Und es gibt doch lilafarbene Kühe!

Alle Trikots der neuen Saison im ÜberblickNach fünf Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Sportartikelriesen Nike wechselt Borussia den Ausrüster zu Kappa. Am heutigen Mittwoch wurden endlich die lang ersehnten Jerseys im wunderschönen Westfalenstadion vorgestellt. Dabei trifft das Attribut "wunderschön" leider nicht auf alle Trikots zu.

Die Presseabteilung des BVB lud für 13 Uhr unter die Westtribüne, um in Anwesenheit der BVB-Geschäftsführer Watzke und Treß, der sportlichen Leitung Klopp und Zorc sowie der Kappa Deutschland-Geschäftsführung in Form von Herr und Frau Schmidt die Spielkleidung der kommenden Saison zu präsentieren. Aufgrund verkehrstechnischer Probleme bei der Anreise von Übungsleiter K begann die Vorstellung jedoch erst gegen 13.15 Uhr, was die anwesenden Journalisten und fünfzig Gewinner eines Gewinnspiels unseres Hauptsponsors dazu nutzten, sich noch ausreichend zu stärken. Mit Eintreffen von Jürgen Klopp begrüßte Josef Schneck dann alle Anwesenden und erklärte den Sinn der heutigen Veranstaltung.

Präsentation im Westfalenstadion"Die gelbe Wand bekommt einen neuen Anstrich - Der größte Kader der Welt hat einen neuen Ausrüster" ist das Motto, unter dem Kappa für die neuen Jerseys wirbt. Schneck erwähnte, dass die Vorfreude der Fans auf die Trikots so groß sei, dass "Hacker" es bereits am Montag geschafft hatten, etwas an die Öffentlichkeit zu bringen, was eigentlich verborgen bleiben sollte. Er deute diese Neugier jedoch als gutes Zeichen und übergab dann das Wort an Peter Schmidt. Dieser zeigte sich begeistert vom Vertragsabschluss mit dem BVB und sagte, dass Borussia mehr sei, als man sich bei Kappa nach dem Ausrüsterwechsel von Werder Bremen erhoffen konnte. "Wir wollten in der Bundesliga vertreten bleiben. Da ist ein Verein wie Dortmund natürlich das Größte!"

Danach ergriff seine Tochter Cornelia Schmidt das Wort und gab Preis, dass es eine große Herausforderung gewesen sei, für einen so großen Verein wie den BVB, ein Trikot entwerfen zu dürfen. Sie stellte klar, dass man sich absolut auf die Farben schwarz und gelb beschränkt hat und hofft, dabei ein würdiges Ergebnis für das Jubiläumsjahr des BVB geschaffen zu haben. Auf Rückfrage von Schneck stellte sie klar, dass man für die Spieler zwar den 2000 eingeführten, extra engen Schnitt beibehalten habe, es für die Fans aber auch Trikots in Übergrößen gebe.

Die neuen Trikots im Überblick.Dies rief Aki Watzke auf den Plan. Er fügte hinzu, dass man bei Borussia viel wert darauf gelegt hat, die Trikots Bier- und Bratwurst-kompatibel zu gestalten. Danach drückte er seine Zufriedenheit aus und betonte noch einmal deutlich, dass es Kappa gelungen sei, die Vorgaben umzusetzen. Man müsse sich beim BVB stark auf die Farben schwarz und gelb besinnen, da es in der Bundesliga haufenweise Vereine mit den Farben blau-weiß oder rot-weiß gäbe, schwarz-gelb aber in ganz Deutschland - "außer vielleicht in einem Umkreis von fünf Kilometern um Aachen" (und ziemlich sicher in Sachsen, Herr Watzke! Anm. d. Red.) - nur mit Borussia Dortmund verbunden würde.

Doch dann war es endlich soweit: Schneck rief neben zwei hübschen, unbekannten Damen Sebastian Kehl, Alex Frei, Roman Weidenfeller und Sven Bender heraus, welche die neuen Trikots auf der Kino im Stadion-Bühne präsentierten. Als erstes wurde dann Michael Zorc zu seiner Meinung gefragt. Der Sportdirektor geriet ins Schwärmen, er sei traurig, selbst nicht mehr aktiv zu sein, da er gern selbst in diesem tollen Trikot gespielt hätte. Jürgen Klopp merkte dann an, dass die enge Passform nicht nur sportlich aussähe, sondern dadurch sogar "die Fans auf der Osttribüne sehen können, ob die Spieler auf dem Rasen in einer guten Verfassung sind" (Umgekehrt wohl leider auch. Anm. d. Red.). Alex Frei entgegnete, zum schwarzen Ausweichtrikot befragt, schlicht: "Hoffentlich treffe ich damit auch mal auswärts."

Die Spieler und ihre Trikots aus der Nähe.Zuletzt erwähnte Cornelia Schmidt, dass neben der neuen, anthrazitfarbenen Trainingsausrüstung auch eine eigene Trainerkollektion für "Übungsleiter K" aufgelegt würde. Dieser nahm dies dankend zur Kenntnis und fügte an, dass er "damit auch endlich zuhause mal Übungsleiter sein" könne. Danach fragte er, ob die Trainerkollektion denn auch so eng geschnitten sei. Er könne sich das zwar erlauben, aber "Susi" Zorc wolle davon ja sicher auch mal was tragen - Gelächter auf der Tribüne und kleine Handgreiflichkeiten von Zorc gegen Klopp. Danach stellten sich die Spieler den Fotografen noch für Fotos, wobei auffiel, dass besonders Roman Weidenfeller mit seinem lilafarbenen (und ziemlich schrecklichen) Trikot für Einzelaufnahmen herhalten musste. Die Evonik-Gewinner bekamen, genau wie die Pressevertreter, jeweils ein Trikot und konnten sich danach noch einige Autogramme sichern, bevor die Präsentation ihr Ende fand.

Es bleibt festzuhalten, dass die neuen Trikots mit einer Ausnahme durchweg annehmbar sind. Man hätte, gerade im Jubiläumsjahr, sicher etwas besseres erwarten können, doch die Jerseys erfüllen vollkommen die Vorgabe nur schwarz-gelb zu verwenden. Das rote Ausweichtrikot besticht durch seine schlichte Form, während sich im schwarzen Dress die Strahlen des Jubiläumslogos wiederfinden. Das größte Missgeschick dürfte das lilafarbene Torwarttrikot darstellen, welches in seiner farblichen Zusammensetzung eine absolute Katastrophe für jeden Zuschauer (und Spieler, außer Roman Weidenfeller) darstellt. Wer sich darüber hinaus über die Anzahl und Anordnung der Kappa-Logos auf Ärmeln und Hosen beschwert, sollte sich ins Gedächtnis rufen, dass Adidas bei seinen Trikots an gleicher Position immer drei Längsstreifen einbaut. Das "Logoband" von Kappa ist sicher noch gewöhnungsbedürftig, wird beim Blick von der Tribüne aber ganz anders wirken und nicht mehr so negativ ins Auge fallen.

NeusserJens, 01.07.2009