Wichtiger Sieg für BVB II
Was für ein Befreiungsschlag! Nachdem das für vergangenen Samstag angesetzte Spiel den Witterungsverhältnissen nachgeben musste, ließen die Amateure des BVB im Nachholspiel am Mittwoch Abend weder Willen noch Einsatz vermissen und besiegten den BV Cloppenburg in einem unspektakulärem Spiel souverän mit 3:0 Toren. Die Frage des Abends war nicht, ob dem BVB ein Sieg gelingen, sondern die, wie sich der an die Reserve ausgeliehene Giovanni Federico schlagen würde.
Vor dem Spiel herrschte beim den Amateuren des schwatzgelben Ballspielvereins so etwas wie Erfolgsdruck vor. Nach der 1:2 Niederlage am vorletzten Samstag in Trier musste nun ein Sieg her, damit man den Anschluss an die Tabellenspitze - der Rückstand auf Kaiserslautern II betrug vor dem Spiel sieben Punkte - nicht verliert. Zu oft hat die Mannschaft von Trainer Theo Schneider infolge von Unkonzentriertheit schon gewonnen geglaubte Spiele aus der Hand gegeben. Bei dem Ballspielverein aus Niedersachsen hingegen wird fehlender Siegeswille und fehlende Leidenschaft auf dem Platz beklagt Nicht verwunderlich also, dass der BVC vor dem Spiel in Besitz der Roten Laterne war. BVC-Trainer Frank Schulz wurde auf der Vereinshompage zitiert, er wolle in Dortmund „Spieler sehen, die sich für den Verein und seine Fans absolut den A.... aufreißen“. Diese Art der Motivation hatte aber letztlich nichts genutzt.
Auf Seiten des BVB durfte man, wenn man einen Blick auf die Mannschaft warf die Theo Schneider auf das Feld schickte, mehr als selbstbewusst in die Partie gehen. Kapitän Uwe Hünemeier – er fehlte in Trier, da er in den Profikader berufen wurde – stand der „Zweiten“ ebenso zur Verfügung wie Marcel Schmelzer, Marc-André Kruska, Bajram Sadrijaj und eben Giovanni Federico, der bei den Profis momentan ohne jegliche Aussicht auf einen Einsatz ist und in Kontakt mit seinem Ex-Klub, dem Karlsruher SC, stehen soll. Der Ein oder Andere durfte also gespannt sein, ob Giovanni nun in der 4.Liga den Kampf um seine Zukunft bei Borussia auf sich nehmen würde oder überhaupt auf sich nehmen wollte. Aufgrund dieser Personalien mussten Marcel Großkreutz, Jörn Neumeister und Sebastian Hille auf der Bank Platz nehmen. Einzig Yasin Öztekin fiel aus, da er in Trier die Gelb-Rote Karte sah. Der BVC musste auf die beiden Manndecker Christian Willen (Gelb-Rot gesperrt) und Joe Yankson (Anbruch des Mittelfußes) verzichten. Desweiteren gab es auch bei Cloppenburg ein wenig Bundesliga-Glanz, da der zwischenzeitlich in die Reserve des BVC verbannte und langjährige Bundesliga-Spieler Andre Breitenreiter in Dortmund wieder in der „Ersten“ von Cloppenburg spielen durfte. Den erfahrenen BVB-Fans dürfte der Nachnahme des BVC-Spielers Kai Koitka bekannt vorkommen, sein Vater Jupp spielte insgesamt 15 Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga.
Kurz nachdem Schiedsrichter Karl-Markus Schumacher das Spiel vor 581 Zuschauern, darunter über hundert Sangeswillige in der Amaskurve und eine Bulli-Besatzung aus Cloppenburg auf der Gegengerade, in der Roten Erde angepfiffen hatte, wurde klar, wer dieses Spiel dominieren sollte. Mit viel Elan gingen die Amateure der Borussia in das Spiel und folglich ließ das erste Tor des Spiels nicht lange auf sich warten. Nach schöner Vorarbeit vollendete Christopher Kullmann in der 09.Minute zum 1:0. Saisontor Nummer acht für Kullmann, der immer wichtiger für die Amateure wird. Die Weichen für einen haushohen Kantersieg über den Tabellenletzten waren also gestellt, dachte man zumindest. Doch so wirklich gefährlich kam der BVB abgesehen von ein, zwei Schüssen nicht mehr vor das Tor von BVC-Torwart Tilling. Es sei denn, Cloppenburg leistet Nachhilfe. So geschehen in der 32. Minute. Infolge eines Missverständnisses zwischen Tilling und einem Abwehrspieler, kam Damir Vrancic an den Ball, traf jedoch das Tor nicht. Da von Cloppenburger Seite keinerlei nennenswerten Aktionen zu sehen waren, verkam das Spiel bis zur Halbzeit zu einem müden und einseitigem Spiel.
Auffällig war dennoch, dass Giovanni Federico mit schönen Pässen glänzte. Dies geschah vor den Augen des offensichtlich blendet gelaunten Jürgen Klopp, der gemeinsam mit Teddy de Beer und Aki Watzke 20 Minuten verspätet auf der Tribüne Platz nahm. Ein bis dato souveräner BVB, der nicht mehr tat als erforderlich, was an diesem Abend gegen Cloppenburg auch ausreichte. Auch der eben erwähnte Federico konnte durchaus mit seiner Leistung zufrieden sein. Auffällig waren die Gäste aus Niedersachsen ausschließlich bei Fouls in der Hälfte des BVC, sodass der mehrmalige Freistoßschütze Kruska nicht im Unrecht wäre, wenn er für seine Wege zur Ausführung der Freistöße Kilometergeld verlangen würde.
Unverändert kamen beide Mannschaften aus der Kabine, personell gab es nur auf der Tribüne eine Veränderung, wo sich letztlich auch noch Michael Zorc einfand Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste. Der BVB spielte nach vorne und so fiel einmal mehr das frühe Tor. Nach einem exzellenten Doppelpass von Kullmann und Federico setzte sich erstgenannter bis zum Tor durch und markierte sein 09. Saisontor.
2:0 für den BVB und als Cloppenburger musste man schon sehr optimistisch veranlagt sein, damit man zu diesem Zeitpunkt noch an einen Sieg glaubte. Der BVC setzte seine Serie an Foulspielen eifrig fort, was ihnen in der 72. Minute zum Verhängnis wurde, als Hünemeier im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Nach dieser Aktion vom Kapitän der Cloppenburger zeigte Schiedsrichter Karl-Markus Schumacher auf den Punkt und es ergab sich für Damir Vrancic die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Anders als im Spiel gegen Köln II, als er rechts vorbei schoss, entschied er sich diesmal für „Unten-Links“ und ließ Tilling keine Chance. Zum Ende ergaben sich für den BVC noch zwei Tormöglichkeiten, darunter ein Lattenschuss, doch Lukas Kruse, der sich gegen die schwachen Gäste nur bedingt auszeichnen konnte, behielt seine weiße Weste. Nach Abpfiff ging es für die meisten der BVB-Spieler zur Nordkurve, wo man gemeinsam mit den Fans den 3:0 Sieg feierte.
Fazit
Eine souveräne Leistung des BVB gegen einen schwachen Gegner aus Niedersachen, der die Niederlage ohne erkennbare Gegenwehr hinnahm. Die von den Profis ausgeliehenen Spieler wussten zu überzeugen, allen voran Federico, von dem man sagen kann, dass er zumindest in der 4. Liga auffallen kann. Es bleibt festzuhalten, dass sich die Mannschaft von Theo Schneider nach dem Rückschlag wieder gefangen hat und Anschluss zu Kaiserslautern hält. Die Stimmung an diesem Abend war im Dortmunder Block trotz der frostigen Temperaturen recht ordentlich.
Stimmen zum Spiel
Frank Schulz:
Es war ein verdienter Sieg, keine Frage. Wir haben alles mögliche vom Verein aus versucht, sind ins Trainingslager gefahren. Ich hatte das Gefühl, dass Borussia Dortmund immer wieder hätte eine Schippe drauflegen können. Von der Einstellung des ein oder anderen Spielers, die ich nicht in der Öffentlickeit nenne, bin ich absolut enttäuscht. Das wir uns mit Borussia Dortmund messen können, die mit um den Aufstieg spielen und die Möglichkeit haben, von oben Leute runter zu holen, ist sicherlich eine tolle Sache. Von daher werden sie weiterhin oben stehen. Ich wünsche Borussia Dortmund, dem Theo sowieso, alles Gute.
Theo Schneider:
Wir wollten das Spiel heute unter allen Umständen gewinnen und zu Null spielen und ich glaube, wir haben dafür in der ersten Halbzeit den Grundstein gelegt. Wir haben sehr aggressiv gespielt, haben früh den Gegner unter Druck gesetzt und auch ein relativ frühes Tor gemacht aber, und das ist ein heftiges Manko - gerade dann muss man in der ersten Halbzeit nachlegen. Wir hatten uns zwei bis vier richtig gute Möglichkeiten heraus gespielt und dann muss man einfach auch mal das 2:0 machen. So könnte man ein Spiel relativ früh entscheiden. In der zweiten Halbzeit wurde der Platz schlechter, man konnte nicht mehr so gut Fußball spielen. Was die Mannschaft beherzigt hat war, dass wir gerade gegen Cloppenburg erstmal den Kampf annehmen und aggressiv spielen müssen, was grade in einer Phase in der zweiten Halbzeit der Fall war, wo es ganz entscheident war, die Zweikämpfe zu gewinnen und das Spiel in die richtige Richtung zu lenken. Jetzt müssen wir versuchen, diesen Sieg mit Blick auf das Topspiel am 6.12. gegen Preußen Münster zu untermauern..
Uwe Hünemeier:
Wichtig ist, dass wir die drei Punkte eingefahren haben. Schön, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben. Zudem war es wichtig, dass wir Selbstvertrauen getankt haben. Es war natürlich kein überragendes Spiel, aber ich denke, unter den Umständender letzten Wochen, war es erstmal wichtig, dass wir zu Null gespielt und drei Punkte eingefahren haben.
Daniel Gordon:
Wir haben zu Null gespielt. Ich bin natürlich glücklich, dass wir das Ding nach Hause gefahren haben. Wir haben uns diesmal professionell auf das Spiel vorbereitet und eingestellt.
Ausblick
Der BVB II reist am Samstag nach Worms, wo es um 14 Uhr gegen einen weiteren Gegner aus der unteren Tabellenhälfte geht. Da unsere Profis erst am Sonntag spielen, werden zahlreiche Fans des BVB die Amateure in Worms unterstützen.
Fakten zum Spiel
BVB II: Kruse - Hillenbrand, Gordon, Hünemeier, Schmelzer - Kruska, Vrancic – Sadrijaj (71.Oscislawski) , Tyrala (77. Piossek) , Federico - Kullmann (84. Lorenz)
BV Cloppenburg: Tilling - Breitenreiter, Seidel, Gerdes, Yilmaz - Schops (75. Hassler), Greve, Koitka, Zimmermann - Terzic, Zimin (80. Große Macke)
Tore: 1:0 Kullmann (09.) 2:0 Kullmann (52.) 3:0 Vrancic (73.)
Zuschauer: 581
Gelbe Karten: Koitka, Greve
Schiedrichter: Karl-Markus Schumacher (Oberhausen)
Sven, 27.11.2008 (Gastautor)
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