Jan Koller ist einer von uns
In einem langweiligen und schwachen Spiel sorgte er für die emotionalen Höhepunkte auf Seiten der BVB-Fans. Während er in den 90 Minuten des Spiels uns ein ums andere Mal den Atem anhalten ließ, bewies er nach dem Schlusspfiff, wem sein großes Herz gehört: Uns! Die Rede ist natürlich von Jan Koller. Und hat nicht jeder von uns während des Spiels eine gewisse Portion Schwermut verspürt, unseren Jan gegen den BVB spielen zu sehen?
Vor dem Spiel
Doch versuchen wir zunächst, so nüchtern und sachlich wie möglich an dieses Freitagsspiel des BVB gegen den Club aus Nürnberg heranzutreten. Während der BVB nur noch unter Aufbietung aller negativen Kräfte in den Abstiegssog hereingezogen werden konnte, musste der FCN beim BVB gewinnen, um im Abstiegskampf gegen Duisburg, Bielefeld, Rostock und Cottbus bestehen zu können. Dabei setzte Gästetrainer von Heesen auf eine nominell starke Offensive mit Mintal, Vittek, Saenko und Mittelstürmer Koller, während auf der Bank die ebenfalls stets gefährlichen Misimovic sowie der griechische Volksheld Charisteas Platz nahmen mussten. Auf Dortmunder
Seite musste Doll neben dem eh schon sicher pausierenden Kehl auch auf Wörns (Magen-Darm-Virus, Anm.: Das ist übrigens dann der häufigste Krankheitsgrund, wenn man eigentlich aus anderen Gründen nicht im Kader steht...) und Ziegler (Oberschenkelprobleme) verzichten. Für sie spielten Kruska, Höttecke und in der Innenverteidigung gemeinsam Hummels und Kovac.
Doch wollen wir nun einmal schauen, wie die ersten Minuten des Jan Koller in seiner Heimat so waren. Hierbei sei bereits angemerkt, dass alle, die die Rückkehr Kollers nur achselzuckend zur Kenntnis nahmen und es für ein großes Brimborium hielten, diesen Artikel NICHT lesen sollten. Allen anderen seien die folgenden Ausführungen wärmstens ans Herz gelegt. Denn es war schon amüsant zu beobachten, wie Jan Koller zunächst wie gewohnt den Weg zum Warmmachen in die Südhälfte einschlug, ehe er doch noch rechtzeitig bemerkte, dass er nach rechts abbiegen musste. Nach kurzem Winken Richtung Gästeblock ein ausgiebigeres Armwedeln Richtung Süd. Sein Warmmachen bestand dann hauptsächlich darin, alte Fans von der West- und Osttribüne zu begrüßen sowie einige Pläuschchen mit Dede und Weidenfeller zu halten. Nach zunächst vereinzelten Sprechchören feierte schließlich die gesamte Südtribüne ihren alten Haudegen und auch Norbert Dickel ließ es sich nicht nehmen, Jan Koller in der Mannschaftsaufstellung wie
einen BVB-Spieler anzukündigen. Der Ruf "Koller" der BVB-Fans war im Übrigens um einiges lauter als der Ruf "Doll" bei der Verlesung des Trainers...
Zum Spiel - Erste Halbzeit
Nach vier Minuten hätte man schon 5 Euro ins Phrasenschwein werfen können: "Solche Geschichten schreibt nur der Fußball." Ivan Saenko flankt mit links vom rechten Flügel, findet Kollers Kopf, von wo der Ball die Oberkante der Latte trifft. Manche FCN-Fans meinten übrigens nach dem Spiel allen Ernstes, dieser Lattentreffer sei Absicht gewesen. Naja. Amas-Keeper Höttecke sah zum ersten und letzten Mal nicht gut aus, da er etwas zu weit vor dem Kasten stand, aber trotzdem nicht eingreifen konnte. Zu allem Überfluss verletzte sich bei der Flanke auch noch Kruska an der Schulter, was sich im weiteren Verlauf des Spiel noch verschlimmern sollte. Vom BVB war in dieser Phase übrigens gar nichts zu sehen, was erste Unmutsbekundungen in der 18. Minute hervorrief, als der sonst so passsichere Tinga auf links Dede vermutete, aber nur die hrs.de-Bande traf. Wollen wir hoffen, dass für ihn das richtige Hotel dabei ist.
Doch nach 25 Minuten entschied sich der Tinga mit dem Dingda um und spielte vertikal statt horizontal (Geometrie, Klasse 8). Nürnberg spielte dilettantisch auf Abseits und Alex Frei war durch. Rechs, links, ausspielen, lupfen. Sicher hatte er jeden Gedanken mindestens einmal und nicht nur in der Kreisliga B heißt es: "Die besten Stürmer sind diejenigen, die am wenigsten im Hirn haben." Frei hatte zuviel und scheiterte
letztlich kläglich, ohne dass Klewer sich auch noch besonders betätigen musste. Sieben Minuten vor dem Pausentee musste der sonst gute Hummels wieder Lehrgeld zahlen, als erneut eine Flanke Saenkos (Hans Meyer: "Ivan glaubt wohl, er braucht nicht mehr scharf trainieren, weil er zwei Minuten für das große russische Reich gespielt hat.") Kollers Kopf fand, doch endlich einmal Marcel Höttecke demonstrieren konnte, warum sein Trainer Theo Schneider ihm das Potenzial für die Bundesliga bescheinigt. Mit einem schönen Hechtsprung klärte der Ex-Ahlener zum Eckball. Es blieb beim 0:0 in einem Spiel, was bis auf diese drei Chancen eher aus der Rubrik "Bauernfußball" zu stammen schien. Umso schlimmerer Natur wurde dieser Zustand, wenn man sich vor Augen hielt, dass Nürnberg dieses Jahr und der BVB nächstes Jahr im UEFA-Cup mitspiel(t)en.
Zum Spiel - Zweite Halbzeit
Die zweite Halbzeit war besser, wobei "besser" relativ ist, wenn im ersten Durchgang fast gar nichts passierte. Verstanden? Es blieb also auf einem äußerst geringem Niveau alles. Eine Doppelchance hatte sogar mal der BVB und zwar wurden diese Möglichkeiten initiiert vom starken Polen Kuba, der heute wirklich mal überzeugen konnte und sich so langsam, aber sicher für die EM einzuspielen scheint. Erst
scheiterte er nach gutem Solo mit seinem schwachen linken Fuß am sich streckenden Klewer und die daraus resultierende Frei-Ecke drückte Kringe fast über die Linie. Doch ein Nürnberger Fuß klärte auf der Linie und bei Betrachten der Monitorbilder konnte man wieder 5 Euro in das Phrasenschwein (s.o.) werfen. Es war nämlich Jan Koller. Doch dass dieser aus Lhota stammende Tscheche es auch vorne drauf hat, bewies er nur drei Minuten später, als er Kovac und Dede ausspielen konnte und über rechts in den Strafraum eindrang. Herrlich zurückgespielt auf seinen Ex-Landsmann Vittek (Slowake), aber der ist auch nicht mehr das, was er mal war. Vittek war nämlich so überrascht, dass er den Ball nicht unter Kontrolle bringen und die Abwehr klären konnte.
Langsam wurde man richtiggehend wehmütig, denn in der 58. Minute war es wiederum Koller, der einen schwierigen Flugball fabulös verarbeitete und direkt auf Mintal weiterleitete. Der lief einfach mal durch alle BVB-Abwehrspieler hindurch und Hummels sowie Kovac konnten ihn erst im letzten Moment stoppen. Dass ein schwarzgelber Fuß den Ball dabei an die Latte bugsierte, nennt man in der Militärsprache wohl Kollateralschaden. Höttecke wäre jedoch chancenlos gewesen. Auf der anderen Seite wünschte sich Alexander Frei wohl eine Zeitmaschine, die ihn ein Jahr zurück katapultieren könnte. Denn da ungefähr spielte man gegen Frankfurt und Frei schoss zwei Tore. Die hätte er heute auch machen können. Nach der einzig ansprechenden Aktion Buckleys war Frei erneut auf und davon, scheiterte aber wieder am gut aufgelegten Klewer, wobei man dem Schweizer Nationalspieler zugute halten muss, dass der Winkel diesmal extrem spitz war. Und ob der mitgelaufene Kuba in der Mitte besser postiert war, bleibt auch noch zu hinterfragen.
Übrigens beginnt die EM 2008 mit dem Spiel zwischen der Schweiz und Tschechien. Die Sturmführer beider Länder sind dabei dann Alex Frei und Jan Koller. Das Fernduell gewann heute Letztgenannter, auch wenn er letztlich ohne Torerfolg
blieb. Jedoch initiierte er immer wieder gefährliche Aktionen, so auch in der 82. Minute, als er den nicht aufgebenden Hummels zu einem (zweifelhaftem) Handspiel nötigte. Es gab Freistoß zwischen linker Eckfahne und Strafraumeck, ausführender Spieler war der inzwischen eingewechselte Misimovic. Sein Freistoß, scharf und flach hereingegeben, erreichte Galasek mit der Fußspitze und - oh nein - am langen Pfosten braucht Koller nur noch den Schädel hinzuhalten. Doch was kommt da geflogen? Höttecke!! Bärenstarke Aktion des Zweimetermannes aus Ostwestfalen. Letztlich rettete er so seinem Team sogar noch das Remis im heutigen Spiel gegen die Franken.
Was ist nun vom BVB noch zu erwarten? Am Dienstagabend geht es gegen Stuttgart, dann nach Bielefeld, ehe letztlich Wolfsburg zu Gast kommt. Aber eigentlich ist das auch egal und die Saison soll endlich - bitte, bitte - zu Ende gehen...
Nach dem Spiel oder Der Fall Koller
Sonst ärgern sich höchstens mal die Leute, die früher gehen und somit vielleicht ein Tor verpassen, aber heute bekamen die 70.500 Zuschauer auch nach dem Schlusspfiff noch einiges für ihr Geld geboten und die mit dem meisten Sitzfleisch oder Beinfleisch waren heute die Glücklichen. Aber der Reihe nach: Nach dem überpünktlichen Abpfiff des Herrn Drees aus Mainz, der mit dieser Aktionen allen Fans einen großen Dienst erwiesen hat, kam es zu den alltäglichen Shakehands und Trikottauschzeremonien im Bereich des Mittelkreises. Koller und Dede tauschten ihre Hemden und die beiden Teams gingen anschließend zu ihren jeweiligen Fanblöcken. Während die BVB-Spieler sich mal wieder Pfiffe anhören mussten, waren die Nürnberger Fans etwas zufriedener mit der ihnen dargebotenen Leistung, aber auch nicht übermäßig euphorisiert. Es hätte also alles seinen normalen Gang gehen können. Aber Jan Koller wollte sich bedanken. Bedanken bei den Fans, die ihn immer verehrten und als großes Idol ansehen. Bedanken bei all denjenigen, die ihn vor dem Spiel so freundlich empfingen und in ihr schwarzgelbes Herz geschlossen haben.
Jan Koller rennt also schnurstracks Richtung Südtribüne und die schon leiser gewordenen BVB-Fans erfahren ein Comeback. "Jan Koller, Jan Koller, Jan Koller", skandieren immer noch gut 20.000 Zuschauer. Jan Koller, inzwischen übermannt von den ihm dargebotenen Huldigungen, erwidert die Wünsche seiner Fans und setzte zu vier, fünf LaOla-Bewegungen an. Einige Fans wollen sogar Tränen in den Augen des Stürmers gesehen haben. Nun explodieren wiederum die Nürnberger Fans völlig, allerdings vor Wut. Die Nürnberger Spieler Mintal, Vittek und der Tadschike-Russlanddeutsche Andreas Wolf klatschen in Richtung Koller und ihrer Fans. Ob aus Unverständnis über die eigenen Fans oder weil sie ebenfalls über Koller verärgert sind? Wenn man den Aussagen der Spieler in der Mixed-Zone Glauben schenken mag, eher Ersteres, doch machte das auf dem Platz einen differenzierteren Eindruck. Jedenfalls gingen diese Spieler dann mit Koller noch einmal zu den Nürnberg-Fans, die
Koller nun wie von Sinnen beschimpften und mit allem Möglichen bewarfen. Nachdem die drei genannten Spieler Koller noch dazu aufgefordert haben, sich bei den Club-Fans zu entschuldigen, was Koller durch mehrere Dienerbewegungen und Handbewegungen auch deutlich tat, bemerkte das Triumvirat wohl so langsam ihren Fehler und hatte Mühe, die aufgebrachten Anhänger wieder zu beruhigen. Inzwischen stimmten neben der Südtribüne sogar Ost- und Westtribüne mit "Jan Koller"-Sprechchören ein. Jan Koller drehte nun sichtlich enttäuscht und traurig ab und schlich mit schüttelndem Kopf in Richtung Katakomben. Dort war der sympathische, aber auch emotionale Koller noch so aufgewühlt, dass er sich zu der für ihn sicherlich unvorteilhaften Aussage "Fucking Fans" hinreißen ließ. Nach diesen Vorkommnissen erscheint es fraglich, ob Koller noch einmal richtig glücklich wird beim Club. Doch eins sollte ihm der heutige Abend auch deutlich gemacht haben: Einen Platz im Herzen aller BVB-Fans wird er für immer haben!
Den heutigen Spielbericht abschließen soll deshalb auch ein Zitat von Erika Mann: "Die Fremde ist herrlich, solange es eine Heimat gibt, die wartet."
Stimmen zum Spiel bzw. zu Jan Koller
Daniel Klewer: Wir waren besser und aktiver und waren näher am Sieg dran als die Dortmunder.
Marcel Höttecke: Koller hatte sicher eine schöne Zeit hier, aber heute war für ihn hier nix zu machen. Ich fand meine Leistung schon gegen Hannover ganz o.k., aber die Öffentlichkeit hat das anders gesehen und mit dieser Kritik musst du eben leben. Ich habe erst kurz vor dem Spiel beim Training der Amateure Bescheid bekommen.
Jan Koller: Ich bin sehr enttäuscht und überrascht von den Nürnberger Fans. Wenn die BVB-Fans klatschen und meinen Namen rufen, da muss ich mich einfach bedanken bei ihnen. Das ist doch klar. Und ich als die Pfiffe der Nürnberger Fans gehört habe, wollte ich eben noch einmal rüber und mich entschuldigen.
Tomas Galasek: Jan ist natürlich sehr enttäuscht von den Fan-Reaktionen und darüber, dass seine Entschuldigung nicht angenommen worden ist. Ich finde das auch unverständlich von unseren Fans.
Marek Mintal: Man darf nicht vergessen, dass Jan hier 5 Jahre gespielt hat und ein großes Idol für die Menschen hier ist. Er ist hier Deutscher Meister geworden und sie haben ihn eben nie vergessen. Deshalb ist das Verhalten der BVB-Zuschauer auch ganz normal. Ich hätte es besser gefunden, wenn unsere Fans etwas ruhiger reagiert hätten, schließlich hat er heute stark für uns gespielt und auch seine großen Qualitäten gezeigt.
Martin Bader (Sportdirektor FCN): Wer Jan kennt, weiß, dass er nichts Böses im Sinn gehabt hat. Sein Charakter ist top und er hat sich bei uns von der ersten Minute an voll reingehauen, seit er bei uns spielt. Er wollte sich bei den BVB-Fans bedanken, weil sie immer auch zu ihm gehalten haben. Das war überhaupt nicht gegen unsere Fans gerichtet. Jetzt sitzt der Jan in der Kabine und versteht die Welt nicht mehr.
Die BVB-Spieler in der Einzelkritik
Marcel Höttecke (2,5): Bei Kollers erster Chance noch zu weit vorm Tor und im Glück. Ab dann zweimal glänzend auf dem Posten und mit seinem ersten Zu-Null-Spiel in der Bundesliga.
Antonio Rukavina (4): Kämpferisch in Ordnung, scheint aus Angst vor Fehlern und dem Publikum aber gehemmt. Konnte seine Schnelligkeit nur bei einer Flanke auf Frei gut ausspielen.
Mats Julian Hummels (3,5): Zweimal zu spät gegen Koller, ansonsten sicher. Auch mit Akzenten nach vorne. Scheint sich mehr und mehr in der Innenverteidigung festzuspielen.
Robert Kovac (3,5): Überließ Hummels die undankbare Aufgabe, Koller zu beschatten. Selbst als Organisator tätig und eng am Mann. Keine Offensivaktionen. Da er zu Null spielte, alle Argumente auf seiner Seite.
Dede (4): Ungewohnt fahrig und unkonzentriert in seinen Aktionen. Kaum Offensivimpulse nach vorne, hatte mehr Probleme mit Saenko als Rukavina mit Vittek.
Kuba (2,5): Bester BVB-Feldspieler. Fast alle gefährlichen Angriffe liefen über ihn. Ab und zu noch zu verspielt, doch war sein Auftritt heute der Lichstrahl in der dunklen Gasse.
Tinga (4): Mit einem Traumpass auf Frei. Ansonsten offensiv nicht in Erscheinung getreten. Defensiv gewohnt bissig, ohne jedoch zu glänzen.
Marc-Andre Kruska (4): Früh angeschlagen, biss er bis zur 63. Minute auf die Zähne und ging weiter in jeden Zweikampf. Dies honorierte auch das sonst so kritische Sitzplatzpublikum bei seiner Auswechslung.
Florian Kringe (5): Nachdem sein Zwillingsbruder im Pokalfinale noch eine bärenstarke Partie bot, spielte er heute wie gewohnt. Zwar bemüht, aber mit vielen unglücklichen Aktionen und schlechten Pässen.
Mladen Petric (5,5): Sein wohl schwächstes Saisonspiel. Kaum Ballkontakte, kaum gefährliche Aktionen. Das war nix!
Alexander Frei (4,5): Zweimal an Klewer gescheitert. Besonders die erste Torchance musste sitzen.
Delron Buckley: Kam in der 63. Minute für Kruska und konnte bis auf eine Ausnahme wieder einmal nur mit Fehlpässen glänzen.
Diego Klimowicz: Motiviert und engagiert ging er vorne in die Spitze. Kam oft nur ein, zwei Sekunden zu spät. In dieser Form nicht schlechter als Petric.
Die Fans in der Kritik
BVB: Auch auf der Südtribüne war Jan Koller das große Thema und man feierte ihn fast lauter als die eigene Mannschaft. Zu Beginn und auch in Teilen der zweiten Hälfte durchaus ordentlicher Support, der dann wieder einmal durch die schwache Leistung der Mannschaft untergraben wurde. Erst nach dem Spiel dann bei der Welle mit Koller noch einmal ordentlich Stimmung in der Bude. Besonders bemerkenswert, weil laut, weiterhin der Gesang "Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz" bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung.
Nürnberg: Nackt, laut und voller Einsatz. Weckten in der ersten Hälfte oft aus der Tiefschlafphase auf der Pressetribüne auf. Wären sie nicht mit den Scheissern befreundet und hätten sie nicht Jan Koller so nach Spielende behandelt, wären sie heute richtig überzeugend gewesen. Aus letztgenannten Gründen kann deshalb nur folgende Note vergeben werden: Fünf. Denn der "Lange" spielte richtig stark und hat zu jeder Zeit des Spiels alles für seinen neuen Verein gegeben, sodass diese heftige Reaktion viel zu überzogen war.
Die Trainerstimmen (Phrasenalarm!!!):
Thomas von Heesen:
Es hätte ein schöner Abend werden können, aber es hat nicht sollen sein. Wir aben 90 Minuten mit Risiko gespielt und hatten genug Gelegenheiten das Spiel für uns zu entscheiden. Außer dem Pech hatten wir auch viel Unvermögen. Mit dem Auftritt der Mannschaft bin ich insgesamt zufrieden. Wir haben heute viel investiert und sind leider nicht belohnt worden. Wenn man die Chancen verarbeitet die man sich herausspielt, nimmt man hier drei Punkte mit. Das bringt uns in dieser Situation sicherlich einen Punkt, dllerdings um sich zu befreien ist das zu wenig.
Thomas Doll:
Wir haben endlich seit langer Zeit mal wieder zu null gespielt, aber da lag heute vieles noch brach, gerade was das Spiel nach vorne angeht. Das war viel zu wenig, was wir in der ersten Halbzeit abgeliefert haben. 70.000 Zuschauer kommen her um sich an schönem Fußball zu erfreuen. In der 2. Halbzeit sind wir dann besser ins Spielgekommen, sind schneller angelaufen und hatten mehr Tempo im Spiel. Das ist dann auch während der 2. Halbzeit wieder abgeflacht. Ich habe auch gedacht, dass wir nach der 2. Halbzeit in Frankfurt, in dem wir richtig guten Fußball gezeigt haben, dass wir das mit in dieses Spiel hinüber nehmen können. Unterm Strich war es ein gerechtes Unentschieden. Wir hatten die Möglichkeit, vielleicht auch in Führung zu gehen, als Frei alleine auf das Tor losläuft, dann wäre vielleicht, die Last von den Beinen und aus den Köpfen abgefallen und wir hätten mehr Ruhe in die Aktionen bekommen. Unterm Strich wären wir natürlich gerne schon viel weiter. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Ich habe mich geschämt was die erste Halbzeit anbelangt und verstehe, dass die Fans enttäuscht sind. Wir werden unsere Lehren sicher aus dem Spiel ziehen, dann kann man auch nach vorn schauen.
Für die Freunde des umfangreichen Zahlenmaterials
BVB (4-4-2): Höttecke - Rukavina, Hummels, Kovac, Dede - Kuba, Tinga, Kruska (63. Buckley, Kringe - Petric (63. Klimowicz), Frei
Nürnberg (4-2-1-3): Klewer - Jacobsen, Wolf, Abardonado, Pinola - Galasek, Engelhardt (84. Mnari) - Mintal - Saenko (63. Misimovic), Koller, Vittek
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 70.500
Gelbe Karten: - Mintal (39., Meckern), Galasek (79., Foulspiel), Wolf (86., zwischen Foulspiel und Notbremse)
SR: Dr. Drees (Mainz - Assistenten: Welz, Soltow - 4. Offizieller: Bandurski), Note 4,5. Keine spielentscheidenden Fehler, hätte aber Pinola zwingend (32., Foul an Kuba) und Klimowicz (65.) durchaus Gelb zeigen müssen/können. Die Gelbe Karte gegen Wolf anstatt Rot war so gerade noch vertretbar. Schlechtes Stellungsspiel, stand den Spielern oft im Weg. Pluspunkt: Ließ das Spiel gut laufen.
Chancen: 4:5
Torschüsse: 12:12
Ecken: 3:3
Flanken: 10:11
Ballkontakte: 48% : 52 %
Gewonnene Zweikämpfe: 51% : 49 %
Fouls: 11:16
Abseits: 3:1
Die meisten Torschüsse: Frei (5) : Koller (3)
Die meisten Torschussvorlagen: Kuba (3) : Vittek (4)
Die meisten Ballkontakte: Dede (100) : Pinola (87)
Die besten Zweikämpfer: Kringe (74%) : Pinola (60%)
Malte, 03.05.2008
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