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schwatzgelber Saisonrückblick - 05.11.2008

Die vergessenen Jahre Teil 3: Saison 49/50 und 50/51

BVBDer zweite Weltkrieg war zu Ende und Deutschland war am Ende. Der Sport musste ganz andere Strukturen kriegen. Dieser Text befasst sich mit der Oberliga West, die in der Zeit von 1947 bis 1963 eine regionale Bundesliga war und die Basis für den BVB von heute darstellt. Spieler wie Preißler, Schmidt, Burgsmüller und viele andere brachte diese Zeit hervor. Trotzdem kennt kaum einer diese Liga. In diesen Saisonrückblick beschäftigen wir uns mit der Saison 1949/50 und 1950/51. 

Saison 1949/50 - Westmeister, aber frühes Scheitern in der Endrunde

Zur neuen Saison wurde im Westen und in Norddeutschland der Status des Vertragsspielers eingeführt. Im Süden geschah das bereits 1948. Der Start in die neue Saison ging deutlich daneben. Beim STV Horst-Emscher vorloren die Borussen mit 0-1. Den ersten Sieg gab es im Oktober gegen SF Hamborn. Im Derby am 16.10.1949 gab es ein klaren 5-1-Heimsieg für die Dortmunder. Die Hinrunde beendete der BVB nach dem 5-1-Sieg gegen Oberhausen (Torschützen Erdmann (2), Schweinsberg, Schulz und Preißler) auf dem zweiten Platz. Die Dortmunder brauchten die gesamte Hinrunde, um die unglückliche Finalniederlage gegen Mannheim zu verkraften. Herbstmeister wurde STV Horst-Emscher.

Der Wendepunkt war das Nachholspiel am 08.01. gegen den 1. FC Köln. Der BVB lag zur Halbzeit schon 1-3 zurück, dann lief der Ball bei den Borussen. Am Ende gewannen die Dortmunder mit 5-3. Am 15.01.1950 traf der BVB vor 40.000 Zuschauer in der „Roten Erde" auf den Spitzenreiter STV Horst-Emscher. Durch die Tore von Preißler und Erdman gewannen die Borussen mit 2-0 und übernahmen erstmals in der Saison die Tabellenführung. Aber der BVB blieb wechselhaft. Erneut gegen Köln gab es einen 1-3-Niederlage, die durch das Verteidigerpaar Halfen und Hammer begünstigt wurde. Die Rache musste der Duisburger SV erleben, denn die Dortmunder machten beim 7-0 einen kurzen Prozess.

Vom Ergebnis her sah das 3-1 gegen Rot-Weiss Essen klar aus, allerdings profitierten die Borussen von der schwachen Chancenverwertung der Essener. Und der BVB machte weiter mit seiner Taktik „Schlecht spielen und gewinnen". So gab es trotz verschossenen Elfers von Erdmann einen Sieg gegen Erkenschwick, danach auch gegen Aachen. Chaotisch verlief das Derby in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn vor 58.000 Zuschauern. Es gab halt mehr Karten als Plätze, weil angeblich ein Kartenfälscher für das Überangebot sorgte. Die Blauen gewannen allerdings trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Preißler mit 1-2. Es folgten Erfolge gegen Rhemania Würselen und Duisburg 08. Zwar konnten die Preußen aus Dellbrück erstmals den Dortmundern seit Bestehen der Oberliga eine Heimniederlage beibringen (Dortmund verlor 0-1), am Ende lagen sie doch vier Punkte hinter dem BVB. Der Westtitel wurde durch das 3-1 beim TSV Voswinkel sichergestellt. Am 07.05.50 kassierten zwar die Borussen eine 3-5-Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen, wurden aber mit 43-17-Punkten und 76-36-Toren zum dritten Mal in Folge Westdeutscher Meister. Alle Tore der Dortmunder bei der Niederlage erzielte Adi Preißler, der mit 24 Treffern seinen Torjägertitel aus dem Vorjahr verteidigte.

Im Achtelfinale in Gladbeck traf der BVB auf den Finalgegner aus dem Jahr 1949, VfR Mannheim. Zwar gingen die Borussen vor 38.000 Zuschauern im Gladbecker Stadion mit 1-0 durch Kasperski in Führung, allerdings brachte dieser Treffer keine Sicherheit. Am Ende verloren die Dortmunder verdient mit 1-3. Man merkte den enttäuschenden Borussen an, dass Adi Preißler fehlte. Trotzdem gab es drei Tage später ein weiteres Highlight in der Dortmunder Vereinsgeschichte. Der englische Zweitdivisionsmeister Tottenham Hotspur trat in der Roten Erde an und sorgte dafür, dass 20.000 zu diesem Freundschaftskick kamen. Die Engländer gewannen verdient mit 0-4 und zelebrieren Spitzenfußball.


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