Noch zwei Siege bis Berlin

Der DFB-PokalAm Dienstag ist es so weit. Erstmals seit der Saison 95/96 steht der BVB im Viertelfinale. Auch damals gab es ein Heimspiel, der Gegner hieß Karlsruher SC. Aber vergessen wir die alten Geschichten. Was einmal war ist vergessen, wir leben im Jetzt. Und jetzt hat der BVB die Chance, den indirekten, direkten Weg zum Saisonziel zu erringen. Es sind noch zwei Spiele bis Berlin. Und unter Umständen ist man dann im UEFA-Cup. Also, holt eure Bananen und Pokalattrappen raus, wir wollen nach Berlin!

Jahrelang war es Utopie, in Bezug auf den DFB-Pokal nur ansatzweise an die Bundeshauptstadt zu denken. Aber die Zeiten scheinen sich zu ändern. Plötzlich entwickelt sich in Dortmund eine echte Pokaleuphorie. Allerdings muss man auch sehen, dass die Meinungen zum Gegner ziemlich weit auseinander gehen. Von „Die hauen wir locker weg" bis zu „Ein Gegner, der uns rauswirft" ist alles dabei. Auf jeden Fall ist Hoffenheim ein undankbares Los.

Rangnick im Pressezentrum des WestfalenstadionsHoffen... wer?

Vielen BVB-Fans geht es bestimmt auch so. Hoffenheim ist der Shootingstar der zweiten Liga (fünf Siege in fünf Spiele der Rückrunde) und liegt zur Zeit auf Platz 6. Nur wo liegt Hoffenheim? Hoffenheim ist ein Dorf im Rhein-Nekar-Kreis und wurde 1972 der Stadt Sinsheim eingemeindet. Wem jetzt Sinsheim nichts sagt: Hoffenheim liegt ca. 20 km von Heidelberg. Dieses Dorf (2006 hatte man 3272 Einwohner) und sein bekanntester Sportverein, die TSG 1899 Hoffenheim, haben ihren Höhenflug ihrem Mäzen, Dietmar Hopp, zu verdanken. Der Gründer der Firma SAP unterstützt den Verein, bei dem er in der Jugend selber gespielt hat, vor allem finanziell. Seine Idee, die Vereine TSG Hoffenheim, FC Astoria Walldorf und SV Sandhausen zum Verein FC Heidelberg 06 zusammenzuschließen, scheiterte 2005. Nun ist der Dorfverein dank der Millionen von Hopp und seiner Jugendarbeit in der zweiten Liga und riecht an einem Aufstiegsplatz.

Bereits 2003/04 standen die Hoffenheimer im Viertelfinale des DFB-Pokals. Damals scheiterten sie an dem VfB Lübeck. Vielleicht ist die TSG im Fußball noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, auf der Bank gibt es aber reichlich Kompetenz. Trainer Rangnick, ausgestattet mit einem 5-Jahres-Vertrag, ist dem BVB-Fan sicher ein Begriff durch sein Gastspiel beim Revierrivalen aus Gelsenkirchen. Daneben gibt es auch einen gewissen Bernhard Peters, der beinahe Sportdirektor beim DFB geworden wäre und seines Zeichen Hockey-Bundestrainer war. Auch der Torwarttrainer ist in Dortmund ein Begriff. Es ist der ehemalige Spieler Philipp Laux.

Aber kommen wir nun zu der Mannschaft. Dort muss der Trainer sich entscheiden, ob er der siegreiche Mannschaft vom Freiburg-Spiel das Vertrauen schenkt oder die Aufstellung ändert. Im Tor wird der Österreicher Ramazan Özcan stehen. In der Innenverteidigung erwartet man Matthias Jaissle und Marvin Compper. Sollte Jaissle ausfallen, dürfte Steffen Haas spielen. Auf den Außen erwartet man den ehemaligen Bundesligaspieler Jochen Seitz und den Ungarn Zsolt Löw. Das defensive Mittelfeld wird durch den Brasilianer Luiz Gustavo Dias besetzt, davor findet man Selim Teber und den Brasilianer Carlos Eduardo Marques. Im offensiven Mittelfeld agiert der bekannte Spanier Francisco Copado. Im Sturm findet man die Einkäufe, den Senegalesen Demba Ba und den Nigerianer Chinedu Ogbuke Obasi. Verzichten müssen die Baden-Würtemberger auf die grippeerkrankten Spilacek, Nilsson (Bänderverletzung) und Vorsah (Kreuzbandriss), sowie die Rekonvaleszenten Rundio und Keller. Fraglich ist noch der Einsatz von Jaissle und Bindnagel, die beide unter Muskelproblemen leiden.

Doll zeigt die Richtung anRettung durch den DFB-Pokal?

Eigentlich ist die Saison für den BVB schon gelaufen. Sowohl nach oben als auch nach unten hat der BVB dank seiner Ost-Punkte reichlich Abstand. Sicherlich, wenn alles gut bzw. schlecht läuft, kann der BVB in beide Bereiche wieder vorschnellen, aber wer erwartet das denn noch? Also wird es wieder eine neue Saison ohne Europapokal geben?! Eigentlich ja, wenn es da nicht so einen Wettbewerb gäbe, den der BVB schon zweimal gewonnen hat. Es handelt sich um den DFB-Pok.....! Tschuldigung, dieses Wort hat man als BVB-Fan leider nicht mehr im Wortschatz. Wahrscheinlich reichen dort noch zwei Siege aus, um doch noch das Saisonziel, welches nie genannt wurde, zu erreichen. Aber gerade jetzt erlebt der BVB eine Grippewelle, so dass morgen reichlich Spieler angeschlagen sein werden.

Erneut wird Weidenfeller-Ersatzmann Marc Ziegler versuchen, sein 6. Zu-Null-Pflichtspiel einzufahren. In der Innenverteidigung sollte das Relativ-Erfolgsduo Kovac und Amedick spielen. Auf der Rechten Abwehrseite wird erneut Neuzugang Antonio Rukavina stehen, während sein Pendant auf der anderen Seite weichen muss, da Rotsünder Dede im Pokal spielen darf. Buckley wird wohl im Team bleiben und Kringe im linken Mittelfeld ersetzen, Tinga dürfte auf der rechten Seite spielen. Im defensiven Mittelfeld, wenn er rechtzeitig fit ist, spielt Kehl, während im offensiven Mittelfeld Giovanni Federico auflaufen wird. Im Sturm dürfte neben Frei auch der angeschlagene Petric agieren. Sollte er aber doch ausfallen, könnte Top-Joker Klimowicz die besten Einsatzchancen haben.

Fehlen werden auf jeden Fall Roman Weidenfeller (Reha nach Schulter-OP) und Jakub Blasczcykowski (muskuläre Probleme). Fraglich sind noch die grippekranken Buckley, Valdez, Kehl, Petric und Wörns sowie Kringe, der ebenfalls muskuläre Probleme hat.

Vom Fehleinkauf zum Defensivprofi - Delron Buckley gegen RostockKarten, frische Karten...

Morgen um 19 Uhr ist es endlich soweit: Erstmals seit 1995 steht der BVB im Viertelfinale des DFB-Pokals. Das Westfalenstadion wird für ein Pokalspiel gut besucht sein. Ca. 4.100 Fans bringt der Sinsheimer Sportclub mit. Da auch der Verkauf in Dortmund gut geklappt hat und somit über 50.000 Fans im Stadion sein werden, wird es das bestbesuchte Dortmunder Pokal-Viertelfinale sein. Wer sich jetzt noch überlegt, wegen der fehlenden Live-Übertragung um Fernsehen das Spiel zu besuchen: Ab 15 Uhr sind die Tageskassen rund um das Stadion geöffnet.

Und schon wieder ein Doktor...

Morgen ist wieder München zu Gast im Westfalenstadion: Schiedsrichter der Partie ist Dr. Felix Brych. Der 32-jährige Jurist pfeift sein 10. Pflichtspiel des BVB. Bleibt zu hoffen, dass sein einziges Pokalspiel mit dem BVB kein schlechtes Ohmen ist:(0-1 gegen gegen Hannover 96 im Jahr 2006). In der Bundesliga sieht es erheblich besser aus. Nur einer Niederlage stehen vier Siege und drei Unentschieden gegenüber. An der Linie wird er von Georg Schalk und Robert Hartmann unterstützt. Der vierte Mann ist Guido Kleve.

Kann er auch wieder gegen Hoffenheim feiern? - Mladen Petric7-2 für den BVB

Positiv sieht die Viertelfinal-Statstik des BVB aus. Siebenmal konnten die Borussen das Halbfinale erreichen, allerdings endeten die letzten beiden Spiele mit einer Niederlage (1992 bei Werder Bremen mit 0-2 und 1995 daheim gegen den Karlsruher SC mit 1-3).
Einfach ist es, die Partien der beiden Mannschaften untereinander aufzuzählen. Es gab einfach noch keine.

Die Zeit für Pokalhelden ist da

Borussia Dortmund: Ziegler - Rukavina, Kovac, Amedick, Dede - Kehl (Kruska), Buckley (Kringe), Tinga, Federico - Petric (Klimowicz), Freitag

TSG 1899 Hoffenheim: Öczcan - Seitz, Jaissle (Haas), Compper, Löw - Teber, Gustavo, Carlos Eduardo, Copado - Ba, Obasi

Die Dortmunder Bank: Bade - Brzenska, Wörns, Degen, Kruska, Klimowicz, Valdez

Was gibt es sonst noch?

Die Pokal-Halbfinal-Auslosung findet am Sonntag um ca. 17.10 Uhr im Rahmen der ZDF-Sportreportage statt. Durch die Sendung führt Kirstin Otto. Noch steht aber nicht fest, wer dem BVB ein Halbfinal-Heimspiel zulost. Man darf doch mal träumen, oder?

CHS - 25.02.2008
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin - Welle vor der Südtribüne