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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1966/67: Platz drei nach dem großen Triumph

Das BVB-Logo Nach dem ersten Europapokalgewinn einer deutschen Mannschaft gab es noch ein weiteres Ziel für einen Teil der Helden von Glasgow: die Weltmeisterschaft in England. Nach der WM kam dann wieder der Ligaalltag. Nach einem völlig misslungenen Start konnte der BVB vorne mitmischen, verpasste aber die Meisterschaft um vier Punkte.

Vier Borussen mussten während der Sommerpause trotzdem Fußball spielen. Im 22-köpfigen Kader für die Fußballweltmeisterschaft in England wurden aus Dortmund Hans Tilkowski, Wolfgang Paul, Siggi Held und Lothar Emmerich benannt. Das erste Vorrundenspiel fand am 12. Juli in Sheffield gegen die Schweiz statt. Beim 5-0-Sieg waren die Dortmunder Tilkowski und Held, der auch das 1-0 erzielte, dabei. Vier Tage später beim 0-0 in Birmingham gegen Argentinien setzte Bundestrainer Helmut Schön auf die gleiche Mannschaft. Die deutsche Nationalmannschaft blieb in Birmingham und musste zum letzten Vorrundenspiel gegen Spanien antreten. Diesmal schickte Schön sogar drei Borussen auf den Platz. Neben Tilkowski und Held kam noch Lothar Emmerich ins Team. Dieser war es dann auch, der den 1-1-Ausgleich aus einem unmöglichen Winkel fast von der Torauslinie erzielte. „Emma“ dazu: „Ich habe meine ganze Kraft in den Schuss zum 1-1 gelegt und den Ball dann nicht mehr gesehen. Erst der Jubel verriet, dass es ein Tor war. Es war das schönste meiner Tore – und das ausgerechnet in einem WM-Spiel.“ Am Ende gewannen die Deutschen mit 2-1 und erreichten das Viertelfinale.

Während vier Borussen in England waren, forderte der neue BVB-Trainer Heinz Murach am 22. Juli die restlichen Borussen zum ersten Training auf. Bei den Neuverpflichtungen hielt sich der BVB zurück. Man holte den Abwehrspieler Peehs von Borussia Neunkirchen, Mittelfeldspieler Horst Trimhold von Eintracht Frankfurt, Stürmer Willibald Mikulasch vom ESV Ingolstadt und Stürmer Willi Neuberger vom TuS Röllfeld. Von Nachwuchsarbeit hielt man in dieser Zeit beim BVB nicht viel. Einen Tag später standen erneut drei BVB-Spieler im Viertelfinale gegen Uruguay auf dem Platz. Während beim 4-0-Sieg der Deutschen die Spieler Emmerich und Tilkowski überzeugten, konnte Siggi Held seine Bestform nicht erreichen. Aber auch so reichte es für das Halbfinale, das zwei Tage später in Liverpool gegen die UdSSR stattfand. Beim 2-1-Sieg waren wieder die drei Dortmunder Tilkowski, Held und Emmerich dabei.

Am 30.07.66 war es dann soweit: Im Endspiel standen die Deutschen dem Gastgeber England gegenüber. Erneut standen mit Tilkowski, Held und Emmerich drei Dortmunder im Team. Und Tilkowski war im Brennpunkt des Endspiels in Wembley. Die reguläre Spielzeit endete mit 2-2 unentschieden. Dann folgte die denkwürdige Verlängerung. Geoff Hurst trifft die Latte und von da aus landet der Ball nicht hinter der Linie. Leider sah es der Linienrichter nicht so und die Legende um das Wembleytor wurde geboren. Hans Tilkowski sagte zum Endspiel: „Die englischen Stürmer schonen keinen Torhüter. Ich habe es gespürt. Aber das dritte Tor von Hurst war kein Tor. Der Ball hatte die Linie niemals überschritten.“ Am Ende verloren die Deutschen mit 4-2 nach Verlängerung, konnten sich aber über die Vizeweltmeisterschaft freuen.

Für den BVB ging es dann einen Tag später mit einem Freundschaftsspiel los. Aber das Spiel bei TuS Neuendorf verloren die Dortmunder mit 1-3. Auch gegen Kickers Offenbach setzte es einen Tag später mit 2-3 eine weitere Niederlage. Am 3. August gab es dann ein kleines Erfolgserlebnis. Bei Preußen Münster erreichte der BVB ein 1-1. Drei Tage danach war in Dortmund der AS Monaco zu Gast und die Dortmunder erreichten mit dem 2-0 den ersten Saisonsieg. 48 Stunden später besiegte die Mannschaft eine Kreisauswahl von Oberberg mit 7-1, bevor man dann gegen eine Auswahl Ostwestfalens zwei Tage später eine 1-3-Niederlage kassierte. In Pocking spielte der BVB 1-1 gegen den FC Bayern. Torschütze war der starke Neuzugang Peehs. Beim letzten Test vor dem Bundesligastart spielte der BVB in Belgien gegen KSV Waterschei und gewann mit 5-0.

Gegen den Bundesliganeuling Fortuna Düsseldorf kassierte die Borussia dann zum Saisonauftakt eine 1-2-Heimniederlage. Im ausgebauten Stadion „Rote Erde“ gaben die Neuzugänge Trimhold und Peehs ihr Debüt beim BVB, aber es fehlten WM-Held Tilkowski und Gerd Cyliax. Trotz der Niederlage gab es was zu Feiern, denn Lothar Emmerich erhielt als bester Torjäger der Saison 65/66 die vom Kicker gestiftete Torjäger-Kanone. Auch das Spiel eine Woche später verlor der BVB. Beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 kassierten die Dortmunder zwei Treffer und trafen das Tor nicht. Erst am 3. September kommen die Borussen zu ihrem ersten Saisonsieg: Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC erreichte der BVB trotz des Fehlens von Libuda einen 2-1-Sieg. Trainer Murach suspendierte Libuda, weil der ein Freundschaftsspiel verschlafen hatte.

Einen herben Rückschlag kassierte der BVB in Gladbach am Bökelberg. Die Dortmunder verlieren nach einer schwachen Leistung klar mit 0-4 und fallen auf den vorletzten Platz zurück. Torlos ging es eine Woche später beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen weiter. Zwar fehlte die spielerische Linie, aber der Wille war da. Dass kein Tor fiel, lag weniger an den Chancen (davon hatte der BVB genug), sondern am Unvermögen und an Essens Torhüter Roß. Ein gelungenes Debüt feierte hingegen Willi Neuberger, der sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt. Auch der Ausflug ins Frankenland brachte nichts, denn beim 1. FC Nürnberg verliert der BVB mit 0-2. Die WM-Teilnehmer des BVB, Hans Tilkowski, Siggi Held und Lothar Emmerich stecken in der Krise und somit ist auch die gesamte Mannschaft davon betroffen.


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