Der stürmische Bremer Spieltagsblog

Logo SpieltagsblogVor dem Spiel gegen Werder Bremen gab es zwei beherrschende Themen. Richtig, die Auslosung des DFB-Pokal Halbfinalspiels und Sturmtief Emma. Zwar schaffte es Emma zwar nicht, eine Spielabsage in Bremen zu erzwingen, aber immerhin in unseren Blog. Natürlich gab es wettertechnische Abnormitäten in der An- und Abfahrt, die auch manchem Leser zu schaffen machten. Aber lest selbst:

Raphael:

Der Gästeblock im Weserstadion rocktMann oh mann, war das ein Tag. Auswärtsspiel gegen Bremen. Und ich habe mich Wochen lang geärgert, dass ich nicht mitkommen kann. Sollte eigentlich selber ein Spiel haben. Und was man so gehört hatte - Bremen als Auswärtsspiel soll ziemlich geil werden. Dementsprechend groß mein Ärger, dass ich nicht mitkommen kann, schließlich sollten bei meinem Spiel auch Omma und Oppa zugucken - also hatte ich Anwesenheitspflicht.

Aber dann habe ich Freitag vom Sturm "Emma" gehört. Und auf einmal war die Hoffnung da: "Bitte, bitte, lass den Platz morgen durch den Sturm unbespielbar werden" (hätte mich zwar auch geärgert, schließlich hieße das, dass das Spiel unter der Woche nachgeholt werden muss, aber der BVB ist in solchen Momenten einfach wichtiger) Und mein Fanclub müsste ja eigentlich auch noch eine Karte übrig haben. Also habe ich gehofft. Und was soll ich sagen - genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es dann auch gekommen. Sturm "Emma" machte ein Fußballspiel auf Grand unmöglich. Spiel morgens um halb neun abgesagt. Da bin ich gerade aufgestanden, von der Spielabsage gehört, zum Handy gestürmt und rumgesimst ob die Karte vom Fanclub noch da ist. Was habe ich auf heißen Kohlen gesessen, als sich da eine halbe Stunde niemand gemeldet hatte. Vom Fernseher wieder zum Nachschauen ob endlich die erlösende SMS da wäre und wieder zurück zum TV (aus lauter Nervosität natürlich nur irgendwelche allmorgendlichen Idioten-Programme geschaut). Dann endlich war die SMS da. Noch 1-2 telefoniert und zack - ich hatte die Karte. Hals über Kopf raus aus dem Haus, am lokalen Bahnhof mit ein paar Leuten aus dem Gesamtübersich des Bremer WeserstadionsFanclub getroffen und ab zum Hamburger Hauptbahnhof. Dort mit den (wirklich zahlreichen) Dortmund-Fans schon mal ein bisschen auf das Spiel eingestimmt. Dann in den Metronom nach Bremen und unterwegs dann noch mehr aus dem Fanclub getroffen und gemeinsam zum Stadion gedackelt (geile Stimmung übrigens am Bahnhof und die Straßenbahn hat auch schon ordentlich gewackelt).
2 Stunden vor Anpfiff am Stadion angekommen und erst Mal die (aus meiner Sicht) wirklich dämlichen Ordner-und Kartenüberprüfungen über sich ergehen lassen und dann schnellstens in den Block. Zur Stimmung und zum Spiel nur soviel:
- Stimmung war meiner Ansicht nach wirklich fantastisch heute. 1-2 mal gab es ein paar kleine Haker, aber der Rest war wirklich geil. Dementsprechen höre ich mich auch gerade an.

- Spiel war vor allem in der ersten Halbzeit wirklich gut von uns. Und in der ersten Halbzeit wären die Bremer auch zu knacken gewesen. Zu den merkwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen sage ich jetzt lieber nix... In der 2ten Halbzeit war Bremen dann ganz klar die bessere Mannschaft. Und nach dem 0:2 und dem vohergegangen schludrigem Abwehrverhalten (welches eigentlich über das gesamte Spiel schlecht war) war der Drops natürlich gelutscht.
Nach dem Spiel zu Fuß einmal durch Bremen gelaufen, da wir nicht wirklich Lust auf die zugequetschten Straßenbahnen und Busse hatten. So habe ich dann auch mal die Stadt Bremen gesehen. Und was ich gesehen habe, sah eigentlich ganz nett aus. Wohnen würde ich da aber trotzdem nicht wollen ;D
Die Heimkurve zeigte eine mäßige LeistungZuletzt noch die entspannte 1 1/4 Stunden Rückfahrt nach Hamburg. Mit der Erkenntnis, dass wir, wenn ich und mein Fanclub unterwegs sind, einfach nicht gewinnen können

Sebastian:

Um kurz vor acht fing für uns die Auswärtsfahrt nach Bremen an. Wir hätten auch später fahren können (und dann über Münster und Osnabrück), aber wir wollten uns den Fans aus Dortmund anschließen. Dort kam man um halb neun an, ehe es eine halbe Stunde später per WET weiterging Richtung Minden. Nach einigen Minuten erfuhr man dann, dass man den Zug verlassen müsse, da dank Emma ein Baum auf die Oberleitung gefallen sei. Nach einiger Verwirrung ging es dann per Schienenersatzverkehr nach Gütersloh. Von da aus nahm man den Regionalexpress nach Minden, worüber sich zunächst aber auch keiner einig war. Danach fuhr man wie geplant nach Wunstorf und schließlich nach Bremen. Während man, wie gewohnt, von den Ordnern sehr genau kontrolliert wurde, hörte man über die Lautsprecher die Mannschaftsaufstellungen. Genau um 15:30 hatten auch wir unseren Platz im Gästeblock gefunden, obwohl man am Morgen noch damit rechnete, dass man zwei Stunden vor Anpfiff im Stadion sein würde.

Stimmungsmäßig hat man über die 90 Minuten ein gutes Bild abgegeben. Selbst nach dem 2:0 Der Gästeblockwar es lauter denn je. Von Bremen konnte man nur enttäuscht sein. Habe nur die fünf Fähnchen gesehen, die durchgehend präsentiert wurden. Mehr kam aber auch nicht. Ich konnte die grün-weißen Fans über die 90 Minuten hinweg genau vier Mal hören. Zwei Mal war es der Aufschrei bei den Toren...

Nach der Partie versuchte man sich irgendwie in eine S-Bahn Richtung Hbf zu quetschen, um den Zug nach Hannover über Wunstorf um 18:18 Uhr noch zu bekommen. Das gelang auch ganz gut und glücklicherweise hatte man noch Zeit für eine kleine Stärkung. Im Gegensatz zur Hinfahrt verlief die Rückfahrt im Großen und Ganzen reibungslos. Teils diskutierte man noch über die Fehlentscheidung des Schiedsrichters, teils war einem aber doch noch ab und zu zum Lachen zumute. In Bremen kann man eben mal verlieren...

David, Markus, Pommes und Thomas:

In den letzten Jahren sind die Spiele gegen Bremen für meine schwarz-gelben Kumpels und mich zu so etwas wie ein kleines Derby geworden, da wir uns im Alltag viel zu oft mit den grünen (oder wahlweise auch orangen) Fans herumschlagen müssen. Deshalb waren die beiden Siege schon kleine Highlights in der bisher wohl eher durchwachsenen Saison.

So stieg also mit jedem Tag die Anspannung, bis wir uns dann endlich um halb 12 in Vechta in die Nordwestbahn setzten, um uns auf die angenehme und ungewohnt kurze Anreise zu machen. Kurz?? Angenehm?? Da war doch was?
Genau da war doch was... Irgendwo hinter Wildeshausen, mitten in den Kappaten hielt der Zug plötzlich an und eine nette Durchsage ertönte aus den Lautsprechern: „Leuchte auf mein Stern BorussiaLiebe Fahrgäste wir haben einen Baum auf der Strecke."
Toll! Aber was willste machen?! Ein paar Leute wurden also ins nächste Dorf geschickt um eine Säge zu holen, nachdem wir vergeblich versucht hatten, mit vereinten Kräften den Baum neben die Schienen zu schieben. Der Bauer, der dann mit eine Kettensäge kam, wurde mit Beifall begrüßt und beim Zersägen des Stammes mit einer Welle gefeiert wurde.
Es konnte also weitergehen, sodass wir für diesen Vorfall mit einer nicht allzu großen Verspätung von einer dreiviertel Stunde den Bremer Hauptbahnhof erreichten. Mit einem netten Bremer Fan, der wohl zur aktiven Fanszene zählte, stiegen wir dann in die S-Bahn und fuhren zum Stadion, wo sich unsere Wege trennten. Da der Block schon ziemlich voll war, mussten wir und relativ weit hinten einreihen.
Der Support in Halbzeit 1 war gut, wobei man den Oberrang kritisieren muss. Da hätte mehr kommen können. In der 2. Halbzeit ließ die Lautstärke zunächst etwas nach, nahm jedoch zum Ende hin wieder zu, sodass die Mannschaft sehr beeindruckend verabschiedet werden konnte.
Hinter dem Gästeblock konnte man dann noch sehen wo die Weser ihrem Bogen macht(übrigens sehr amüsante Stadiondurchsage;)).
Die Rückfahrt verlief weitestgehend ruhig bis wir wieder im Hafen der Heimat einliefen.
Dort versuchte ein so genannter „Ultrà" unseren Schwenker zu zocken, wobei er jedoch kläglich scheiterte und sich an der Bahnhofswand wiederfand. So endete unser Trip nach „Orange-Country", der wohl sicher nicht mit den normalen Auswärtsfahrten zu vergleichen ist. Danke Emma!

Fabian: 

Aufgrund des Geheuls und Gemotzes über das beschmierte Verhalten einiger, aus meiner Sicht, weniger Rostocker bei deren letzter Punktabgabe bei uns wollt ich mal meine Eindrücke kundtun, die mich als Borussen doch sehr beschämt haben. Da provoziert und traktiert ne Horde von geistigen Vollwaisen in SchwatzGelb mit einer Selbstverständlichkeit alles und jeden, der auch nur im entferntesten nach Bremer Anhang aussieht. Da werden u.a. bei kleinen Kindern Fäustschläge ins Gesicht angetäuscht und deren Eltern beleidigt und bespuckt. Falls Papa oder Mama nun auf die Idee kommen sollten, auch nur einen Blick zu riskieren oder verbal darauf zu reagieren, so werden sie von unseren kompetenten Krawallbrüdern auch gern noch mit ner Schelle verabschiedet. Dabei scheint das Treiben ausser den Betroffenen aber niemanden so richtig zu tangieren, was auch auf die Damen und Herren in Grün zutrifft. Auf Hinweise von mehreren Leuten wird nicht reagiert und das ganze wahrscheinlich als Laberei abgetan, obwohl ne Hundestaffel keine 20 Meter vom Geschehen entfernt steht und doch eigentlich sowas einzuschätzen wissen sollte. Ne kurze Ansprache von nem Schäferhund hätte die Situation wahrscheinlich recht schnell entschärft. Stattdessen durfte weiter gepöbelt und gezeigt werden, was wir doch für nen teilweise richtig knorken und engagierten Support mit uns bringen. Und irgendwie scheint es kaum jemanden von den Umstehenden gejuckt zu haben.
Bei den Ostclubs hat man dagegen immer den Eindruck dass, auch vom Dortmunder Anhang, gerne alle pauschal in die gewalttätige Ecke gestellt werden, obwohl es auch da nur ein geringer Anteil derer ist die den Verein und seine Fans in ein solches Licht rücken. Warum ist da der Aufschrei über deren Verhalten so gross, aber wenn die eigenen Leute sich daneben benehmen hört ma so gut wie nix von irgendwelcher Empörung. Ist wahrscheinlich angenehmer sich einzureden, dass wir denen ja in so vielem voraus sind, insbesondere im Umgang mit anderen Menschen. Frei nach dem Motto, Ossi = Arbeitslos = Gewaltbereit. Die Spezialisten haste nun ma bei jeder Truppe, nur sollte man dass auch erkennen und nicht nur einigen wenigen Vereinen stets den schwarzen Peter unterjubeln. Weil das eigene Fehlverhalten auszublenden und sich dafür an anderen hochzuziehen, kann ja nicht Sinn und Zweck unseres Fandaseins zu sein.
Vom Spiel selbst hab ich dann aber auch nix mitgekriegt. Hatte mich noch vor Anpfiff für ne Stadtrundfahrt im Rettungswagen mit anschliessender Behandlung im KH eingetragen. Alles in allem kein allzu prickelnder Tag.

Spieltagsblog - 03.03.2008