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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1970/71: Der Anfang vom Ende - Der BVB am Abgrund

Das BVB-LogoAm Ende der Saison sollte der BVB endgültig im Mittelmaß angekommen sein. Der Verein konnte namhafte Abgänge nicht kompensieren und stand bereits in dieser Saison am Rande des Abstiegs in die Zweitklassigkeit – der dann auch ein Jahr später folgte. 

Am 16.07.1970 trafen sich die 23 Lizenzspieler des BVB zum ersten Training unter dem neuen Trainer Horst Witzler. Dortmund hatte eine Reihe neuer Spieler: Dieter Weinkauff vom FK Pirmasens, Manfred Ritschel von Jahn Regensburg, Ingo Peters von Eintracht Dortmund und Hans-Joachim Andree aus dem eigenen Nachwuchs. Den Verein verlassen hatten Rudi Assauer (nach Werder Bremen) und Dietmar Erler (Eintracht Braunschweig). Nach dem ersten Training ging es gleich 13 Tage zur Sportschule Barsinghausen ins Trainingslager.

Es fing gut an: Die Testspiele bei Arminia Hannover (2-0), bei einer Auswahl von Borsum (15:0) und bei einer Gemeinschaftsmannschaft von Fichte Bielefeld und TSV Schildesche (6-0) wurden allesamt gewonnen. Nach dem Trainingslager kam es dann zu einer Besonderheit. Wegen Witterungsproblemen in der Vorsaison fand die zweite Runde des DFB-Pokal 1969/70 erst in der neuen Saison statt. Der BVB musste zu den Kickers aus Offenbach reisen. Die Kickers wurden vom ehemaligen BVB-Spieler „Aki“ Schmidt trainiert. Nach 90 Minuten stand es 0-0. Aber nach vier Minuten in der Verlängerung erzielte Held den Führungstreffer für den BVB. Aber die Wende kam acht Minuten vor dem Ende, als die Kickers einen umstrittenen Foulelfmeter zugesprochen bekamen, den Helmut Kremers verwandelte. Sechs Minuten später schossen die Offenbacher sogar den Siegestreffer. Der BVB war ausgeschieden. 

Somit hatte der BVB Zeit für zwei weitere Freundschaftsspiele. Bei Hombruch 09 (3-1) und gegen Huddersfield Town (1-0) gab es erneut Siege. Somit konnte die Bundesligasaison beginnen. Gleich als erstes ging es gegen den Aufsteiger aus Bielefeld und Dortmund gewann durch Treffer von Weist, Ritschl und Bücker mit 3-0. Dies war gleichzeitig die Tabellenführung. Dortmund war überlegen, konnte aber die Chancen (zahlreiche Pfosten- und Lattentreffer) für ein noch besseres Ergebnis nicht nutzen. Eine Woche später ging es dann zum Betzenberg in Kaiserslautern. Bisher hatte der BVB dort noch nicht verloren, also gab es gute Chancen, die Tabellenführung zu verteidigen. Leider riss die Serie. Durch ein „Krümeltor“ von Rehagel gewannen die Lauterer Teufel. Was war passiert? Ein Schüsschen von Rehagel wird von Neubergers Knie unhaltbar für Rynio abgefälscht. Pech hatten die Dortmunder dann noch, denn vor diesem Tor gab es eine klare Abseitsstellung, die vom Linienrichter auch angezeigt, von Schiri Lutz aber ignoriert wurde. Hinzu kamen noch Verletzungen von Spielern. Heidkamp (Zerrung und Prellung am Fußgelenk), Peehs (Oberschenkelzerrung), Wosab (Schienenbeinverletzung), Neuberger (Kopfverletzung), Ritschel (Leistenverletzung) und Schütz (Zehenprellung) fielen mehr oder weniger aus. Im nächsten Heimspiel kamen die Bayern aus München, aber auch da gab es kein Erfolgserlebnis. Man trennte sich torlos mit 0-0. Freude gab es am 05.09.1970 beim 1-0-Sieg bei Rot-Weiß Oberhausen. Es war der erste Auswärtssieg der Borussen seit dem 21.03.1970. Beim Heimspiel gegen den Reviernachbarn aus Gelsenkirchen mussten sich die Borussen dem überragenden Nigbur geschlagen geben. Man verlor das Spiel gegen den FC Sch*lke mit 1-2. Auch beim Auswärtsspiel beim 1. FC Köln hatte der BVB kein Glück. Ein Handelfmeter drei Minuten vor Schluss brachte die Borussen um den Sieg (Endstand 2-2). Das nächste Auswärtsspiel in Braunschweig verlor Borussia klar mit 0-3. Für den ersten Sieg seit fast einen Monat musste ein Testspiel gegen SuS Menden herhalten, das die Borussen mit 7-2 gewinnen. So aufgebaut, erwarteten die Borussen den nächsten Gegner, den MSV Duisburg. Obwohl die Borussen mit dem schlimmsten rechneten (Trainer Witzler: „Wir befinden uns in einer leichten Krise, aber wir müssen einfach gewinnen.“), gewann man am Ende recht deutlich mit 5-1. Trotzdem war nicht alles Gold, was glänzte. Dortmund hatte das Glück, zum entscheidenden Zeitpunkt die Tore zu machen. In Stuttgart ging es dann genau andersrum: Dortmund kassierte gegen den VfB mit 1-6 eine deutliche Niederlage. Allerdings muss man sagen, dass es bis zur 80. Minute relativ offen war, aber danach brach Dortmund ein und kassierte noch 3 Treffer. Dortmunds Glück waren die Heimspiele. Diesmal war es die Hertha aus Berlin, die  mit 3-1 besiegt wurde. Auswärts setze es aber eine Niederlage nach der anderen. In Offenbach unterlag der BVB mit 0-3. 

Am 27.10.1970 wurden die neuen Flutlichtmasten mit dem Ligaspiel gegen Werder eingeweiht. Leider war das kein gutes Omen, denn die Dortmunder fanden trotz ausreichenden Lichtes das Tor der Bremer nicht und verloren das Spiel mit 0-1. Aber gegen Rot-Weiß Essen klappte es endlich mal wieder mit einem Auswärtssieg der Borussen. Trimhold erzielte bereits in der 14. Minute den Endstand. Und so ging es dann auch weiter. Dank Rieländer (2 Treffer) gewann der BVB gegen Frankfurt mit 3-0. Der Bruch kam dann wieder bei der anderen Borussia. In Gladbach verloren die Dortmunder mit 2-3. Das Ergebnis zeigt aber nicht die Überlegenheit der Gladbacher, die schon nach 30 Minuten mit 3-0 führten.  Beim Länderspiel in Zagreb gegen Jugoslawien (0-2-Niederlage) wurde Held zwar Held eingesetzt, spielte aber so schwach, dass er in der 67. Minute ausgewechselt wurde. Im nächsten Bundesligaspiel empfingen die Borussen den HSV und erreichten nur ein 1-1.


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