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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1983/84: Vier Trainer und ein Manager - Das Desaster nimmt seinen Lauf (Teil 1)

BVB-LogoWie schon so häufig in Dortmund lagen Anspruch (UEFA-Cup-Platz) und Wirklichkeit (Klassenerhalt) weit auseinander. Nach dem Verlassen von Dr. Rauball schlingerte das Schiff Borussia Dortmund in eine Chaosfahrt in Richtung Abgrund, konnte diesen jedoch am Ende noch abwenden. Nicht weniger als vier Trainer waren dafür notwendig. Unterstützt wurden sie von einer BVB-Premiere, einem hauptamtlichen Manager. Allerdings war dieser auch nicht gerade erfolgreich.

Am 11.07.83 war Trainingsauftakt für den BVB. Mit dabei die Neuverpflichtungen Siegfried Reich (Gladbach), Andreas Asche (TSV Havelse), Bernd Storck (Bochum), Uli Bittcher (Sch*lke), Oswald Semlits (Schloß Neuhaus) und Manfred Walz (Burglengenfeld). Dazu kamen von den eigenen Amateuren die Spieler Michael Lusch und Franz-Josef Schmedding, die bereits in der Vorsaison Einsätze in der ersten Mannschaft hatten. Im ersten Spiel ging es am 16.07. zum FC Gottmadingen. Unter Führung des neuen Kapitäns Lothar Huber gewinnt man standesgemäß mit 7-0. Einen Sieg gab es auch drei Tage später beim BSV Schwenningen mit 8-2. Eine Woche später fand dann beim FC Sch*lke ein Freundschaftsderby statt, das der BVB mit 1-0 gewinnen konnte. Am 28.07. folgte ein Freundschaftsspiel gegen Atletico Minero. Der BVB trat erneut ohne Burgsmüller und Abramczik an und zeigte bei der 1:2-Niederlage erneut Angriffsschwächen. Erfreulich verlief das Testspiel zwei Tage später bei Eintracht Osnabrück. Man gewann mit 7-0. Dagegen behielt man beim Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC am 02.08. mit 2:0 die Oberhand.

Im Turnier in Brügge setzte sich der BVB im Halbfinale in der Verlängerung mit 6-5 gegen den PSV Eindhoven durch, das Finale gegen Pogon Stettin verlor man aber klar mit 0-2. Wie schon in der Vorsaison gab es Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Präsidium. Während Interimspräsident Friedhelm Cramer von einem Platz zwischen eins und vier sprach, erklärte Trainer Maslo: „Wir sind ein Kandidat für die Teilnahme am UEFA-Cup“. Auf Grund der Erfolglosigkeit im Sturm wurde Fred Schaub vom Zweitligaabsteiger SpVgg. Fürth unter Vertrag genommen.

Am 12.08. begann dann die Bundesligasaison mit dem Gastspiel des BVB bei Eintracht Frankfurt. Dank des Neuzugangs Reich mit seinen zwei Treffern holten die Borussen beim 2-2 einen Punkt. Mit dem gleichen Ergebnis beendeten die Dortmunder ihr zweites Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern, wobei Schaub und Klotz in der Schlussphase trafen. Am 20.08. kam der Meister aus Hamburg zum ersten Heimspiel ins Westfalenstadion, aber der HSV gewann mit 1-2 und brachte dem BVB die erste Niederlage bei. Nur sieben Tage später fand das „Rückspiel“ statt. In Hamburg musste der BVB zur ersten DFB-Pokal-Runde antreten. Die Borussen spielten schwach und kassierten eine verdiente 1-4-Niederlage. Einziger Torschütze für die Dortmunder war Bernd Klotz.

Einen Wechsel gab es dann auch: Rüdiger Abramczik wechselte zum 1. FC Nürnberg. Dafür verpflichtete der BVB vom 1. FC Nürnberg Bernd Dreßel. Einen rabenschwarzen Tag erlebte BVB-Torhüter Eike Immel beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Bei der 0-3-Niederlage verschuldete er alle Treffer. Im dritten Bundesligaheimspiel in Folge klappte es dann auch mit dem ersten Sieg. Ausgerechnet gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Bayer Uerdingen gewannen die Dortmunder mit 2-1 und feierten den ersten Sieg seit dem 7. Mai.

Die Reise nach Leverkusen brachte hingegen kaum Freude. Zwar erzielte Bernd Dreßel beim zwischenzeitlichen 2-2 den 1000. BVB-Treffer in der Bundesliga, aber am Ende gewann Bayer 04 klar mit 4-2. Damit rutschten die Borussen auf den vorletzten Platz ab. Acht Tage später kam Arminia Bielefeld ins Westfalenstadion und dank eines verwandelten Foulelfmeters von Marcel Raducanu, holte der BVB seinen zweiten Saisonsieg. Doch auf die Freude folgte ein Debakel. In Düsseldorf bei der Fortuna kassierten desolate Dortmunder eine 0-7-Niederlage. Eine mögliche, zweistellige Niederlage konnte Eike Immel mit seinen Paraden verhindern.

Drei Tage später fand dann die Jahreshauptversammlung im Goldsaal der Westfalenhalle statt. Als neuer Präsident wurde der 41.jährige Wirtschaftsmanager Frank Roring (mit 266 Stimmen) gewählt, Vizepräsident wurde Friedhelm Cramer (mit 262 Stimmen) und zum dritten Vorsitzende Heinz Günther (mit 182 Stimmen) ernannt. Hans Glahn wurde der neue Schatzmeister und außerdem gab man bekannt, dass Horst-Dieter Tippenhauer von Bayer Uerdingen Dortmunds erster hauptamtlicher Manager werden sollte.

Der Oktober beginnt verheißungsvoll, denn beim Heimspiel gegen Kickers Offenbach siegte der BVB klar mit 4-1 und rettete so seinem Trainer den Job. Aber schon 14 Tage später endete die Reise an die Weser mit einer Niederlage. Allerdings war bei der 1-2-Niederlage gegen Werder Bremen viel Pech im Spiel. Zwei Minuten nach einem umstrittenen Platzverweis für Michael Zorc erzielte Werder durch einen zweifelhaften Foulelfmeter das entscheidende Tor. Auch bei den Transferbemühungen erlitt der BVB eine Niederlage, denn der Wechsel des Gladbachers Frank Mill zum BVB scheiterte.

Richtig bitter wurde das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig. Nach der 0-2-Niederlage der Dortmunder fiel man auf den 16. Platz zurück und lag auf einem Abstiegsplatz. Auch die BVB-Fans reagierten entsetzt und feierten die Braunschweiger Tore. Nur einen Tag später war die Amtszeit von Maslo beendet. Das Training wurde darauf vom Assistenten Witte geleitet, als Nachfolger war Branko Zebec im Gespräch. Aber auch ohne Maslo lief es nicht besser. Bei Waldhof Mannheim spielten die Borussen erneut desolat und verloren verdient mit 1-4. Einen Tag später präsentierte man den neuen Trainer und Manager: Hans-Dieter Tippenhauer.

Am 4.11.83 erreichte der BVB im Heimspiel gegen den VfL Bochum ein glückliches 1-1-Unentschieden. Erneut sah Bernd Klotz die Rote Karte. Acht Tage später gastierte man bei der anderen Borussia, das Spiel gewann Gladbach mit 2-1. Am 16.11. wurde mit Horst Franz ein neuer Trainer vorgestellt, da Tippenhauer sich auf seine Manager-Tätigkeit konzentrieren sollte. Außerdem dachte man beim BVB über die Verpflichtung des Esseners Jürgen Wegmann nach. Der Einstand von Trainer Franz war erfolgreich, da der BVB in einem Freundschaftsspiel bei Wattenscheid 09 ein 4-0-Sieg feierte. Zwei Tage später lieh der BVB den Kölner Harald Konopka für 30.000 DM aus.

In der Bundesliga konnte der BVB erneut nur ein torloses Unentschieden erringen. In Dortmund hatte Raducanu die Chance, den Siegtreffer per Elfmeter gegen den FC Köln zu erzielen, aber er versagte. Auch die Reise nach München brachte nichts außer Spesen und man verlor mit 0-1. Am 7.12. machte dann der Manager Nägel mit Köpfen und trennte sich von drei Spielern, die er für nicht bundesligatauglich hielt. Es handelte sich um Ersatztorhüter Asche (ging nach Rot-Weiß Oberhausen), Franz-Josef Schmedding (zu BV Lüttringhausen) und Oswald Semlits (wurde mit RW Essen in Verbindung gebracht). Im letzten Hinrundenspiel konnte dann auch der BVB endlich wieder gewinnen. Mit 3-1 gegen den 1. FC Nürnberg errang der BVB seinen vierten Saisonsieg und beendete die Hinserie auf dem 15. Platz mit 12-22-Punkten und 21-35-Toren.


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