Es wird eng
Mit einem Sieg wäre man auf Platz 2 vorgestoßen, doch durch das gerechte 0:0 gegen RW Oberhausen bleibt man bei 48 Punkten und hat nur vier Punkte Vorsprung auf den den Abstieg bedeutenden Platz 11. Die größten Probleme bestehen dabei im Restprogramm sowie der Tatsache, dass der BVB noch einmal spielfrei ist. Alles deutet im Moment auf ein echtes Finale am letzten Spieltag bei Eintracht Braunschweig hin.
Nach dem überzeugenden 4:0 in der letzten Woche beim VfB Lübeck konnte BVB-Trainer Schneider, der früher für den heutigen Gegner auf Torejagd ging, etwas beruhigter in die heutige Partie gehen. Zudem standen mit Brzenska und Gordon sowie auch Giovanni Federico, der sich freiwillig zur Verfügung gestellt hat, Profi-Akteure in der ersten Elf. Auch der an einer Innenbanddehnung im Knie leidende Hillenbrand war wieder fit, während mit Nöthe, Hille und Ricken drei etatmäßige Offensivspieler passen mussten. Die konstanten Gäste aus Oberhausen überzeugten diese Saison mit einer sehr homogenen Mannschaftsleistung und haben keinen echten Star in ihren Reihen. Mit drei Sperren (Celik, Müller, Tennagels) war RWO heute etwas ersatzgeschwächt angetreten. Interessanter Nebenaspekt: Gästetrainer Hans-Günter Bruns hat in dieser Saison den BVB für seine vermeintlich zu defensive Spielweise gescholten. Es war also an unseren Jungs, ihm zu zeigen, dass dem nicht so ist und man auch in der Lage ist, Tore zu machen.
Auch wenn die schwarzgelb gekleideten Fans zu Beginn mit einer schönen Fahnenchoreo aufwarten konnten, war der insgesamte Zuschauerzuspruch bei diesem wichtigen Spiel heute erstaunlich schwach. Wirklich schade, denn wenn mal die Profis gerade nicht parallel spielen, muss da eigentlich
mehr kommen. Oberhausen besetzte den Unterrang der Nordtribüne knapp zur Hälfte, wobei die Stehplatztribüne nicht geöffnet wurde. Überraschend modern präsentierten sich die Amas-Verantwortlichen, da vor dem Spiel der Song "Am Borsigplatz geboren" gespielt wurde. Musik bei den Amas-Spielen, bisher ein Stiefkind. Aber Dinge ändern sich ja bekanntlich...
Federico mit den ersten Chancen
Die ersten zehn Minuten gehörten ganz klar dem BVB, der in diesem Zeitraum gefühlte 80 % Ballbesitz hatte und durch Federico zwei hervorragende Chancen besaß. Zunächst nahm er eine Hillenbrand-Flanke artistisch volley, traf jedoch nur das obere Tornetz (2.), ehe er einen schönen Tyrala-Heber über zwei Innenverteidiger frei vor Gästekeeper Semmler annehmen wollte, ihm der Ball aber versprang (9.). Man kann sicherlich ohne Angst behaupten, dass er beide Dinger zu Beginn der Rückrunde ohne großes Federlesen noch verwandelt hätte. Doch wenigstens zeigte er sich und auch seinem Team tat seine Präsenz gut, was gegen Magdeburg noch verpasst wurde, da er an diesem Wochenende weder bei den Profis im Bayern-Kader stand, noch bei den Amas aushalf.
Nur was war mit Oberhausen los? Sie kamen gar nicht über die Mittellinie, doch dann bekam man das Gefühl nicht los, dass man am Gasometer die "Einlull-Taktik" gewählt hat. Denn besonders
der starke Landers sorgte über rechts immer wieder für Gefahr. Eine Flanke von ihm netzte Lüttmann auch herrlich per Kopf ein, jedoch versagte Schiri Pflaum wegen angeblichen Foulspiels dem Treffer die Anerkennung. Schwierig festzustellen, ob die Entscheidung richtig war. Nach einer weiteren Chance durch Federico, die Semmler abgeklärt, in die rechte Ecke abtauchend vereiteln konnte (27.), ein Deja-Vu-Erlebnis, denn wieder war es Landers über rechts, scharfe Flanke in die Mitte, Lüttmann löst sich in der Mitte geschickt und schießt volley knapp an der langen Ecke vorbei. Kurz vor dem Pausentee war es erneut Semmler vorbehalten, den Spielstand zu bewahren, als er per Fuß gegen den frei vor ihm auftauchenden Michael "Osci" Oscislawski, der einer der Gewinner dieser Saison ist, klären konnte (44.).
Fazit nach 45 Minuten
Unter BVB-Dauersupport der wenigen, aber lautstarken schwarzgelben Anhänger auf der Süd ging es mit 0:0 in die Kabine. Sie sahen ein munteres Spielchen mit gefährlichen Aktionen auf beiden Seiten. Anfangs war der BVB durch ihren als Stürmer agierenden Federico (Senesie dafür hinter den Spitzen) drauf und dran, die wichtige Führung zu erzielen, dann schwang sich auf der Gegenseite Lüttmann zum Fast-Vollstrecker auf. Insgesamt also ein bisher gerechter Spielstand.
Der mit großen Ambitionen in die Saison gestartete, auch durch Verletzungen zurückgeworfene Daniel Gordon, ansonsten heute schwach, hatte seine beste Szene in der 52. Minute, als er auf rechts in der RWO-Vorwärtsbewegung den Ball erkämpfte, den Kopf hochnahm und schön auf den blank stehenden Federico in der Mitte passte. Der brauchte nur noch den Fuß hinhalten und...Doch, was ist das? Er rutscht aus!! Oh nein. Symptomatisch für Federicos
Zustand momentan und spätestens jetzt musste er einem auch irgendwo leid tun. Dass der Fairplay-Gedanke leider nicht bis nach Oberhausen durchgedrungen ist, bewies Oberhausens Mittelfeldspieler Tim Kruse dann in der 66. Minute, nachdem Gordon nach einem Luftzweikampf liegengeblieben war. Erst tat Kruse so, als spiele er den Ball ins Aus, ehe er das Tempo plötzlich anzog, um die Borussen zu überraschen. Zum Glück war die BVB-Defensive auf dem Posten und verhinderte Schlimmeres.
Merke: Gewalt ist keine Lösung
Scheiße! Dieser Kraftausdruck ging allen BVB-Sympathisanten durch den Kopf, weil der eingewechselte Yasin Ötzekin in der 75. Minute nach herrlichem Solo an zwei, drei Gegnern vorbei, Vollspann abschließend nur die Latte traf. Semmler wäre diesmal ohne Abwehrchance gewesen. Nur eine Minute später wollte auch Brzenska mit aller Gewalt die Bude machen. Er profitierte dabei von einer technisch herausragenden Hackenvorarbeit von Federico, doch anstatt überlegt einzuschieben, schoss "Brenner" blind auf den gerade noch die Fäuste hochreißenden Semmler. Inzwischen wäre ein 1:0 verdient gewesen.
Das relativierte sich jedoch wieder in der nächsten und letzten Spielphase, als Oberhausen wesentlich mehr Druck machte und seinerseits die Führung auf dem Fuß hatte. Erst kam der ansonsten starke Hillenbrand mit seiner Grätsche gegen Aksoy nicht mehr an den Ball, doch der bereits geschlagene Höttecke konnte wie die Zuschauer dem Ball noch an die Latte hinter herschauen (85.), ehe er selbst eingreifen musste, als Terranova rechts vorne Schmelzer und Hünemeier natzte, aber Höttecke die kurze Tür stark zumachte. Eine Niederlage
wäre für keins der beiden Teams verdient gewesen und somit endete dieses hervorragende Regionalligaspiel 0:0 unentschieden.
Fazit nach 90 Minuten
In diesem "Wellenspiel" hatte mal die eine, mal die andere Mannschaft mehr vom Spiel, sodass man insgesamt von einem gerechten Unentschieden sprechen muss, auch wenn RWO mit diesem Ergebnis etwas besser leben und umgehen kann, auch wenn in dieser verrückten Liga trotzdem beide Teams nur zwei Punkte voneinander entfernt bleiben. Doch aufgeben gilt jetzt nicht!
Die nächsten Spiele des BVB II haben es in sich. Zunächst spielt man am Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf, wieder einmal zeitgleich mit den Profis. Der DFB will mit diesen Spielansetzungen anscheinend dafür sorgen, dass in der Dritten Liga so wenig wie möglich Zweitvertretungen mitmachen. Über diesen Umstand wird schwatzgelb.de noch gesondert berichten, denn für diese Vermutung gibt es einige Beweise. Denn wie oft haben unsere beiden Teams bitte an verschiedenen Tagen mal gespielt? Doch am Mittwochabend darauf spielen die Profis nicht (sie spielen dienstags gegen Stuttgart), aber leider kommen um 19 Uhr in die Rote Erde die momentan überragenden Ahlener. Allerdings ist dieses Spiel für viele Alt-BVB-Fans ein Pflichttermin. Grund dafür: Der Ahlener Trainer heißt Christian Wück.
Stimmen zum Spiel
Hans-Günter Bruns: Es war kein typisches 0:0-Spiel. Es war sehr intensiv und ging hin und her. Die ersten 15 Minuten machte der BVB viel Druck, dann wir und so ging das eigentlich immer hin und her. Es hätte auch 2:2
oder 3:3 ausgehen können. Auch hat es kein Team verdient hier zu verlieren. Beide Teams haben das Beste heute aus den Temperaturen gemacht. Der Punkt ist in Ordnung für uns.
Theo Schneider: Ich muss auch beiden Teams ein Kompliment machen, nicht nur wegen den Temperaturen, sondern auch weil beide Teams unbedingt gewinnen wollten. Das hat man in den jeweiligen Phasen ganz klar gesehen. Dem Spielverlauf nach ist somit das Unentschieden auch gerecht. Wir haben jetzt schwere Spiele vor uns, auch am Freitagabend in Düsseldorf eine unangenehme Partie, doch wenn wir so dagegenhalten wie heute und eine solche Leistung bringen wie heute, dann ist mir vor Freitag und den restlichen Spielen nicht bange.
zu Federico: Er hat sich heute freiwillig zur Verfügung gestellt und es ist auch nicht einfach in einem Team zu spielen, was du eigentlich gar nicht kennst. Er hatte drei, vier Torchancen und es ist natürlich schade, dass er nicht getroffen hat. Aber insgesamt war es eine gute Leistung, er hat Präsenz gezeigt und man muss ja auch immer im Kopf behalten, dass er in so einem Spiel auch viel zu verlieren hat, wenn er eben nicht so gut spielt.
Daten zum Spiel
BVB II (4-3-1-2): Höttecke (2,5) - Hillenbrand (2,5), Njambe (3,5), Hünemeier (2), Schmelzer (4) - Gordon (4,5) (84. Eggert, - ), Brzenska (4), Oscislawski (3,5) (62. Öztekin, - ) - Senesie (5) - Tyrala (3,5) (72. Omerbegovic, - ), Federico (3,5)
RWO (3-4-1-2): Semmler - Pappas, B. Reichert, Schlieter - Landers, Kaya, Kruse, Embers - Robben (79. T.
Reichert) - Lüttmann (64. Aksoy), Terranova
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 3.163
SR: Pflaum (Hallstadt - Assistenten: Stein, Völk), Note 2. Bis auf eine Situation sehr gute Vorteilsauslegung, zudem gutes Zusammenspiel mit seinen beiden Assistenten. Bei den beiden "Rudelbildungen" entschied er ruhig, souverän und richtig.
Gelbe Karten: Hillenbrand (66., Foulspiel) - Embers (68., Foulspiel)
Chancen: 6:6
Ecken: 4:5
Malte, 28.04.2008
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