¡Bienvenido, Che Boludo!
Nun ist es klar: Lucas Barrios wechselt vom chilenischen Rekordmeister CSD Colo-Colo zur glorreichen Borussia. Die argentinische Sportzeitung Olé berichtet von 6,5 Millionen US-Dollar Ablöse für 100% der Transferrechte. Selbstverständlich ist das nicht - südamerikanische Vereine behalten oft einen Anteil der Rechte, um bei einem Weiterverkauf noch einmal zu kassieren.
Der kleine Lucas wurde im November 1984 in San Fernando, im Norden des Großraums Buenos Aires, geboren. Barrios spielte für drei kleinere Vereine, ehe er noch als Teenager zum CA Huracán (derzeit Vizemeister in Argentinien) wechselte, um dort in den Jugendmannschaften den Schliff für den Profifußball zu bekommen. Für die Jugendtrainer von Huracán war Barrios‘ Körper jedoch zu schwach, er hatte angeblich nicht die Statur um im Profifußball mithalten zu können. Barrios wollte seine Fußballkarriere eigentlich schon beenden.
Dann wechselte er jedoch zu den Argentinos Juniors, wo bereits Diego Maradona seine ersten Spiele gemacht hat. Für die „Bichos“ (Käfer, Spitzname der Juniors) debütierte er in der zweiten argentinischen Liga und verhalf ihnen prompt zur Rückkehr in die argentinische Eliteliga. Daraufhin kehrte Barrios von den Juniors zurück in den Norden von Buenos Aires und wechselte nach Tigre. In der Nähe dieses Stadions wuchs er in der Jugend auf, doch sein Glück sollte er hier nicht finden.
Schnell flüchtete er wieder zu den Argentinos Juniors, wo er jedoch auch keine echte Chance mehr bekam.
Barrios bekam einen Anruf aus Chile. Ein Verein hatte ihn bei der Reserve spielen sehen und wollte ihn verpflichten. Er zögerte nicht lange und ging nach Temuco in Südchile, er regelmäßig spielte und sich durch einige Tore einen Namen in Chile machen konnte. Barrios wollte es jedoch noch einmal in Argentinien versuchen und ging zu Tiro Federal nach Rosario (ca. 300 Kilometer von Buenos Aires entfernt) - doch weder er, noch der Rest der Mannschaft von Tiro Federal bewiesen Erstligatauglichkeit. Die Saison wurde als Tabellenletzter beendet.
Also sollte es für Barrios wieder zurück nach Chile gehen, dieses Mal in den hohen Norden nach Calama, um für Cobreola die Stiefel zu schnüren. Dort spielte er ein erfolgreiches Jahr, in 39 Spielen gelangen ihm immerhin 26 Tore. Dies sprach sich schnell herum, der FC Atlas aus Guadalajara in Mexiko wurde auf ihn aufmerksam und schnappte sich Barrios - doch auch dort konnte er sich nicht durchsetzen, als ihm in 14 Einsätzen nur ein Tor gelang. Es ging also wieder zurück
nach Chile, mit Colo-Colo lockte der beste Club des Landes. Humberto Suazo und Alexis Sanchez, eines der besten Sturmduos der Geschichte des Traditionsverseins, hatten den Verein verlassen - doch Barrios sollte es alleine schaffen, dieses Duo vergessen zu machen.
Mit einer unglaublichen Torquote schoss er Colo-Colo im Juni 2008 zur Vize-Meisterschaft der Apertura, als er im Halbfinale gegen Ñublense bei 2:0-Gesamtrückstand zwei Toren binnen der letzten zwei Minuten erzielte und insgesamt 19 Treffer markierte. Ein halbes Jahr später sollte es dann den ersten Meistertitel in Barrios‘ Karriere geben, als er in der Clausura weitere 18 Tore machte. Die Apertura-Meisterschaft 2009 verlief für Colo-Colo weniger erfolgreich, trotz 11 Toren von Barrios konnte der Club nicht unter die ersten acht Vereine der Tabelle kommen und sich damit nicht für die finalen Play-Offs qualifizieren.
Barrios ist schnell, kann mit dem rechten Fuß alles - mit dem Linken leider eher weniger. Ihn zeichnet ein Torriecher a lá Ulf Kirsten aus, in Chile sind jedoch auch nicht wenige froh, dass das Wechseltheater endlich vorbei ist, denn schon im Winter waren Wechsel nach Nancy und in die
Emirate fast perfekt, auch mit Hertha gab es konkrete Verhandlungen. In diesem (chilenischen) Winter das gleiche Spielchen mit Lazio, zahlreichen spanischen Vereinen und erneut dem Hauptstadtclub. Borussia tauchte erst relativ spät in den Medien als Interessent auf, konnte jedoch letztendlich schnell das Rennen machen.
Dortmund ist also Barrios‘ erste Station außerhalb eines spanisch-sprachigen Landes. Bisher hielt sich das schwarz-gelbe Glück mit Argentiniern ja noch vornehm zurück, bei Barrios ist jedoch alles möglich. Hoffen wir das Beste und auf viele Tore vom „Pantera“, wie er in Santiago genannt wurde.
¡Bienvenido en Dortmund, Che Boludo!
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