Gegen Spieltagsüberschneidungen – Jetzt ist die BVB-Führung am Zug
Nachdem am Donnerstag die Spielpläne der ersten und zweiten Bundesliga vorgestellt wurden, war nun gestern die dritte Liga mit unserer BVB-Zweitvertretung an der Reihe. Einmal mehr durfte man gestern die Planungskünste des DFB bewundern. Denn wie schon in den letzten Regionalligazeiten hat es der DFB auch dieses Mal geschafft, alle Spiele der Profis und Zweitvertretung so zu legen, dass sich die Heim- und Auswärtsspiel nicht miteinander überschneiden. Nur an den Spieltagen um den 5. Dezember ließ es sich nicht vermeiden, dass die Profis zu Hause gegen Nürnberg und die Amas gegen Holstein Kiel antreten – quasi der einzige Schönheitsfehler in der Hinrunde. Selbst möglichen Komplikationen welche die englische Woche Anfang September mit sich bringt kann der DFB recht elegant lösen, so dass der Rhythmus, bedingt durch ein nachfolgendes spielfreies Wochenende der Profis, beim Alten bleibt. Da zollen wir den DFB doch mal ordentlich Respekt vor so einer Meisterleistung.
Höhepunkte mit Jena, Dresden und BTSV
Zu den Höhepunkten gehören in der Hinrunde mit Sicherheit die Spiele gegen Jena (A), Dresden (H) und dem Braunschweiger TSV (H), die sich wie das Heimspiel gegen Kiel nicht mit den Spielen der Profis überschneiden werden. Insbesondere auf den Besuch im Ernst-Abbe-Sportfeld dürfte sich der ein oder andere aus der Szene unter Flutlicht besonders freuen.
Die Ansetzungen der ersten beiden Spieltage hätten allerdings aus BVB-Sicht nicht unglücklicher laufen können. Denn gleich am ersten Spieltag muss der BVB II in Burghausen antreten. Für den BVB und für viele Fans dürfte Burghausen Neuland bedeuten. Blöd nur, dass ausgerechnet am besagten 25. Juli das Jubiläumsturnier anlässlich des hundertjährigen Bestehens unserer magischen Borussia im Westfalenstadion ansteht. Viel ärgerlicher noch: Das Spiel ist bereits in der Dauerkarte mit enthalten, so dass einige wohl mit sich kämpfen werden, ob sie dem Spektakel im heimischen Westfalenstadion beiwohnen - oder lieber doch die 650 km gen Alpen antreten sollen.
Thema Flutlicht
Doch Burghausen bringt ein weiteres Problem mit sich. Denn nur vier Tage später gastiert ein alter Bekannter in der Westfalenmetropole – der Braunschweiger TSV. Aufgrund der Anstoßzeit von 19:30 Uhr wird wohl aufgrund der Flutlichtanlage im Stadion Rote Erde ein Gang ins bei Amateurspielen recht ungeliebte Westfalenstadion unausweichlich sein, sehr zum Ärgernis von BVB II-Manager Heinz Keppmann, der aufgrund des zu häufigen Ausweichens ins große Westfalenstadion mit deutlichen finanziellen Mehrbelastungen für den BVB rechnet. Dem DFB war dieses Thema durchaus bewusst, allerdings war man hier zu keinen Zugeständnissen bereit. Das Thema DFL und Umbau Bay-Arena in Bezug auf Flutlicht lässt hier grüßen.
Gerade zum Thema Flutlicht verstehe ich aber auch nicht die Planungen der Stadt Dortmund. Dass in der dritten Liga ein Wert von 800 LUX vorgeschrieben ist, wird wohl auch bei der Stadt Dortmund niemandem entgangen sein, zumal die Rote Erde im Jahr im Durchschnitt für fünfzehn Spiele der BVB-Zweitvertretung genutzt wird. Und ausgerechnet im Spätsommer 2008 wurde das Flutlicht erst vollkommen saniert. Aus einer schwachen 3 x 6 Strahler-Kombination wurde eine 3 x 4 Strahler-Kombination, allerdings mit stärkeren Strahlern auf vier Masten bzw. an der Osttribüne des Westfalenstadions, so dass letztlich ein Wert von über 500 LUX erreicht wurde. Dass diese Anlage trotzdem nicht für TV-Übertragungen geeignet ist, konnte man bereits in der letzten Saison bei Abendspielen der zweiten Mannschaft erahnen. Zu groß waren einfach die Löcher auf dem Spielfeld, die aufgrund der sehr geringen Anzahl an Strahlern entstehen. Ein Abfall der Helligkeit zum Spielfeldrand rundet diesen Mangel ab. Von daher sollte man hier schon Verständnis für DFB und den TV-Rechteinhaber zeigen. Eine gute Lösung wäre daher die Flutlichtpläne aus Ahlen oder Bremen Platz 11 zu übernehmen. Gerade das Bremer Konzept überzeugt mit 4 x 6 Strahlern der neusten Generation an insgesamt vier Masten, welches extra für die Spiele in der dritten Liga installiert wurde. Ahlen weiß mit 2 Masten mit 3 x 6 und zwei Masten mit 5 x 6 Strahlern der neusten Generation zu überzeugen. Ein Modell was auch für die Rote Erde denkbar wäre, zumal am Außenbereich der Osttribüne in der Vergangenheit ebenfalls 18 Strahler installiert wurde (aktuell nur 12). Hier muss der BVB auf eine schnelle Lösung mit der Stadt Dortmund drängen und notfalls im Alleingang eine neue Anlage vorfinanzieren. Denn spätestens im November benötigt man auch bei Anstoßzeiten um 14 Uhr eine entsprechende Anlage.
Eine Lösung muss her
Doch noch einmal zurück zu den Spieltagsansetzungen in der dritten Liga. Grundspieltag ist wie auch in der ersten Liga der Samstag. Allerdings sind für den Freitag und Sonntag jeweils bis zu zwei Partien möglich. Und genau in dieser Tatsache liegt die Hoffnung vieler BVB-Fans in ganz Deutschland begründet, dass die Spiele gegen den BTSV, Jena, Dresden und Kiel nicht die einzigen Besuche im Jahr 2009 bleiben werden.
Die BVB-Führung muss hier beim DFB vorstellig werden und eine Lösung im Sinne des BVB und auch im Sinne des Fairplay-Gedanken in der dritten Liga finden. Sicherlich kann man es Fans des FC Erzgebirge Aue, Wacker Burghausen oder 1. FC Heidenheim nicht zumuten auf einem Sonntag den Weg nach Westfalen anzutreten. Doch wann immer es möglich ist sollte doch schon versucht werden, dass möglichst wenig Spiele der Amateure zeitgleich mit denen der Profis statt finden. Denn das Totschlagargument des DFB / ZIS von möglichen Konflikten mit gegnerischen Anhängern konnte in der letzten Saison sowohl in der ersten als auch in der vierten Liga eindrucksvoll widerlegt werden. Insbesondere in der vierten Liga konnte das Auftreten eigentlich nicht besser sein. Lautstarke und kreative Auftritte mit z.T. beeindruckenden Choreografien sprechen eine deutliche Sprache. Ein Pyroverzicht und das tadellose Auftreten, selbst bei den Spielen in Essen, Münster, Gelsenkirchen/Wanne oder Worms, wo es weder Probleme mit der Polizei oder gegnerischen Fans gab, runden das Auftreten in der Saison 2008/09 ab. Selbst von den überregionalen Medien gab es en masse Lob für den Dortmunder Anhang. Warum also sollte es in der neuen Saison anders laufen?
Auch wäre es traurig, wenn gerade Heimspiele gegen Vereine wie Wiesbaden, Sandhausen oder Heidenheim, wo eh nicht mehr als fünfzig Zuschauer mit nach Westfalen reisen werden, wie gehabt vor 400 bis 600 Zuschauern angepfiffen werden. Dies wäre sicherlich ein Armutszeugnis für den DFB und die dritte Liga und wäre wohl auch für die Spieler auf dem Rasen ein Schlag in Gesicht. Ein Fußballspiel lebt nun mal auch von den Fans auf den Tribünen.
Unser Geschäftsführer Hans Joachim Watzke hat Mitte der Saison 2008/09 die permanenten Sonntagsspiele im Westfalenstadion bei der DFL moniert. Wie man weiß hat diese Kritik eindrucksvoll gefruchtet. Seit dieser Kritik wurde kein Heimspiel mehr auf dem ungeliebten Sonntag ausgetragen. Von daher wäre es mehr als grandios, wenn man Ähnliches mit den Spieltagsansetzungen in der dritten Liga in der Saison 2009/10 erreichen könnte. Wenn man nach den ersten Spielen merkt, dass dies doch nicht der richtige Weg ist, weil die Fans des BVB wider erwarten doch nicht so friedlich sind wie angenommen, so kann und so muss man das Konzept natürlich überdenken. Aber es wäre schon mehr als unverständlich, wenn man den eigenen Fans nicht die Möglichkeit zu dieser Selbstdisziplin gibt - gerade in Anbetracht der neuen und weiten Reiseziele wie Heidenheim, Sandhausen oder Aue.
Und ein Vorteil hätten möglichst wenige Spieltagsüberschneidungen von BVB und BVB II auch für Hans Joachim Watzke persönlich. Watzke könnte auch bei diesen Spielen persönlich im Stadion Rote Erde oder bei den Auswärtsspielen dabei sein und bräuchte sich nicht länger bei BVB II-Manager Heinz Keppmann darüber zu beschweren, dass dieser zuerst immer unseren Präsidenten Dr. Reinhard Rauball und dann erst ihn über die neuen Spielstände in der dritten Liga informiert.
Tommy, 03+1.07.2009
BVB-News
20.05.12
Interview zur Wechselausstellung im Borusseum
19.05.12
Aufstiegsfinale in Wuppertal - der Live Ticker ist dabei
19.05.12
Videos Pokalfinale BVB - Bayern München


