB unterhalten und informieren. Jeden Montagabend plaudern zwei BVB-Experten über alles, was rund um unseren Verein geschieht. Das Fazit nach zwei Veranstaltungen: Es macht Spaß.

Eine Woche ist es her, da bat Willi Wittke, ehemaliger Sportchef der Westfälischen Rundschau, zum BVB-Stammtisch „Kopfball“ ins Strobels am Stadion. Sein erster Gesprächspartner: Olli Müller, BVB-Kenner und als freier Journalist unter anderem für das DSF unterwegs. Ein vielversprechender Auftakt. Wittke und Müller spielten sich routiniert und vor allem sehr spontan die Bälle zu, ließen keine Frotzelei aus und plauderten doch sehr profund über unsere Borussia. Schnell wurde deutlich: Hier sprechen zwei Experten über eine Herzensangelegenheit. Mit 45 Minuten geriet die Kopfball-Premiere vielleicht zehn Minuten zu lang, doch am Ende passte doch irgendwie alles.

Lockere Diskussion zwischen Wittke und WeilerZum zweiten Termin gesellte sich nun Bild-Mann Jörg Weiler zu Wittke an den Tisch. Weiler versuchte gleich, an die Frotzeleien zwischen Müller und Wittke anzuschließen und fragte, ob die Sendung nun „Willi will’s wissen“ heiße – schließlich sei Wittke schon zum zweiten Mal dort. Der Scherz saß, doch im weiteren Verlauf war Weiler anzumerken, dass die freie Rede vor laufender Kamera (noch) nicht sein Ding ist. So wurde das Gespräch etwas zäher als beim ersten Mal, als Kamera-Profi Olli Müller souverän durch den Abend führte.

Wittke konfrontierte Weiler mit dessen Titel „Weltnixtorjäger“, den er vor Wochen Lucas Barrios verpasst hatte. „Jetzt ist er für dich ein Kandidat für Maradona – lustig, was ihr so alles schreibt“, so Wittke über die Bild-typische Sprunghaftigkeit. Nuri Sahin bescheinigte Weiler eine „sensationelle Entwicklung“.

Am Nachmittag vor der Veranstaltung hatte Organisator Pawel Rybak im schwatzgelb.de-Forum um User-Fragen gebeten. Drei davon wurden denn auch im Kopfball beantwortet.

DiskussionAuf die Frage, was die beiden Experten von Mats Hummels’ Entwicklung halten, brachte Weiler es am deutlichsten auf den Punkt: „Die Bayern kneifen sich in den Hintern, dass sie den abgegeben haben. Wenn Löw schlau ist, nimmt er ihn mit zur WM.“

Der zweite Fragesteller aus dem Forum wollte wissen, ob es nicht besser sei, bei Ecken den ersten Pfosten zu decken. Diese Diskussion sei „müßig“, waren sich Wittke und Weiler einig. Die Frage stelle sich nur, wenn etwas passiere. In der vorigen Saison habe Borussia den ersten Pfosten auch nicht gedeckt und es sei nie etwas passiert. Oder um’s mit Willi Wittke zu sagen: „Das kann man so und so sehen.“

Die dritte Frage drehte sich um Patrick Owomoyela und die mangelnde Konkurrenz auf der Rechtsverteidiger-Position. Wittke meinte hierzu, dass Owo Konkurrenz sicherlich gut täte und er dann noch die letzten zehn Prozent aus sich herauskitzeln könnte. Mit Julian Koch gebe es zwar einen Spieler, der einmal eine große Konkurrenz werden könnte, doch der sei noch sehr jung.

Blick ins StrobelsNach nur 28 Minuten war der zweite Kopfball vorbei. Eine unterhaltsame Veranstaltung, die zwar nicht ein Aha-Erlebnis nach dem anderen bietet, aber durchaus Spaß und Vorfreude aufs nächste Mal macht. Der nächste Kopfball findet wegen des Traditionsabends erst am Dienstag statt. Dann sitzt mit Radio 91.2-Chefredakteur Mathias Scherff wieder ein sehr eloquenter Gesprächspartner mit Willi Wittke am Tisch.

Auf fiflive.de steht die Folge zum Angucken bereit.

 desperado09,  Bilder: Mathias Kolta 27.10.2009