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Die BVB-Geschichte - 15.02.2008

Die Geschichte des BVB - Teil 11: Die BVB-Historie von 1969 bis 1978 (Teil 3)

In dieser Rubrik findet ihr ab jetzt einen Rückblick auf über 100 Jahre Borussia Dortmund und ein wenig mehr. Denn wir werfen auch einen kurzen Blick auf die übrige Dortmunder Fußballlandschaft.

Am 12.07.1976 war Trainingsauftakt (Erst einmal für die Neuverpflichtungen) für die erste Erstligasaison des BVB seit dem Abstieg. Präsident Günther erklärte, dass man sich bei der Verpflichtung weiterer Spieler Zeit lassen werde bis zum Ende des Jahres. Der Transfer von Hattenberger von Fortuna Köln zum BVB scheiterte an den hohen Ablöseforderungen der Kölner. Fünf Tage später erschienen die restlichen Spieler zum Training und Trainer Rehhagel erklärte, dass es für den BVB eine ganz schwere Saison werde.

Am 04.08.1976 unterschrieb dann ein neuer Spieler beim BVB. Von Hertha BSC Berlin kam Erwin Kostedde und unterzeichnete einen Zweijahresvertrag. Nur drei Tage später rechtfertigte Kostedde seine Verpflichtung beim 10-0-Kantersieg beim Landesligisten Concordia Haaren in der ersten DFB-Pokalrunde. Sechs Treffer konnte Kostedde erzielen und auch der zweite Neuzugang Lippens erzielte zwei Tore.

Im ersten Bundesligaspiel musste der BVB zum HSV reisen und meldete sich mit einem Paukenschlag zurück. Man gewann völlig überraschend mit 4-3 dort und erneut war Kostedde zweifacher Torschütze. Nur 40.000 Zuschauer begrüßte der BVB beim ersten Heimspiel gegen Saarbrücken (2-1-Sieg). Leider gab es Falschmeldungen beim Kartenvorverkauf. Allerdings wurde bei diesem Spiel der erste BVB-Trikot-Sponsor vorgestellt. Der holländische Tabakhersteller übergab der Mannschaft dann sogar einen echten kleinen Löwen mit Namen Sambo als Maskottchen. Selbst im BVB-Wappen tauchte jetzt ein Löwe auf. Das erste ausverkaufte Haus (54.000 Zuschauer) folgte 14 Tage später gegen den Meister aus Gladbach (0-0-Endstand).

Das verfremdete BVB-Logo mit SamboIm September wurde bekannt, dass der BVB sich um die Verpflichtung von Hannes Bongartz vom Reviernachbarn aus Gelsenkirchen bemüht. Ein Monat später wurde Manfred Burgsmüller von Bayer Uerdingen verpflichtet. Zum Abschluss der Hinrunde erzielte der BVB ein 2-2 gegen den ersatzgeschwächten Sch*lke 04. Damit erreicht der BVB einen guten achten Platz mit 17-17 Punkten und 33-29 Toren. Mit einem durchschnittlichen Besuch von 45.000 im Westfalenstadion war der BVB Krösus der Liga.

Eine Enttäuschung erlebte der BVB drei Tage später, als man gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück in der 3. Runde des DFB-Pokals spielte. In der Verlängerung verlor der BVB mit 1-3 gegen seinen Angstgegner. Zum Jahresabschluss gewann der BVB sein eigenes Hallenturnier mit 5-3 gegen Werder Bremen.

Auf der Mitgliederversammlung am 13.12.76 kam es zum offenen Bruch zwischen dem BVB und dem BFC. Der Vorstand hatte erkannt, dass zwar durch den BFC viel mehr Mitglieder sich dem Verein angeschlossen hatten, aber auch bemerkt, dass dadurch der BFC die Möglichkeit hatte, sich aktiv in den Vereinsgeschäften wie z.B. Bestellung des Vorstandes einzumischen, denn mittlerweile war der BFC 900 Mitglieder stark. In einer hektischen Versammlung warfen BFC-Mitglieder dem Vorstand vor, neun Millionen Mark Jahresumsatz verschwendet zu haben. Auch die Trainerwechsel in der Saison 75/76 wurden von den Fans heftig kritisiert. Präsident Günther und andere Vorstandsmitglieder sahen in dieser Kritik vereinsschädigendes Verhalten und fühlten sich in ihrer Meinung, der BFC sei ein „Verein im Verein“ endgültig bestätigt. Der BVB-Vorstand handelte. Das Ziel: Der BFC durfte in dieser Form nicht weiter bestehen. Im Januar 1977 begann dann eine richtige Schlammschlacht gegen die Gründer des BFC. Angeblich waren die einzelnen Fans unzufrieden mit der Leitung des BFC. Das Ganze gipfelte in der Behauptung, dass Einnahmen aus der Vereinzeitung BFC-Aktuell nicht an den Kinderhort oder andere soziale Einsatzgebiete weitergeleitet wurde, sondern in die Geschäftsstelle des BFC. Der BVB warf Peter Noisten aus dem Verein und untersagte dem BFC sich weiterhin BVB Fan Club zu nennen und das Emblem des BVB zu nutzen. Noisten wurde zur Zielscheibe der vorstandstreuen Fans und zog sich enttäuscht und entnervt zurück. Die Bedeutung des BFC in der Fanszene ging immer weiter zurück.

Das Jahr 1977 begann mit einem neuen Transfergerücht. Angeblich war der BVB am niederländischen Nationalspieler Jan Peters dran. Für den 22-Jährigen sollte der BVB aber eine Ablösesumme von über einer Million DM an NEC Nijmegen zahlen. Der Rückrundenauftakt gegen den HSV glich einem Tag der offenen Tür. Viermal gingen die Hamburger in Führung, aber der Gastgeber aus Dortmund schaffte jedes Mal den Ausgleich. Am Ende konnten die Dortmunder den 4-4-Endstand bejubeln. Trainer Rehhagel meinte nach dem Spiel: „Herz, was begehrst du mehr? Von diesem Spiel werden die 42.500 Zuschauer noch lange sprechen.

Im Januar und Februar fielen mehrere Spiele den schlechten Witterungsverhältnissen zum Opfer. Auch wurde im Februar bekannt, dass der BVB nicht an einer Verpflichtung von Paul Breitner interessiert war. Im März fielen dann Namen möglicher Neuzugänge für die nächste Saison. Spieler wie Stielike, Kliemann oder Bast wurden in die Runde geworfen. Ende April wurde der Wechsel vom Duisburger Werner Schneider zum BVB bekannt gegeben. Die Ablösesumme betrug eine Million DM. Im Mai folgten weitere Spielergerüchte. Die halbe Liga zitterte vor den „neureichen“ Dortmundern. Angeblich wollte man für den Essener Horst Hrubesch eine Million DM zahlen. Des Weiteren standen Spieler wie Kasperski, Schwarze und Schildt auf der Verkaufsliste.

Erfreuliches passierte Manni Burgsmüller am 26.04.77. Der Dortmunder Spieler wurde für Jacobs beim B-Länderspiel gegen Belgien eingewechselt und erzielte auch noch ein Tor zum 2-1-Sieg der deutschen Mannschaft. Zum Auswärtsspiel in Berlin durften diesmal auch die Spielerfrauen mitreisen und der Aufenthalt wurde bis zum Sonntag verlängert.

Zum „letzten Heimspiel“ trat der BVB im Gelsenkirchener Parkstadion gegen den 1. FC Köln an. Das Spiel fand dort statt, weil im Westfalenstadion ein neuer Rasen gelegt wurde, da der alte von Würmern zerfressen worden war. Aber der Umzug brachte kein Glück, denn der BVB verlor gegen den 1. FC Köln mit 1-2 und damit erstmals wieder „zu Hause“.

Acht Tage später war der BVB diesmal zu Gast im Parkstadion. Erneut brachte es den Dortmunder kein Glück, denn die Gelsenkirchener gewannen mit 4-2. Als Aufsteiger belegte der BVB dadurch den achtbaren achten Platz mit 34-34 Punkten und 73-64 Toren. Nur ein Sieg aus den letzten sechs Spielen verhinderte die mögliche Uefa-Cup-Teilnahme. Um nur 4.000 Zuschauer verpasste der BVB den Zuschauerrekord von Hertha BSC Berlin. Insgesamt 733.495 Zuschauer kamen zu den 17 Heimspielen. Nach dem Spieltag fuhr die Mannschaft für 6 Tage zu einem gemeinsamen Urlaub ins spanische Benidorm.

Während der Amerikareise der deutschen B-Vertretung überzeugt vor allem Manni Burgsmüller, der in allen drei Spielen traf. Neben ihm wurde der Dortmunder Peter Geyer eingesetzt. Währenddessen versuchte der BVB Bernd Cullmann (1. FC Köln) und Maik Galakos (St. Pauli) zu verpflichten. Beim Trainingsauftakt am 01.07.77 fehlten die Amerikafahrer Burgsmüller und Geyer. Dazu fehlten Wolfgang Vöge und Neuzugang Werner Schneider, da sie mit der Bundeswehr-Auswahl bei der Militär-WM in Syrien spielten. So war beim ersten Training nur der Offenbacher Amand Theis als einziger Neuzugang anwesend. Aber nur drei Tage später gab es einen Paukenschlag. Der BVB verpflichtete für 25.000 DM den 34-Jährigen Rückkehrer Siggi Held. Während des Trainingslagers in Holland musste Willi Lippens an der Leiste operiert werden. Mitte Juli erklärte der britische Rasenmeister John Escritt, dass der neu eingesähte Rasen gut angewachsen ist. Es wurde sogar über den Einbau einer Rasenheizung gedacht. Die Verhandlungen sollten zwei Monate später beginnen.

Dortmunds Ruf als neureicher Verein wurde schon allein deswegen aufrechterhalten, weil der BVB schon wieder 8.000 Dauerkarten verkaufte. Während der BVB und der Kölner Bernd Cullmann handelseinig waren, gab es zwischen den zwei Vereinen Streit über die Ablösesumme. Ende des Monats scheitern die Verhandlungen. Der 1. FC Köln verlangte mindestens 800.000 DM, während der BVB nur 600.000 DM zahlen wollte. Zwei andere Spieler verließen den Verein. Kasperski wechselte für 150.000 DM zum holländischen Zweitligisten Zwolle und Bernd Krauss wechselte zu Rapid Wien.

Bereits in der zweiten Runde im DFB-Pokal war für die Borussen Schluss. Zwar lagen die Dortmunder durch Burgsmüller mit 1-0 zur Halbzeit in Führung, aber am Ende gewannen die gastgebenden Fortunen aus Düsseldorf mit 3-1. Auch in der Liga startete der BVB mittelmäßig und lag zeitweilig auf dem vorletzten Platz. Im September bekamen Geyer und Burgsmüller erneut eine Einladung zur B-Nationalmannschaft und erneut traf Burgsmüller, diesmal zum 1-0 Endstand gegen die CSSR. Das Ablösespiel für Kasperski gegen PEC Zwolle endete im Desaster, die Dortmunder gingen mit 2-7 unter. Vier Tage später setzte es beim Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf die vierte Niederlage innerhalb eines Jahres.

Beim 2-0-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig feierte der sechs Monate verletzte Lippens eine triumphale Rückkehr. Einen Tag später erklärt der BVB, dass man gerne Wolfgang Frank von Eintracht Braunschweig holen möchte. Konkurrent bei der Verpflichtung war die Borussia aus Gladbach. Am 24.10.77 unterschrieb Frank beim BVB, obwohl er bereits eine Zusage in Gladbach abgegeben hatte. Der BVB bot dem Braunschweiger 30.000 DM Jahresgehalt mehr als der Deutsche Meister. Auch Trainer Rehhagel wurde zum Spekulationsobjekt. Zwei Tage nach der Vertragsunterzeichnung von Frank dementierte Rehhagel ein Angebot vom Hamburger SV.

Einer der besten BVB-Spieler aller Zeiten: Manni BurgsmüllerDen ersten Derbysieg nach 10 Jahren konnte der BVB beim Heimspiel am 05.11.77 feiern. Drei Minuten vor dem Ende gelang den Borussen ein glücklicher Sieg durch einen Elfmeter von Huber. Rehhagel beendete die Spekulationen und verlängerte vorzeitig seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Am 16.11. feierte Manni Burgsmüller beim 4-1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in Stuttgart gegen die Schweiz sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Ende November wechselte Hans-Werner Hartl zu Union Solingen. Auch Erwin Kostedde fand sich auf der Wunschliste eines anderen Vereins wieder. Die Chicago Stings wollten ihn gerne verpflichten.

Erwartungsgemäß wurde der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung wiedergewählt. Außerdem konnte Schatzmeister Jürgen Vogt eindrucksvolle Zahlen vorweisen: In der Spielzeit 76/77 verzeichnete der BVB eine Rekordeinnahme von 8,95 Millionen DM. Allerdings blieben von dieser Summe wegen der gestiegenen Kosten nur ein Reingewinn von 892.000 DM. Und im Dezember auf einer Pressekonferenz kündigte Präsident Günther an, in der neuen Saison groß investieren zu wollen: „Der BVB soll erneut ein Markenzeichen wie in den besten Jahren werden.“

Die Hinrunde beendete der BVB aber erstmal auf Platz acht mit 21-17-Punkten und 35-34 Toren. Beim Länderspiel in Dortmund gegen Wales war erneut Manni Burgsmüller dabei, konnte aber den guten Eindruck seines Debüts nicht bestätigen.

Zusammen mit Peter Wendel, Peter Hagemann, Dirk Franke u.a. starteten der Verein und seine Fans im Dezember 1977 das „Dortmunder Modell“. Hagemann und Co. gründeten die Interessengemeinschaft BVB Fans Dortmund, die einen Gestattungsvertrag mit dem Verein abschlossen, der regelte, welche Tätigkeiten der Verein der IG gewährte. Unter der Leitung der IG wurden weitere neue Ideen umgesetzt. Der Infostand, der vor der Nordtribüne steht, wurde von der IG realisiert. Außerdem wollte man durch einen erfahrenen Pädagogen den randalierenden Fans entgegentreten.

Das Jahr 1978 begann gleich mit einem Paukenschlag von Präsident Günther. Er kündigte an, dass man an einer Verpflichtung von Rudi Seliger oder auch Karl-Heinz Rummenigge interessiert sei. Das sorgte in der Liga für mächtigen Wirbel und die Kritik am BVB, der mit dem Scheckheft wedelte, wuchs. Am 08.01. musste sich Torjäger Manni Burgsmüller auf ungewohntem Terrain bewegen. Als Mitglied des 25-köpfigen WM-Aufgebots durfte er mit Schlagersänger Udo Jürgens die WM-Schallplatte „Buenos Dias Argentina“ aufnehmen.

Nach einer Niederlagenserie (3-11 Punkten) sprach der Vorstand dem Trainer am 20.02. das Vertrauen aus. Pressesprecher Kolbe erklärt: „Wir lassen uns keine Krise einreden.“ Trotz weiterer Rückschläge blieb Trainer Rehhagel weiter Optimist. Als aber selbst gegen die auswärtsschwachen Bayern nur ein 1-1 heraussprang, verbot er alle Nebenbeschäftigungen wie Autogrammstunden und Tennisspielen. Dies schien zu wirken, denn beim Auswärtsspiel in Braunschweig gewann der BVB durch ein Burgsmüllertor mit 1-0. Dieser war es auch, der beim Länderspiel in München gegen England (2-1-Sieg) den 1-1-Treffer vorbereitete.

Nachdem der Klassenerhalt nahezu perfekt war, begannen die Borussen mit den Personalplanungen für die neue Saison. Bisher konnte keine Einigung mit Peter Geyer erreicht werden. Dafür versucht man den Sch*lker Rüdiger Abramczik nach Dortmund zu holen. Aber auch Abramczik konnte wie zuvor schon Seliger, Hrubesch und Rummenigge nicht nach Dortmund gelockt werden. Obwohl Torwart Bertram wieder fit war, setzte Trainer Rehhagel weiterhin auf Torhüter Endrulat. Im April erfuhr Manni Burgsmüller, dass er im 40er Aufgebot für die WM war. Allerdings machte er sein nächstes Spiel für die B-Nationalmannschaft gegen die B-Vertretung Schwedens und erzielt den 1-0-Endstand.

Vor der letzten Bundesligabegegnung in Gladbach (Gladbach kämpfte mit dem 1. FC Köln um die Meisterschaft) erfuhr man aus Dortmund: „Zu verschenken haben wir nichts." Doch davon wusste man wohl am 29.04.1978 nichts mehr. Völlig wehrlos ergab sich die BVB-Mannschaft der Gladbacher und kassierte die bis heute höchste Bundesliganiederlage (0-12). Nur einen Tag später wurde Trainer Rehhagel (spöttisch nur noch Otto Torhagel genannt) vom BVB-Vorstand beurlaubt. Man warf ihm falsche taktische Einstellung vor. Außerdem hatte er an Ersatztorhüter Endrulat festgehalten. Die Leitung im Training übernahm vorläufig Siggi Held. Zwei Tage später leitete der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren ein. Der Vorsitzende Hans Kindermann warf der BVB-Mannschaft beim 0-12 passives Verhalten vor und die Mannschaft musste sich schriftlich äußern.

Erneut bekam der BVB eine Absage, da Volkmar Groß vom FC Sch*lke 04 nicht nach Dortmund kam. Die Verträge von Nerlinger und Kostedde wurden gekündigt. Dafür blieben die Spieler Wolf und Lippens beim BVB. Am 10. Mai erfuhr Manni Burgsmüller im Trainingslager von Malente, dass er nicht im endgültigen WM-Aufgebot von Helmut Schön stand. Einen Tag später erklärt Pressesprecher Gerd Kolbe, dass man sich um einen internationalen Startrainer bemühe. Es wurden Namen wie Rinus Michels, Miljan Miljanic, Georg Kessler oder Helmut Johannsen genannt. Sollte man diese Trainer nicht bekommen, dann werde man auf die Interimslösung Sigi Held zurückgreifen. Eine Woche später war beim BVB Dettmar Cramer Favorit auf den verwaisten Trainerstuhl. Aber da sich die Gespräche mit ihm zu lange hingezogen, wurde eine Woche später am 24.05.78 völlig überraschend Carl-Heinz Rühl als neuer Cheftrainer verpflichtet. Dazu verlängerte auch Peter Geyer seinen Vertrag und der BVB verpflichtet den Bocholter Stürmer Runge.

Am 1.06.78 wurde die endgültige Trennung von Nerlinger (wechselte zum Zweitligaaufsteiger Viktoria Köln) und Kostedde bekanntgegeben. Wenig später verließ auch Torwart Endrulat den Verein und wechselte zu Tennis Borussia Berlin. Da die deutsche Tabakindustrie beschlossen hatte, den Sport als Werbemittel nicht mehr zu nutzen, wurde der Vertrag zwischen dem Trikotsponsor Samson und dem BVB gekündigt. Mitte Juni wurde bekannt, dass die Ablösesumme für Norbert Runge vom Arbeitsgericht festgelegt wird. Ende Juni war dann der Wechsel perfekt, der BVB musste 100.000 DM überweisen. Die erwartete spektakuläre Neuverpflichtung fehlt beim BVB immer noch. So war Obmann Reinhold Wosab verärgert, weil der Vorstand alle von ihm initiierten Verpflichtungen abgelehnt hatte.

Die Saison 1978/79 begann mit den neuen Spieler Ralf Augustin (TuS Wandhofen), Eike Immel (TSV Eintracht Stadtallendorf), Detlef Meyer (TSV Einbek), Theo Schneider (GW Selm) und Ralf Weber (VfL Winz-Baak). Als Ziel formulierte der neue Trainer Rühl das Erreichen des Uefa-Cups. Neuer Mannschaftskapitän wurde Lothar Huber. Erfolg gab es auf dem finanziellen Sektor. Zum einen brachte der Dauerkartenverkauf (ca. 4.500) über eine Million DM ein, zum anderen wurde mit dem Schwerter Unternehmen Prestolith ein neuer Trikotsponsor vorgestellt, der jährlich 300.000 DM überwies. Negativ schlug die letzte Saison zu buche, denn alle Beteiligten des BVB, die beim 0-12 dabei waren, mussten vor dem DFB-Kontrollausschussvorsitzenden Kindermann aussagen.

Kurios endete das Freundschaftsspiel gegen Arsenal London. Als sich Torwart Bertram eine tiefe Risswunde am Knie zuzog, musste der Abwehrspieler Werner Schneider ins Tor, da kein anderer Ersatztorhüter da war. Dieser kassierte dann drei Minuten vor dem Ende den 0-1-Endstand. Nach dem Saisonstart im DFB-Pokal (14-1-Rekordsieg gegen BSV Schwenningen) gewann der BVB mit dem erst 17-jährigen Eike Immel im Tor mit 1-0 durch Manni Burgsmüller gegen den FC Bayern. Am 16.08.78 war endlich die Geschichte vom 0-12 vom Tisch. Der DFB leitete kein Verfahren gegen Ex-Trainer Rehhagel bzw. den beteiligten Spielern des BVB ein. Allerdings gab es von Chefankläger Kindermann für die Beteiligten einen Verweis wegen groben unsportlichen Verhaltens. Drei Tage danach ging es ausgerechnet nach Gladbach, aber dem BVB gelang die Revanche und man erreichte diesmal immerhin ein 2-2.

Im Herbst 1978 wurde auch „Erbse" Erdmann aus dem Verein geworfen, nach dem er u.a. mit Edeltraut Schipper in der BFC-Mitgliederzeitung Stimmung gegen die BVB-Führung gemacht hatte.

Im September wurde Wolfgang Frank am Meniskus operiert. Um die Abwehr zu stärken, bemühte sich der BVB um den Kölner Herbert Hein. Nach mehreren schwachen Spielen entlud sich die Wut der Fans in Darmstadt. Bei der 2-3-Niederlage gegen die Darmstädter musste die Mannschaft vor den erbosten Fans durch die Polizei geschützt werden. Das war der Zeitpunkt, an dem Trainer Rühl auf Sondertrainingseinheiten für mehrere Spieler setzte. Auch wurde das Trainingslager vor dem nächsten Spiel verlängert und einige Spieler mussten zum Präsidenten. All das half nicht, der BVB kassierte gegen den 1. FC Kaiserslautern beim 2-3 seine erste Heimniederlage. Am 17.10.78 wurde B-Nationalspieler Herbert Hein vom 1. FC Köln für 550.000 DM verpflichtet. Im November wurde bekannt, dass der BVB einen Manager einstellen wollte. Als Kandidaten wurden Peter Stubbe (Westfalia Herne) und Düsseldorfs Trainer Hans-Dieter Tippenhauer genannt. Verkauft wurde währenddessen Egwin Wolf. Er wechselte zum FC Chiasso in die Schweiz. Das Derby in Gelsenkirchen endete nach grobem Abwehrschnitzer mit einer 1-5-Niederlage. Darauf donnerte Trainer Rühl: „Die Mannschaft hat genau das Gegenteil von dem getan, was ich angeordnet hatte." Kurz darauf wies Schatzmeister Jürgen Vogt die Forderung nach Neuverpflichtungen zurück. „Bei den rückläufigen Zuschauerzahlen können wir uns vorerst keine großen Sprünge leisten", erklärte er der Presse. Da am 16.12. das Auswärtsspiel in Bielefeld ausfiel, musste ein neuer Termin gefunden werden. Dieses Spiel fand am 29.12. statt. Manni Burgsmüller vermutete, dass der Ex-Trainer Rehhagel, mittlerweile Trainer der Arminen, dahinter stecke. Denn einige Spieler mussten ihren Urlaub absagen und Trainer Rühl heiratete an dem Tag. Das Spiel endete infolgedessen mit 4-3 in einer wahren Schlammschlacht. Der BVB beendete die Hinrunde auf Platz 11 mit 16-18 Punkten und 31-39-Toren. Damit war die BVB-Abwehr die schlechteste der ganzen Liga.

Bildermaterial:

  • Martin Betker - Martin sucht für seine Sammlung weiteres Material (Hefte, Tickets, Autogrammkarten etc.)

 geschrieben von CHS, 15.02.2008


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