BVB II - Schlacke II: Derbysieger, Spitzenreiter, Hey, Hey!

Schwatzgelber Jubel am Freitag in der Roten ErdeNach einem absolut geilen 4:2 der BVB-Amateure gegen den die Zweitvertretung der Schalenlosen aus dem wunderschönen Gelsendingens konnte man gleich zwei Sachen feiern: Den Derbysieg und die Tabellenführung, die nach Lauterns Niederlage gegen LU-Oggersheim erobert wurde. Doch der Weg zu diesem Derbysieg war ein langer, so musste der BVB gleich zwei Mal einem Rückstand hinterher rennen.

Aber der Reihe nach. Der ein oder andere fragte sich im Vorfeld des Spiels, wie viele Zuschauer in die Rote Erde pilgern würden. Man hatte eigentlich keinen Maßstab, wann fand zuletzt ein Amateur-Derby in der Roten Erde statt? Letztlich war die Zuschauerzahl keinesfalls eine Enttäuschung, so kamen an diesem Freitag Abend stolze 3637 Besucher, darunter auch Präsident Dr. Reinhard Rauball. Den Andrang konnten wohl auch die Verantwortlichen schlecht einschätzen, anders lassen sich die beiden scheinbar unendlich langen Schlangen vor den Kassen nicht erklären. Schon um 17.30 Uhr warteten etwa 300 Fans vor den Kassenhäuschen, um 18 Uhr bot sich einem noch das gleiche Bild. Schön, dass der Anpfiff für die noch wartenden Fans um 10 Minuten verschoben wurde.

Endlich im Stadion angekommen, dachte man sich wohl das gleiche wie vor dem Eingang: So voll war es lange nicht mehr! War die Anzahl der stehenden Fans auf der Haupttribüne in den vergangenen Spielen noch überschaubar, so reichte die Masse der Support-Willigen gut und gerne bis zum Pressebereich in der Mitte der Tribüne. Die Nord war ebenfalls gut besucht. Darüber hinaus hatten die zahlreichen Anhänger der Blauen die komplette Gegentribüne fest in ihrer Hand und...  Ok, Spaß beiseite. Wie zu erwarten, konnte man im Gästeblock nur knapp 20 Fans des falschen Vereins sichten, die sich in Volltreffer haltden folgenden zwei Stunden anschauen und anhören durften, wie man seine zweite Mannschaft richtig unterstützt.

Als die Spieler, darunter auch die normalerweise zum Profi-Kader zählenden Kullmann, Öztekin und Vrancic, wobei Theo Schneider auf Hünemeier verzichten musste, gegen 18.10 Uhr den Rasen betraten, gab es auf der Haupttribüne wieder einmal eine nette Choreo zu Ehren der Blauen anzuschauen. Die Voraussetzungen für einen schönen Fußballabend waren gegeben und das Spiel konnte beginnen.

In den ersten Halbzeit zeigten die BVB-Amateure wieder einmal weniger als sie eigentlich drauf haben. Die Gäste waren leicht überlegen und das 0:1 durch Traufetter in der 27. Minute kam mit Blick auf den Spielverlauf nicht gerade überraschend. Doch noch während sich die Dortmunder Anhänger über den Rückstand ärgerten und man irgendwie auch verwundert war, dass der gegen den Abstieg spielende Tabellendreizehnte in der Roten Erde Damir Vrancic im Zweikampfin Führung liegt, gab ihnen Daniel Ginczek Grund zum Jubeln und markierte nur eine Minute nach dem 0:1 den Ausgleich. Nun schien der BVB langsam ins Spiel zu finden. Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von Fährmann – genau, einer der Blau-Weißen Helden vom 3:3 im Profi-Derby – allerdings nicht. Als alles schon auf den Pausenpfiff wartete, taucht Egert plötzlich im Strafraum auf und macht das 2:1 für das Blaukraut. Eines war klar: Es musste sich was ändern, wenn man nach 90 Minuten einen Derbysieg feiern wollte.

Hoch motiviert betraten die Schwarzgelben unter den Sprechchören des BVB-Anhangs „Wir wollen den Derbysieg“ den Rasen und zeigten vortan das, was man als Spieler mit dem BVB auf der Brust vor allem in einem Derby zeigen muss: Siegeswillen, Kampf und Spielfreude. Das übertrug sich natürlich auch auf die Ränge, wo es zeitweise richtig laut wurde. In der 65. Minute war es dann endlich soweit. Marcel Großkeutz steigt hoch und netzt mit einem klasse Kopfball zum verdienten Ausgleich ein. Anschließend gab es im BVB-Block kein Halten mehr, spätestens jetzt erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Der BVB war nun permanent am Drücker, dominierte das Spiel. Die längst verdiente Führung wollte – vorerst – aber einfach nicht fallen. Zu allem Überfluss gingen die Blauen fast noch selbst in Führung, doch Focher konnte parieren. Umso überraschender kam zwei Minuten später der unerwartete Schuss von Öztekin aus gut 20 Metern. Ein Sahnehäubchen-Tor des 22-Jährigen zum 3:2.

Yasin Öztekin bejubelt seinen FührungstrefferJetzt war das Spiel gegessen und auf den Rängen wurde schon einmal überschwänglich der Derbysieg gefeiert. Schade, dass dabei nicht das ganze Stadion mitgemacht hat. Aber auch so war es laut und eine tolle Werbung für Stadionbesuche bei der zweiten Mannschaft, die mit ihrer überragenden Leistung auch für sich geworben hatte. Ein Tor sollte schließlich noch fallen. Allerdings war es nicht Daniel Ginczek, der freistehend neben das Tor schoss, sondern Mehmet Boztepe – übrigens im Aktuellen Sportstudio zum Torwandschießen zu Gast – der eiskalt zum 4:2 Endstand einnetzte.

Nach dem Abpfiff wurde die Mannschaft minutenlang gefeiert und Marcel Großkreutz stimmte das mittlerweile altbewährte „Ballspielverein Borussia aus Dortmund...“ an. Wie schon zu Beginn erwähnt, sind unsere Amas nun wieder Tabellenführer und haben zwei Punkte Vorsprung auf Kaiserslautern II. Am nächsten Samstag kommt es zu einem echten Spitzenspiel, wenn der BVB in Lautern gastiert.

Auf das, was am Freitagabend in der Roten Erde los war, können wir Dortmunder richtig stolz sein. Hoffentlich bleibt das Derby kein Einzelfall und man kann zumindest am letzten Spieltag gegen Essen – leider das nächste Spiel, bei dem sich ein Heimspiel der Amas nicht mit einem Spiel der Profis überschneidet - wieder diese Zuschauerzahl und Stimmung erreichen.

Stimmen und Stimmung nach dem Derbysieg auf diesem Video. Weitere Videos von schwatzgelb.de findet Ihr hier.

Fakten, Fakten, Fakten

Mehmet Boztepe krönte den schwarzgelben AbendBVB II: Focher - Koch, Großkreutz, Gordon, Vrzogic (62. Boztepe) - Hillenbrand, Vrancic, Tyrala (82. Hille) - Öztekin (90. Piossek) - Kullmann, Ginczek

Deprimierter Haufen II: Fährmann - Kraska, Kilian, Thorwart, Tumanan (88. Kühn) - Grossmüller, Hasanbegovic, Traufetter, Erkaya - Erwig (77. Thamm), Lorenz (79. Savranlioglu).

Tore: 0:1 Traufetter (27.), 1:1 Ginczek (28.), 1:2 Erwig (45.), 2:2 Großkreutz (65.), 3:2 Öztekin (85.), 4:2 Boztepe (90 + 2)

Zuschauer: Dreitausendsechshundertsiebenunddreißig!

Gelbe Karten: Kullmann, Boztepe – Hasanbegovic, Thorwart

Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)

Sven, 19.04.2009