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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1967/68: Der Sturz eines Champions

Das BVB-LogoJahrelang hatte der BVB um die Meisterschaft mitgespielt, in der Saison 67/68 folgte der erste Dämpfer, der BVB landete nur auf Platz 14. Dabei war das Umfeld vor der Saison sehr optimistisch und sprach sogar von der Meisterschaft. Einzig im DFB-Pokal konnte der BVB Erfolge feiern, auch wenn ihm das Finale verwehrt blieb. Weiterhin sorgten die ausbleibenden Erfolge für eine Krise in der Vereinsführung.  

Der Kader für die neue Saison stand. Als Abgänge waren Tilkowski (nach Frankfurt), Mikulasch (zum SV Reutlingen), Geister (nach Dortmund-Lindenhorst) und Kwiatkowski (wurde Trainer) zu verzeichnen. Außerdem beendete „Aki“ Schmidt seine Karriere und hinterließ in der Mannschaft ein großes Loch, welches durch die Neuzugänge geschlossen werden sollte. Als Neuzugänge wurden Klaus Brakelmann (von Preußen Horstmar), Josef Hofmeister (von SV Stockstadt) und Horst Koschmieder (von den eigenen Amateuren) vorgestellt. Ergänzt wurden sie von den beiden Jugendspielern Torwart Werner Köddermann und Wendland. Trainingsbeginn war am 20.07.67. Zwei Tage später nahmen auch die Dauerverletzten Theo Redder und Horst Trimhold wieder am Training teil und hofften darauf, bald wieder in die Mannschaft zurückkehren zu können.

Das erste Testspiel ging gegen West Ham United und Dortmund gewann mit 4-1. Drei Tage später war man zu Gast bei Hessen Kassel und verlor mit 1-2. Erneut drei Tage später gewann man dann wieder mit 3-2 bei SVW Mannheim. Am nächsten Tag war man in Heerlen, wo man sich von Sittardia Sittard mit 0-0 trennte. Danach trat der BVB beim FC Dunfermline (3-2-Sieg), bei FC Huddersfield (0-1-Niederlage) und bei Manchester City (0-4-Niederlage) mit unterschiedlichem Erfolg an. Währenddessen hört man in der Sportpresse nur positive Stimmen aus Dortmund. Siggi Held wurde im Kicker zitiert mit „Wir wollen endlich Meister werden.“ Und sein Trainer Heinz Murach erklärte bei der Trainerumfrage im Kicker: „Man halte mich ruhig für unbescheiden. Mein Tip ist Dortmund.“ Auch Kapitän Wolfgang Paul sah optimistisch in die Zukunft: „Unsere Mannschaft steht doch.“ Er sah Horst Trimhold als Nachfolger von „Aki“ Schmidt.

Der Saisonauftakt verlief durchwachsen, denn Willi Neuberger rettete erst in der 84. Minute ein 2-2 Unentschieden beim MSV Duisburg. Allerdings war dies auch der erste Punktgewinn des BVB bei einem Auftaktspiel. Vor dem nächsten Bundesligaspiel gab es zwei Freundschaftsspiele. Beim Wuppertaler SV verlor man mit 1-3, konnte aber dann einen Tag später bei Arminia Marten klar mit 4-0 gewinnen. Am Wochenende war Alemannia Aachen zu Gast in der Roten Erde. Dortmund gewann das mäßige Spiel mit 1-0 durch ein Kopfballtor von Reinhold Wosab. Der September begann zufriedenstellend, denn man erreichte bei Hannover 96 ein 2-2, bei dem Lothar Emmerich beide BVB-Treffer erzielte. Vor dem nächsten Bundesligaspiel machte der BVB ein Testspiel beim TuS 1906 Bigge und gewann klar mit 12-0. Im nächsten Bundesligaheimspiel erlebten die 40.000 Zuschauer ein Wahnsinnspiel. Gegen Bayern lag man nach 55 Minuten noch mit 2-3 zurück, aber man drehte das Spiel und gewann mit 6-3. Die Führung der Bayern hatte Emmerich postwendend ausgeglichen und fünf Minuten später sogar die 2-1-Führung erzielt. Kurz vor der Halbzeit erzielte Jung mit seinem zweiten Treffer den Ausgleich. In der 52. Minute gingen die Münchener sogar durch Brenninger in Führung, bevor Assauer, Emmerich (mit seinem dritten Treffer), Wosab und der überragende Libuda den Endstand erzielten. Stan Libuda war neben dem Dreifach-Torschützen Emmerich der beste Mann. Er bereitete vier Tore vor und erzielte einen Treffer selber. Auch das nächste Heimspiel vier Tage später konnten die Dortmunder für sich gestalten. Man gewann mit 2-0 gegen den 1. FC Köln.

In Karlsruhe blieb der BVB erneut ohne Torerfolg. Der KSC gewann mit 2-0 und brachte dem BVB die erste Saisonniederlage bei. Nur einen Tag später fand ein Freundschaftsspiel beim FC Metz statt, welches der BVB mit 2-1 gewann. Auch das Testspiel bei SuS Menden gewann der BVB mit 4-2. Beim Heimspiel gegen den Neuling Borussia Neunkirchen zeigte sich die BVB-Torfabrik produzierfreudig und schickt die Saarländer mit 6-0 nach Hause. Beim Länderspiel in Berlin gegen Frankreich spielte Stan Libuda mit. Er erzielte das 1-0 und wurde nachher leicht verletzt ausgewechselt. Deutschland gewann das Spiel mit 5-1. Während der Länderspielreise spielte der BVB gegen eine Westfalenauswahl und gewann knapp mit 1-0. Erfolgreich begann das Spiel beim Hamburger SV. Durch Tore von Assauer und Emmerich lag der BVB bereits nach 16 Minuten in Führung, aber am Ende siegten die Hanseaten mit 2-3. Nur einen Tag später gab es wieder ein Freundschaftsspiel beim Lüneburger SK und der BVB gewann das Spiel klar mit 3-1. Beim EM-Qualifikationsspiel in Hamburg gegen Jugoslawien (3-1-Sieg für Deutschland) musste Libuda verletzt aussetzen. Bei einem Freundschaftsspiel gegen Karnap 07 gewannen die Borussen mit 6-0. Dank eines guten Schlussspurts durch Trimhold (85.) und Held (89.) gewann der BVB sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 2-1. Vier Tage nach dem Bundesligaspiel absolvierte der BVB ein Testspiel bei TBV Mengede 08. Mengede machte seinem Namen alle Ehre, denn der BVB gewann mit 8-0. Am 19.10.1967 schoß Lothar Emmerich in der Dortmunder Westfalenhalle das Sechstage-Rennen an. Zwei Tage später reiste der BVB nach Mönchengladbach und egalisierte einen 0-2-Rückstand durch Tore von Wosab und Libuda. Damit belegte der BVB den zweiten Platz hinter Nürnberg, die aber einen Vier-Punkte-Vorsprung hatten. Vor dem nächsten Bundesligaspiel besuchte der BVB den SSV Hagen und erreichte ein 2-2-Unendschieden. Erstmals seit Februar musste der BVB eine Heimniederlage hinnehmen. Das 0-1 gegen Braunschweig bedeutete auch den ersten Punktverlust seit dem 1. April, der damalige Gegner hieß ebenfalls Eintracht Braunschweig.

Am 31.10.67 fand dann die Jahreshauptversammlung statt. Der Vorstand unter der Führung von Wilhelm Steegmann wurde einstimmig wiedergewählt. Neu dabei war Bundeswehr-Major Otmar Rhein als Spielausschuss-Vorsitzender. Die Saison 1966/67 war auch finanziell erfolgreich gewesen. Der BVB hatte 3.767.186 DM eingenommen und einen Reingewinn von 53.843 DM erzielt.


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