DFB-Pokal-Achtelfinale: Was macht der BVB daraus?
(CHS) Der Jahreswechsel ist vorbei und Borussia Dortmund ist im DFB-Pokal immer noch dabei. Wie oft wollte ich diese Worte schreiben und musste sie doch begraben? Nun ist es ist es soweit, das neue Jahr beginnt mit einem Spiel gegen Werder Bremen. Bremen? Da war doch mal was? Eigentlich hört sich alles gut an, wenn es da nicht das Chamäleon BVB gäbe, das in den letzten Jahren noch jede Serie gebrochen hatte.
Dortmund und der DFB-Pokal, selten passt der folgende Spruch besser:
„Zwei Welten treffen aufeinander“. Während der Bundesligist von der
Weser immerhin schon fünfmal diesen Pokal gewonnen hat (zuletzt 2004),
konnte der BVB gerade zweimal diesen Titel auf sein Briefkuvert heften
(man sollte nicht die Enspielteilnahme 1963 vergessen, wo der BVB doch
fast das Double gewonnen hätte). So gesehen wird der BVB trotz
Heimspiel der Außenseiter sein. Aber immerhin gab es in dieser Saison
bereits einen Sieg gegen Werder im Westfalenstadion, wie wäre es also
mit einem zweiten?
Werder Bremen: Von Flüchtlingen und Verletzten
Die Beschaulichkeit im kleinsten Stadtstaat der Republik ist dahin. Der Wechsel von Borowski, die
erneute
Verletzung von Frings, Kritik von Nationalelf-Manager und Bundes-Oli
Bierhoff an der medizinischen Versorgung, die Transferbemühungen (der
Österreicher Sebastian Prödl verstärkt die Abwehr,
Millionenmissverständnis Carlos Alberto wurde ausgeliehen) und die
ganzen weiteren Verletzungen ließen keine vernünftige Vorbereitung zu.
Allerdings vergisst man dabei, dass Bremen zur Zeit punktgleich mit den
Bayern Tabellenzweiter ist - und um 15 Punkte besser als der BVB. Damit
dürften sie der Favorit für das Viertelfinale sein. Und pünktlich zum
Spiel entspannt sich auch die Personalnot bei den Weseraner.
Im Tor dürfte es keine Alternative gegenüber Wiese geben. Auch in der
Abwehr werden die üblichen Verdächtigen (Pasanen, Mertesacker, Naldo
und Tosic) auflaufen. Das defensive Mittelfeld wird durch Baumann
(nicht Karsten) bevölkert. Dann wird es interessanter: Das Offensive
Mittelfeld besteht in der Regel aus Borowski, Jensen und Diego.
Allerdings sind sowohl Diego (Leistenbeschwerden) als auch Borowski
(Magendarm-Infekt) angeschlagen. Als Ersatz steht Vranjes zur
Verfügung. Auch im Sturm gibt kaum Alternativen zu Rosenberg und den
wiedererstarkten Klasnic.
Fehlen werden auf jeden Fall Frings (Innenbandriss), Fritz
(Leisten-OP), Sanogo (Afrika-Cup) und Almeida (Rotgesperrt). Neben
Borowski und Diego gibt es ein Fragezeichen bei Hunt, der eine
Sprunggelenksverletzung hat. Wie schon so häufig, zeigten sich die
Bremer in der Vorbereitung Schwächen. Leider war es meist so, dass nach
mieser Vorbereitung die Werderaner durchstarten. Wer auch immer
auflaufen wird, gerade in der Offensive sind die Bremer stark. Es
bleibt zu hoffen, dass man ihnen, wie schon in der Hinrunde, den Zahn
zieht.
BVB: Von Vertragsverlängerungen und Absagen
Wie schon bei Bremen war die Vorbereitung auch in Dortmund alles andere als ruhig. Da gab es Transferabsagen von
Lehmann
und Hinkel, die fieberhafte Suche nach einen weiteren Torwart,
Überraschungstransfers von Rukavina und Hummel, Vertragsverlängerungen
mit Doll sowie Zorc und einen Motivationstrainer, der ins Zwielicht
gekommen ist. Aber der Reihe nach.
Eigentlich wollte der BVB groß einkaufen. Mit Hinkel und Lehmann
standen zwei große Namen auf der Liste. Beide haben aus
unterschiedlichen Gründen abgesagt, so dass Manager Zorc unter Druck
stand (und noch immer steht). Nach der schnellen Alternative Rukavina,
der sich jetzt schon gut eingelebt präsentiert, dauerte die
Verpflichtung eines Torwartes etwas länger. Dort war die Frage, ob man
die Qualifikation für die dritte Liga aufs Spiel setzt und Marcel
Höttecke als zweiten Mann hoch holt (Das Talent dafür hat er) oder ob
man doch einen zweiten Torwart für die Erste verpflichtet und den
jungen Höttecke in der zweiten Mannschaft belässt. Die Frage wurde mit
der Verplichtung Alexander Bades beantwortet. Dazu wurde ein fünfter
Innenverteidiger unter Vertrag genommen. Trotz seinen Misserfolgen bei
den Transfergesprächen bekam Sportmanager einen weiteren
Ein-Jahres-Vertrag. Besser verhandelt hatte aber der Trainer. Durch
sein Bauernopfer Löhr bekam er den gewollten Zweijahres-Vertrag. Zum
Abschluss wurde die Klausel im Vertrag von Christian Wörns, wo nach er
nach 25 Einsätzen eine automatische Vertragsverlängerung bekommt,
gelöscht. Es könnte also wieder ruhig werden.
Leider wurde pünktlich zum Spielbetriebsauftakt das Lazarett gefüllt.
Jakub Blaszczykowski zog sich einen Faserriss im Oberschenkel zu und
Petric holte sich eine Überdehnung im Sehnenansatz der Hüftmuskulatur
(häh?). Dazu gibt es die Langzeitverletzten Degen, Weidenfeller und
Frei. Somit stellt sich die Mannschaft wie so häufig alleine auf.
Im Tor wird zum sechsten Mal (in Pflichtspielen) Marc Ziegler
auflaufen. Seine Bilanz (fünf Siege) lässt hoffen. Davor gibt es die
leicht geänderte Vorrunden-Abwehr. Auf der rechten Seite wird Antonio
Rakuvina sein Pflichtspieldebüt geben, für die linke Seite gibt es
keine Alternative gegenüber Dede. Auch Kovac dürfte die
Innenverteidiger Position sicher haben. Wenn es nach Leistung geht,
sollte Amedick die zweite Position in der Innenverteidigung sicher
haben, aber da Altkanzler Wörns so eine „gute Vorbereitung“ gespielt
hat, ist man da nicht vor (bösen) Überraschungen gefeilt.
Als
Abräumer vor der Abwehr wird diesmal Kehl den Vorzug erhalten, obwohl
Tinga gerade im Spiel gegen Bremen gezeigt hat, wie man einem Diego den
Zahn ziehen kann. Der Brasilianer muss trotzdem nicht um einen Job im
Mittelfeld bangen. Er dürfte zusammen mit Kringe die Halbposition
belegen, da der einzige Konkurrent, Kuba alias Blasczcykowski, sich
verletzt hat. Die Position hinter den Spitzen wird Federico besetzen.
Im Sturm ist die Sache recht wackelig. Unter normalen Umständen gäbe es
kein Vorbei an Frei und Petric. Da aber beide angeschlagen sind,
besteht auch die Alternative in Valdez und Klimowicz. Nach jetzigen
Stand werden wohl wieder Valdez und Petric auflaufen. Für Frei käme das
Comeback in der Startaufstellung wohl zu früh, man kann aber auf seine
Einwechselung hoffen. Wäre doch schön, wenn der Alex eingewechselt wird
und den entscheidenden Treffer für das Weiterkommen schießt, oder?
Rekordbesuch im Westfalenstadion
Man glaubt es kaum, von den bisherigen 171. DFB-Pokalspielen des BVB
fanden 59 Spiele in Dortmund statt. Und morgen wird es dabei einen
neuen Rekordbesuch geben, denn es werden 66.000 Zuschauer erwartet.
Aber für Kurzentschlossene wird es bestimmt trotzdem noch eine Karte
geben. Wem der Weg ins Stadion zu weit ist, der kann morgen ab 20:30
Uhr aber auch das Spiel live in der ARD sehen.
Bremen, eigentlich ein gutes Los
Bisher viermal traf man im DFB-Pokal auf die Norddeutschen. In der
Saison 36/37 brauchte man zwei Spiele, um festzustellen, dass die
Dortmunder besser waren. Im Halbfinale 1963 traf man erneut auf Bremen
- und gewann abermals. Das Spiel im Jahr 1989 braucht man nicht zu
erwähnen, so bleibt als Makel nur noch die Saison 1992/93 übrig, in
der der BVB die Segel gegen Bremen streichen musste. In der laufenden
Saison gab es bereits einmal die Begegnung Borussia gegen Werrder: In
nur zehn Minuten schlug Borussia die Werderaner mit 3-0. Wieso sollte
man das nicht wiederholen?
Dicke Jacke mitnehmen
Im
Stadion sollte man sich richtig einpacken. Abends wird es max. 4°C
warm. Allerdings braucht man wohl keinen Regenschirm, die
Wahrscheinlichkeit auf Regen liegt bei 8%.
Die Aufstellung
Borussia Dortmund: Ziegler – Rukavina, Amedick, Kovac, Dede – Kehl, Tinga, Kringe, Federico – Petric (Klimowicz), Valdez
Werder Bremen: Wiese – Pasanen, Mertesacker, Naldo, Tosic – Baumann – Jensen, Borowski – Diego – Rosenberg, Klasnic
Dortmunder Bank: Bade – Wörns, Brzenska, Hummels, Kruska, Buckley, Klimowicz, Freitag
Und zum Schluss?
Glauben wir einfach mal, der BVB kommt eine Runde weiter. Die Auslosung
zum Viertelfinale findet am 02.02.08 im Rahmen der ARD-Sportschau
statt. Die Auslosung wird von der Weltmeisterin Simone Laudehr
vorgenommen. Das Viertelfinale findet dann am 26. oder 27.02.08 statt.
CHS, 28.01.2008
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