Offener Brief an Hans Joachim Watze zum Thema Handballetat bei Borussia Dortmund
Dortmund, 30.01.2009
Sehr geehrter Herr Watzke,
die im Jubiläumsjahr viel zitierte BVB-Familie droht sich stark zu verkleinern. Die Handballabteilung leidet. Doch anstatt sich gegenseitig zu helfen, wie es eigentlich in einer Familie üblich sein sollte, passiert dies nicht. Im Gegenteil, man bekommt sogar den Eindruck, dass das scheinbar ungeliebte Stiefkind „in die Pathologie“ gewünscht wird. Auch wenn die Handballabteilung etwas mehr Kosten verursacht als Geld einbringt, handelt es sich bei ihr doch um einen sehr beliebten und lebendigen Teil der BVB-Familie.
Würde denn die weitere Finanzierung der Handballabteilung die restlichen Familienmitglieder zu stark belasten? Es geht schließlich nur um eine vergleichbar geringe Summe des Gesamtetats der KGaA, dem größten Geldgeber der Abteilung des e.V.. Verdient ein einzelner Fußballprofi doch innerhalb kürzester Zeit ein Gehalt, das dem Jahreszuschuss der KGaA an die Handballabteilung entspricht.
Auch wenn der aktuelle Tabellenplatz der ersten Mannschaft einen Abstieg befürchten lässt, darf man gerade in dieser schwierigen Phase die Handballdamen nicht fallen lassen, sondern muss ihnen unterstützend zur Seite stehen, damit sie an die Erfolge der vergangen Jahre wieder anknüpfen können. Außerdem verdient der Jugendbereich aktuell viel Beachtung und lässt mit gewonnen Meister- und Vizemeisterschaften auf eine bessere Zukunft hoffen.
Die Handballabteilung besteht nun seit 1924, ihre Damenmannschaft, als erste Dortmunds, seit 1926. Tradition, ebenfalls anlässlich des 100jährigen Bestehens gern zitiert, lässt sich ihr also keinesfalls absprechen.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der die Mannschaft lautstark unterstützenden Zuschauer in der Halle Wellinghofen und auch Auswärts immer weiter angestiegen. Mit Fug und Recht können wir behaupten, dass der BVB zumindest auf dieser Ebene eine führende Rolle in ganz Deutschland eingenommen hat.
Der BVB und die Sportstadt Dortmund brauchen unserer Meinung nach den Handball, da ein Verein, und ganz besonders unser geliebter Ballspielverein, mehr als ein Wirtschaftsunternehmen ist und auch bleiben sollte.
Mit schwarz-gelbem Gruß,
Handball Sympathisanten Dortmund
Redaktion, 02.02.2009
Dies ist ein Gastautorenbeitrag. Gastautorenbeiträge stimmen nicht immer mit der Meinung der Redaktion überein.
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