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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1968/69: Zittern bis zum Schluss

Das BVB-LogoDer Abwärtstrend, der sich in der vorhergehenden Saison abzeichnete, setzte sich auch in der neuen Saison fort. Schlimmer noch, erst am letzten Spieltag schaffte es der BVB sich zu retten und den 16. Platz zu erreichen. Auch ansonsten bestimmten Querelen, Niederlagen und Trainerwechsel das Bild der Borussia in dieser Saison. Selbst ein Todesfall blieb dabei nicht aus.

Damit sich der Absturz aus dem Vorjahr nicht wiederholte, setzte der BVB auf einen Umbau der Mannschaft. Es wurden sieben neue Spieler geholt. Vom Ortnachbarn SV Dortmund 08 kam der erst 19jährige Stürmer Werner Weist und auch im Tor gab es ein neues Gesicht. Der 27jährige Klaus Günther kam vom KSC und wollte die Nachfolge von Bernhard Wesel übernehmen. Aber auch Abgänge sind zu verzeichnen. Die Europapokalsieger Libuda, Schmidt und Cyliax verlassen das Schiff. Während Stan Libuda zu seiner heimlichen Liebe wechselt, hören Schmidt (Trainer bei Jahn Regensburg) und Cyliax (Spielertrainer in Iserlohn) mit dem Profifußball auf.

Im ersten Vorbereitungsspiel am 27.07.1968 empfing der BVB Dukla Prag. Einziger Torschütze beim 1-0-Sieg der Borussen war Horst Trimhold. Aber schon vier Tage später setzte es beim Bonner SC eine 1-2-Niederlage. Im August sah es dann für die Borussen besser aus. Nach dem 4-1-Sieg bei Schwaben Augsburg besiegte man 5 Tage später in Bielefeld die Arminia mit dem gleichen Ergebnis. Auch das Gastspiel in Berlin bei Hertha BSC konnten die Borussen mit 2-1 gewinnen.

Am 17.08.1968 startete für den BVB die Bundesligasaison. Trotz guter Leistung verlor man das Heimspiel gegen die Namensvetter aus Gladbach klar mit 1-3. In der Dortmunder Mannschaft waren mit Keeper Günther und Stürmer Lehmann zwei Neuzugänge dabei. Allerdings half Schiedsrichter Kreitlein aus Stuttgart den Fohlen. In der Anfangsphase versagte er dem BVB einen astreinen Elfmeter. Auf der Gegenseite gab er dann aber einen fragwürdigen Freistoss, den Netzer zu Laumen brachte, der den Führungstreffer erzielte. In der zweiten Hälfte „schenkte“ der Schiedsrichter dann den Dortmundern einen Elfer. Aber bereits nach 5 Minuten war die Freude vorbei, denn Wimmer und nochmals Laumen erzielten den Endstand. Eine Woche später ging es dann nach Hannover. Dank Lothar Emmerichs Ausgleich konnte der BVB ein verdientes 1-1-Unendschieden nach Dortmund mitnehmen. Das Heimspiel eine Woche später fiel den starken Regenfällen zum Opfer. Die Stadt Dortmund sperrte den Platz, so dass der BVB erst wieder am 04.09.1968 spielen durfte. Beim TSV 1860 in München kassierten die Borussen eine 1-2-Niederlage und wartet damit immer noch auf den ersten Saisonsieg. Der kam dann drei Tage später beim Heimspiel gegen den HSV. Einen tollen Einstand feierte dabei Werner Weist, der nach bereits zwei Minuten die 1-0-Führung in seinem ersten Bundesligaspiel erzielte. Die weiteren BVB-Torschützen waren Neuberger und Held. Kurz vor Schluss erzielte Schulz das 3-1-Endergebnis.

Einen guten Auftakt hatte der BVB beim Derby. In Gelsenkirchen ging Dortmund bereits in der 13. Minute mit 1-0 in Führung. Allerdings konnten die Blauen das Spiel in nur drei Minuten drehen, als Rückkehrer Libuda, Kasperski und  Erlhoff den Halbzeitstand erzielten. Noch einmal Kasperski in der zweiten Hälfte sorgte für die 1-4-Niederlage. Drei Tage später fand das ausgefallene Heimspiel gegen Lautern statt. Lautern ging in Führung, aber dank Lehmann und Emmerich konnte man das Spiel drehen. Leider gab es dann noch die letzten 30 Minuten, in denen der BVB den Vorsprung verspielte und somit am Ende auch das Spiel mit 2-3 verlor. Damit übernahm der BVB die Rote Laterne in der ersten Bundesliga. Auch beim nächsten Heimspiel gegen Hertha konnte der BVB nicht gewinnen. In der ersten Minute ging Borussia durch Sturm in Führung, kassierte aber danach zwei Gegentreffer. In der 80. Minute konnte dann Willi Neuberger noch den 2-2-Endstand erzielen.

Vor dem nächsten Spieltag fand in Marseille ein Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland statt (Endstand 1-1). Dabei konnte Sigi Held seinen 17. Einsatz im DFB-Trikot feiern. Auch die Reise nach Frankfurt brachte den Borussen keinen Sieg, Gegen Eintracht erreichte man dank des Ausgleichs von Held ein 1-1.

Endlich ein Sieg! Am 5.10.1968 war es soweit, im Heimspiel gegen den MSV Duisburg gewann der BVB mit 2-1. Dabei begann das Spiel denkbar schlecht, denn bereits nach drei Minuten musstr Trimhold den Platz wegen eines Muskelfaserrisses verlassen. Sein Ersatzmann Werner Weist erzielte nach 17 Minuten die Führung. Zwar konnten die Meidericher in der 61. Minute ausgleichen, aber neun Minuten vor dem Ende war es erneut Weist, der den Endstand erzielte und dem BVB den ersten Sieg seit einem Monat bescherte. Wegen der Länderspielpause fand eine Woche später ein Freundschaftsspiel in Gelsenkirchen statt. Gegner war aber die Eintracht und der BVB gewann mit 1-0. Allerdings ohne Siggi Held, der bei dem WM-Qualifikation in Wien war. Deutschland gewann mit 2-0.

Am 19.10.1968 fand in Braunschweig ein denkwürdiges Bundesligaspiel mit sieben Toren statt. Die Fachpresse nannte das Spiel eine „Werbung für den Fußball“. In einer wechselhaften Partie gewann aber die Eintracht mit 4-3. Also war für den BVB außer Spesen nichts gewesen. Eine Woche später kam der VfB Stuttgart in die Rote Erde und der BVB gewann durch Emmas Tor des Tages mit 1-0. Zwei Tage später fand die Jahreshauptversammlung des BVB statt. Obwohl vier von fünf Vorstandsposten neu besetzt wurden, lief die Sitzung in ruhigen Bahnen ab. Neuer Präsident wurde Dr. Walter Kliemt. Die Stellvertreter hießen Paul Will und Udo Remmert. Neuer Spielausschuss-Obmann wurde Helmut „Jockel“ Bracht. Einzig Verbliebener im neuen Vorstand ist der Schatzmeister Fritz Schaaf.

Die Reise nach München zum Tabellenführer FC Bayern setzte die Serie der erfolglosen Auswärtsbegegnungen fort. Nur Lothar Emmerich erzielte für den BVB den Ehrentreffer zum 1-4-Endstand. Dafür begann der November vielversprechend. Im Heimspiel gegen Werder Bremen siegte der BVB in einem wechselhaften Spiel mit 3-2 und konnte sich vom 17. auf den 15. Platz verbessern. Zwar ging der BVB durch Erler und Emmerich mit 2-0 in Führung, aber innerhalb von sechs Minuten konnten die Hanseaten ausgleichen und den 2-2-Halbzeitstand erzielen. Den Siegestreffer für den BVB erzielte in der 57. Minute Wilhelm Sturm.


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