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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1982/83: Nach Torrekord das Saisonziel verpasst

Die Saison 1973/74Der BVB war 1982/83 in einer Saison, die man auch getrost als Spiegelbild der BVB-Geschichte sehen kann: Mal ganz oben, am Ende dann fast ganz unten (was die eigenen Ansprüche betrifft). Trainerquerelen, Ärger im Vorstand und Probleme mit den Spielern bestimmten das Bild, dass der BVB in dieser Saison von sich abgab. Gerne wird aber auch vergessen, dass es auch eine Saison mit schönen Spielen, einer guten Mannschaft und vor allem - mit einem historischen Sieg - war.

Nach einer fünfwöchigen Sommerpause traf man sich am 14.07.1982 zum Trainingsauftakt in der „Roten Erde“ wieder. Dabei war der Nachfolger vom Erfolgstrainer Zebec, Karlheinz „Kalli“ Feldkamp. Neben diversen Verstärkungen aus der eigenen Jugend konnte der BVB auf einen Spieler zurückgreifen, der sich ein Jahr zuvor bei einem Freundschaftsspiel nach Deutschland abgesetzt hat:  Marcel Raducanu.

Nach langem Tauziehen konnte der BVB am 21.06.82 endlich die Verpflichtung des gebürtigen Rumänen verkünden. Zuvor hatte Raducanu auch schon einen Vertrag bei Hannover 96 unterschrieben, aber der DFB entschied zugunsten der Borussen. Dafür bekam der Zweitligist aus Niedersachsen eine „Ablösesumme“ von ca. 550.000 DM.

Neben Feldkamp und Raducanu erschien auch Mirko Votava beim Training, dessen Wechsel nach Leverkusen geplatzt war. Beim Training fehlte Eike Immel, der während der WM in Spanien als einziger BVB-Spieler vor Ort war. Leider kam er da auch nicht zum Einsatz.

Am gleichen Tag wurde auch der Gegner des BVB im UEFA-Cup ermittelt. Es war der Verein, der den BVB beim letzten internationalen Auftritt rausgeworfen hat, es waren die Rangers aus Glasgow.

Aber nur zwei Tage nach dem Trainingsauftakt kam der große Schock, denn Präsident Dr. Reinhard Rauball verkündet öffentlich, dass er aus „privaten und beruflichen Gründen“ sein Amt aufgeben werde.

Für die Mannschaft ging es in der jetzigen Phase darum, Grundlagen für die neue Saison zu schaffen. Dazu fuhr man zu einem Trainingslager nach Überlingen am Bodensee. Drei Trainingseinheiten pro Tag standen dort auf dem Plan. Mit am Bord war auch Mirko Votava, der wohl oder übel einen stark leistungsbezogenen Einjahres-Vertrag beim BVB unterschrieben hatte.

Im ersten Spiel ging es zum ortsansässigen SC Überlingen und der BVB gewann klar mit 14-0. Drei Tage später wurde es sogar noch deutlicher: Der FC Villingen 08 kassierte von den Dortmundern 15 Treffer. Der erste Härtetest kam am 31.07. beim Turnier in Kassel gegen Celtic Glasgow, denn die Schotten deckten schonungslos die Schwächen der Schwarzgelben auf. Am Ende konnte man sich beim besten BVB-Spieler, Eike Immel, bedanken, dass man nur mit 0-3 verloren hatte. Ein Tag später musste der BVB im Spiel um Platz drei gegen den Gastgeber KSV Hessen Kassel antreten und kassierte eine 3-4-Niederlage im Elfmeterschießen. Während der regulären Spielzeit konnten Rüssmann und Eggeling zwar einen 0-2-Rückstand egalisieren, dennoch enttäuschen die Dortmunder erneut.

Am 03.08.1982 zeigte sich der BVB gegenüber den letzten Auftritten deutlich verbessert. Zum Glück, denn Gegner war der alte Rivale aus Gelsenkirchen und man besiegte den FC Sch*lke 04 dank Abramczik und Votava mit 2-1. Vor 13.000 Zuschauern begeisterte vor allem der aus der Jugend gekommene Michael Lusch.

Auch das nächste Freundschaftsspiel konnte der BVB gewinnen. Gegner war Partizan Belgrad. Erstmals nach der abgelaufenen Sperrfrist der Fifa konnte man den Exil-Rumäne Marcel Raducanu einsetzen. Beim Ausflug in die Benelux-Länder zeigte der BVB zwei verschiedene Gesichter. Während man beim niederländischen Klub Fortuna Sittard mit 2-4 verlor, konnte man beim belgischen Lierse SK einen 2-1-Sieg holen.

Am 16.08. konnte der BVB eine Rekordablöse verkünden. Für 1,3 Mio. DM wechselt Mirko Votava zum spanischen Erstligisten Atletico Madrid. Der BVB-Schatzmeister Jürgen Vogt erklärte dazu: „Ein Verkauf Votavas war die beste Lösung, zumal auch die Finanzen stimmen“. Am 17.08. begann die Bundesliga für den BVB mit dem vorgezogenen Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin. Es war ein Traumeinstand für Marcel Raducanu, der nicht nur das 1-0 für die Dortmunder erzielte, sondern auch sonst überzeugen konnte. Die anderen beiden Torschützen waren Siegfried Bönighausen und Erdal Keser. Drei Tage später traf die Borussia daheim auf die Stuttgarter. Eine Stunde hatte der BVB den VfB Stuttgart unter Kontrolle und führte mit 1-0 durch den starken Bönighausen. Am Schluss verließen den Dortmunder jedoch die Kräfte und die Schwaben konnten den 1-1-Endstand erzielen.

Nach einem erfolgreichen Start in der Liga ging es für die Dortmunder ins Ausland zu einem Turnier im Madrid. Gegner im ersten Spiel ist der brasilianische Spitzenklub Atletico Mineiro. Den goldenen Treffer für den BVB erzielte per Handelfmeter Rolf Rüssmann und brachte damit den BVB ins Finale. Dieses fand ein Tag später statt, und zwar gegen Mirko Votavas neuen Klub: Atletico Madrid. Dank der tollen Paraden von Eike Immel und den Toren von Burgsmüller bzw. Zorc konnte Dortmund mit dem 2-0-Sieg das Turnier auch gewinnen. Drei Tage nach dem Turniersieg hatte der BVB seine erste Partie im DFB-Pokal. Und der BVB musste in der ersten Runde nicht weit reisen. Gegner war Nachbar Rot-Weiß Essen. Durch einen Doppelschlag von Abramczik und Burgsmüller kurz nach der Pause gewann der BVB mit 3-1 und konnte ein sicheres Weiterkommen verbuchen.

Am 01.09.1982 empfing der BVB den 1. FC Köln und dank einer starken Abwehrleistung und den Toren von Erdal Keser und Rolf Rüssmann konnte man die Geißböcke mit 2-0 besiegen. Ein Tag nach diesem Spiel stand die Jahreshauptversammlung von Borussia Dortmund auf dem Plan. Da Dr. Rauball nicht wieder angetreten war, wurde der bisherige Schatzmeister Jürgen Vogt zum neuen BVB-Präsidenten gewählt.

Am nächsten Spieltag konnten zwei Borussen eine triumphale Rückkehr an den Betzenberg feiern. Sowohl Trainer Kalli Feldkamp als auch Lothar Huber waren vor ihrer Zeit beim BVB dort angestellt und nun gewann der BVB klar mit 2-0 beim 1. FC Kaiserslautern. Somit war der Traumstart des BVB mit 7-1 Punkte perfekt. 


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