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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1965/66: Mit "Fischken" zum "Wunder von Glasgow"!

Das BVB-LogoTrotz der Abgänge von Brungs und Konietzka kann der BVB wieder eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten. Mit Stan Libuda und Siggi Held konnten die Lücken gut geschlossen werden. Die Erfolge von Trainer Multhaup waren beeindruckend. Nicht nur der erste Europapokalgewinn einer deutschen Mannschaft wurde mit ihm erreicht. Auch in der Bundesliga spielte man lange oben mit, bevor der Mannschaft letztendlich durch die Mehrfachbelastung die Luft ausging.

Nach dem ganzen Hickhack um Timo Konietzka musste man sich auf die neue Saison vorbereiten. Als Ersatz für die gegangenen Spieler besorgte man sich mit Reinhard „Stan“ Libuda vom Reviernachbarn aus Gelsenkirchen und dem Offenbacher Siegfried „Siggi“ Held hervorragenden Ersatz. Dazu kam noch Jürgen Weber vom SV Schüren. Am 24.07. begann die Saisonvorbereitung mit einem Testspiel bei Kickers Offenbach. Wosab erzielte den Endstand zum 1-1. Allerdings fehlten die prominenten Neuzugänge Libuda und Held. Bereits vier Tage später hieß der Testspielgegner Grün-Weiß Paderborn. In der Bistumsstadt gewannen die Borussen klar mit 11-1. Das erste Heimspiel der Saison fand vor 15.000 Zuschauern am 31.07. gegen Roter Stern Belgrad statt und die Dortmunder gewannen mit 4-1. Überragender Mann war der „Joker“ Wosab, der für den verletzten Libuda eingewechselt wurde und einen Hattrick erzielte. Eine Woche später empfing der BVB die Nationalmannschaft von Rumänien und erreichte ein 1-1.

Am 14.08. fand dann der Ligaauftakt statt und die Mannen um Willi Multhaup verloren überraschend die Partie bei Eintracht Braunschweig mit 0-4. Neuzugang Held fehlte wegen einer Sperre. Auch am zweiten Spieltag lief es noch nicht richtig rund beim BVB, aber dank eines Treffers von Lothar Emmerich gewannen die Dortmunder das Heimspiel gegen Borussia Neunkirchen mit 1-0. Auch das Spiel bei Tasmania Berlin konnten die Dortmunder mit 2-0 für sich entscheiden. Langsam lief es besser für den BVB. Das Heimspiel gegen den Karlsruher SC gewannen die Dortmunder klar mit 4-1. Jürgen Weber erzielte seinen ersten Bundesligatreffer und auch bei Emmerich zeigte die Formkurve nach zwei Treffern nach oben. Drei Tage nach dem Bundesligaspiel fuhr der BVB zum Testspiel zum FV Breidenbach und gewann dort nur knapp mit 3-2. Ein Tag später erschien Hermann Staschitz nicht zum Abschlusstraining, weil er vorher wissen wollte, ob er in Gladbach zum Einsatz käme. Am 11. September trat man in Gladbach an und es wurde eine legendäre Begegnung. Es gab fünf (!) Elfmeter, den Einstand von Siggi Held beim BVB und drei Treffer von Emma, die für den 5-4-Auswärtssieg der Westfalen sorgten.

Und auch der nächsten Begegnung mangelte es nicht an Brisanz. Der BVB musste zum Ex-Club von Stan Libuda, zum FC Sch*lke 04. Trainer Multhaup verzichtete auf Libuda, der dort wohl keinen freundlichen Empfang bekommen hätte. Trotzdem gewannen die Borussen das Spiel mit 3-2 und holten sich den 5. Ligasieg in Folge. Da anschließend wieder die WM-Qualifikation anstand, schloss der BVB zwei Testspiele gegen eine Kombination von SV Schüren/SuS Hörde (2-0-Sieg) und bei Eintracht Osnabrück (11-1-Sieg) ab. Im Qualifikationsspiel gewannen die Deutschen in Stockholm mit 2-1 und waren damit fast sicher bei der WM in England. Vor allem der einzige Dortmunder, Hans Tilkowski, freute sich, hatte er doch beim 0-1-Rückstand die Flanke der Schweden unterlaufen.

Drei Tage nach dem Länderspiel begann für den BVB das „Abenteuer Europacup“. Als Pokalsieger durfte man im Europapokal der Pokalsieger mitspielen. Gegner war dort in der ersten Runde die Mannschaft von Floriana FC aus Malta. Das Spiel bei den Maltesern fand auf Lehmboden statt. Am Ende gewannen die Borussen klar mit 5-1 und waren mit mehr als einem Bein in der nächsten Runde. Vor dem Heimspiel gegen den HSV wurde Hans Tilkowski als „Deutschlands Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet. Dank des zweifachen Torschützen Sigi Held endete das Spiel mit einem 2-2-Unentschieden.

In Stuttgart folgte wieder ein Länderspiel, diesmal hieß der Gegner Österreich. Da Helmut Schön eine sehr junge Mannschaft (Durchschnittsalter war 23,6 Jahre) aufgeboten hatte, war der 30-jährige Tilkowski einer der erfahreneren Spielern. Die Deutschen gewannen das Spiel am Ende mit 4-1. 

Das Rückspiel gegen Floriana FC konnte man getrost als Trainingsspiel bezeichnen. Die Malteser hatten keine Chance und verloren klar mit 8-0. Dabei zeichnete sich vor allem Lothar Emmerich mit seinen 6 Treffern aus. Die restlichen Tore erzielte „Aki“ Schmidt. Am 16.10. musste der BVB zum Neuling FC Bayern nach München reisen. Allerdings war der Neuling gleichzeitig aktueller Tabellenführer. Dieser hatte aber der Routine der Borussen nichts entgegenzusetzen und verlor durch zwei Treffer von Wosab mit 2-0. Hans Tilkowski hielt dabei einen Elfmeter von Franz Beckenbauer. 

Vier Tage später hieß der Gegner 1. FC Nürnberg und der BVB besiegte die Franken durch zwei Emmerich-Tore. Damit war der BVB punktgleich mit dem TSV 1860 München Zweiter. Einen kleinen Dämpfer kassierten die Borussen bei Hannover 96. Das Spiel endete mit einem 1-1-Unentschieden. Aber schon eine Woche später meldeten sich die Borussen beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eindrucksvoll zurück. Nach verschlafener erster Hälfte drehten die Dortmunder auf und gewannen am Ende das Spiel durch Treffer von Libuda, Held, Emmerich und Schmidt mit 4-0. Die nächste Reise ging zum VfB nach Stuttgart und der BVB lag zwischenzeitlich durch Emmerich auch in Führung. Am Ende kassierten die Borussen aber einen Gegentreffer und man trennte sich mit 1-1. Damit war der BVB seit elf Ligaspielen ohne Niederlage. 


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