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schwatzgelber Saisonrückblick - 11.06.2008

Die vergessenen Jahre Teil 1: 1945 bis Saison 47/48

BVB-Logo Der zweite Weltkrieg war zu Ende und Deutschland am Ende. Der Sport musste ganz andere Strukturen kriegen. Dieser Text befasst sich mit der Oberliga West, die in der Zeit von 1947 bis 1963 eine regionale Bundesliga und der Grundstock für den BVB von heute war. Spieler wie Preißler, Schmidt, Burgsmüller und viele andere brachte diese Zeit hervor. Trotzdem kennt kaum einer diese Liga. In diesem Saisonrückblick beschäftigen wir uns mit den Jahren 1945 bis zur Saison 1947/48.

Nach dem Krieg und vor der Oberliga - Zwischen Neugründung und Nummer eins im Pott

Nach dem 2. Weltkrieg wurden alle Sportvereine, also auch der BVB, aufgelöst. In den folgenden Monaten versuchte man den Verein wieder neu zu gründen. Zwischenzeitlich gründete man die „Sportgemeinschaft Borussia von 1898" (Neben dem BVB wurden dort auch die Werkssportgemeinschaft Hoesch und der Freie Sportverein 98 aufgenommen), aber am 15.07.1945 bestätigte die britische Militärregierung den kommissarischen Vorstand des neu gegründeten Vereins BV Borussia 09 Dortmund.

Im September beschlossen im Vereinslokal des VfL Altenbögge die ehemaligen Vereine der Gauliga Westfalens, eine Punktspielrunde in der 1. Division West einzuführen. Der BVB wurde dabei in die Landesliga Westfalen, Gruppe 2 eingeteilt und war damit auch wieder erstklassig. Es lief alles wieder in geordneten Bahnen. Am 21.10.45 fand die erste BVB Generalversammlung nach dem Krieg statt und ein neuer Vorstand wurde gewählt (1. Vorsitzender Eugen Pentrup, Geschäftsführer Willi Bietzek, Kassierer Franz Jacobi). Ab Januar 1946 hatte der BVB auch wieder einen Trainer. Es war der letzte Trainer vor dem Krieg, Fritz Thelen. Leider wechselte er im August 1946 in seine Heimat (Irgendwo in Gelsenkirchen) zurück, so dass die Dortmunder einen neuen Trainer brauchten. Den Posten übernahm der Diplom-Sportlehrer Ferdinand Fabra. Die Saison in der Landesliga Westfalen, Staffel zwei beendete der BVB auf Platz vier, sechs Punkte hinter dem Gruppensieger SpVgg. Erkenschwick. In der folgenden Saison gehörten der Staffel nur neun Vereine an, darunter Arminia Marten und VfB Alemannia Dortmund.

Im Oktober 1946 beschlossen die westdeutschen Vereinsvertreter in Essen, dass für die Saison 1947/48 eine eingleisige, westdeutsche Eliteklasse gegründet werden sollte. Diese wird später dann Oberliga West genannt. Die zwölf Vereine wurden wie folgt zusammengesetzt: Aus Westfalen waren vier Vereine dabei, während jeweils drei Vereine aus dem Mittelrhein bzw. Niederrhein stammten. Die restlichen beiden Plätze wurden durch zwei Qualifikationsrunden ausgespielt. Aber bevor man in dieser Liga spielen konntee, musste erst die Saison 1946/47 beendet werden. Am 12.11.46 fand dann das erste Nachkriegsderby statt und die Blauen siegten mit 3-1. Der BVB belegte in der Landesliga, Staffel zwei, mit drei Punkten Vorsprung vor Erkenschwick den ersten Platz. Damit waren beide Mannschaften für die neue Oberliga qualifiziert.

Am 18.05.1947 wurde das erste Endspiel um die Westfalenmeisterschaft ausgespielt. Im Finale standen neben dem BVB auch der Reviernachbar aus Gelsenkirchen. Mit dem 3-2-Sieg der Dortmunder durch Tore von Michallek, Ruhmhofer und Sandmann errang man die Meisterschaft und beendete die 21jährige Vorherrschaft von S04. Bis zur 78 Minute führten die Blauen, ehe die Borussen das Spiel drehte. Am Ende war es ein Triumpf des größeren Siegeswillen über die immer noch reifere Spielkultur. Bezeichnenderweise verkündete die Rhein-Ruhr-Zeitung nicht "Borussia Westfalenmeister" sondern "Schalke nicht mehr Westfalenmeister".  

Durch den Sieg qualifizierte sich der BVB für die britische Zonen-Meisterschaft. Im Viertelfinale gewannen die Dortmunder gegen Werder Bremen mit 4-2. Im Halbfinale behielten die Borussia gegen den VfR Köln 04 mit 5-4 nach Verlängerung die Oberhand. Am 13.06.47 fand im Düsseldorfer Rheinstadion das Endspiel gegen dem Hamburger SV statt. Die Dortmunder verloren es mit 0-1 und beendeten die Saison als Vize-Meister in der britischen Zone.


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