Koller-Mania in HoWi-Town - BVB II 1:0
Das Ergebnis war zweitrangig. Über 1000 Zuschauer wollten das Comeback des Jan Kollers nach schwerem Kreuzbandriss miterleben. Gegen die zweite Mannschaft des LR Ahlen durfte er sich in angestammter Position als Mittelstürmer 45 Minuten bemühen, seine Verletzung vergessen zu machen und an die alte Form wieder anzuknüpfen. Dass übertriebener Personenkult auch dazu führen kann, dass nach Kollers Auswechslung viele BVB-"Fans" nach Hause gehen, sollte jedoch auch zu denken geben...Auch deshalb wurde auf Seiten von schwatzgelb.de darauf verzichtet eine UItra-Mega-Super-Kamera auf die Aktionen von Koller zu richten, um jede kleinste Bewegung festhalten zu können und akribisch festzuhalten. Denn wie es schon im Forum geschrieben wurde: Es gibt durchaus zu denken, wenn das Publikum bei einem schönen Hackentrick von Koller frenetisch jubelt, jedenfalls lauter als es bei einem für die Amas so wichtigen Treffer der Fall ist. Die letzten Zeilen zu diesem Themenkomplex: Jan Koller zeigte sich mit furchterregendem Piratentuch immer bemüht und motiviert, hatte aber weder die Bindung zum Spiel oder Mannschaft noch die nötige Fortune im gegnerischen Strafraum. Seine besten Aktionen hatte er im eigenen Strafraum als Ausputzer nach gegnerischen Standards.
Neben dem genannten Tschechen spielten auf Seiten der Borussen van der Gun, Kruska und "Neu-Bundesligist" Caliskan mit. Die Ahlener dachten sich, was die können, können wir schon lange und setzten als Defensivspieler die erfahrenen Recken Jan Velkoborsky und Petar Djenic auf den Profi-Sturm der Borussen an. Besonders schön war dann im weiteren Spielverlauf festzustellen, dass Caliskan trotz seines erreichten Ziels (in der Bundesliga angekommen) heute gekämpft, gegrätscht und gespielt hat wie selten in dieser Saison. Das gibt zu hoffen, dass ihm das Schicksal eines Gambinos oder in Teilen auch Odonkor erspart bleibt. Allerdings werden wir hier auch die nächsten Wochen und Monaten abwarten müssen.
Die erste Halbzeit war ziemlich langweiliger Natur und Jan Koller mit seinem Kopftuch die einzige Attraktion im Stadion. Erster Warnschuss dann durch Caliskan, aber insgesamt war es wenig Offensive heute, denn der BVB hatte Probleme mit den Ahlen-Profis Velkoborsky und Djenic und die Ahlener hatten 90 Minuten nicht die Möglichkeiten, die BVB-Abwehr um den überragenden Großkreutz auszuspielen. Nur in der 12. Minute wurde es brenzlig, als Heitmeier unkonzentriert den Ball verlor und Brinker die große Chance ermöglichte, die Pirson aber super vereitelte, indem er den kurzen Winkel zumachte. Es blieb die einzige Torchance Ahlens im gesamten Spiel...
Nach weiteren Chancen Akgüns (anstatt Kopfball einen schweren Volleyschuss über das Tor gesetzt) und Caliskans (Völzow ähnlich parierend wie vorher Pirson) hatte dann der Horst Hrubesch der Oberliga Westfalen, Uwe Seggewiß, per Kopf eine größere Chance. Aufgrund der Zwei-Mann-Deckung und der damit verbundenen Bedrängnis konnte er den Ball aber nicht mehr richtig drücken (37.).
Dortmund hatte die ersten zehn Minuten aufgrund der personellen Situation um Koller und van der Gun zunächst Probleme, in das Spiel richtig reinzufinden, hatte dann das Spiel aber ganz klar im Griff. Besonders Kruskas öffnende Pässe raus auf die Flügel waren eine Augenweide und mit so jungen Jahren so eine Spielintelligenz aufzuweisen. Chapeau! Allerdings kamen die Schwarzgelben auch nicht zu wirklich zwingenden Torchancen und wenn dann wurden sie relativ kläglich und konzentriert vergeben
Vier Minuten nach Wiederbeginn dann der überragende Spieler des heutigen Spiels im Vorwärtsgang: Der hinten anscheinend unterforderte Großkreutz, dessen Cousin übrigens bei Ahlen eingewechselt wurde, legte mal den Vorwärtsgang ein und sein Versuch aus spitzem Winkel konnte so gerade noch von der Linie gekratzt werden. Der BVB wurde jetzt immer druckvoller, aber durch technische Probleme auf Höhe des Strafraums fehlte oft der letzte Pass, sodass sich der seit Wochen gut in Form befindene "Sammy" Caliskan den Ball schnappte und aus knapp 18 Metern einfach mal abzog. Und siehe da: Die starke Gästeverteidung war überwunden und das so wichtige 1:0 gefallen. Eine feine Einzelleistung! Kurze Zeit später Konter des BVB, in Folge dessen Saka in der Mitte Steegmann bediente, dieser sich wunderbar um die eigene Achse drehte, dabei jedoch in Rücklage geriet und den Ball über das Tor jagte.
Wenig später Überzahlsituation für die Borussen mit dem über rechts stürmenden "Steege", der es alleine versucht und erneut am Winkel verkürzenden Völzow scheitert (87.). Da hätte er vielleicht in die Mitte legen sollen, wobei dort ausgerechnet die beiden "Tiere" Velkoborsky und Djenic mitgelaufene Borussen erbarmungslos deckten. So blieb es also bei einem knappen 1:0-Erfolg in einem insgesamt unterdurchschnittlichen Oberliga-Spiel. Ahlen konnte einfach nicht mehr und nach dem Führungstreffer verwaltete der BVB den Vorspung in bester Bauern-Manier, sodass der Sieg nie wirklich gefährdet war. Nach der Koller-Manie heute steht in einer Woche wieder das übliche Oberliga-Programm an - allerdings direkt mit dem Spitzenspiel beim SC Verl. In zwei Wochen geht es dann zu Hause weiter mit dem nächsten Heimspiel und zwar gegen "Angstgegner" SC Delbrück.
Theo Schneider: Wir haben heute ganz ordentlich gespielt und waren deutlich aggressiver als in den letzten Spielen. Insgesamt wirkten wir einfacher viel frischer. Unser Problem ist allerdings nach wie vor unsere Torgefährlichkeit. Es war für uns unglaublich wichtig, dass der Sammy Caliskan im richtigen Augenblick das 1:0 gemacht hat. Wir waren sehr überlegen und hatten auch unsere Möglichkeiten, haben diese nur nicht konsequent genutzt. Die Ahlener Innenverteidigung verfügte natürlich über eine große Erfahrung, so dass die Ahlener Abwehr doch schon sehr sicher stand. In der Offensive haben wir daher sehr kontrolliert gespielt und die Absicherung nach hinten war eigentlich immer da. Wir haben gut gearbeitet.
Zu Jan Koller: Jan war heute sehr bemüht und hatte auch einige gute Aktionen. Es ist natürlich klar, dass im Zusammenspiel noch nicht alles klappen kann, wobei Jan natürlich von den Ahlenern auch gut gedoppelt worden ist. Er war auf jeden Fall bemüht und hat auch hinten, aufgrund seiner Kopfballstärke, oft ausgeholfen. Natürlich ist aber auch klar, dass man heute keine Wunderdinge von Jan erwarten konnte. Für Jan war es sicherlich wichtig, dass er überhaupt 45 Minuten auf dem Platz stand und von daher war das erste Spiel unheimlich wichtig für ihn.
Jan Koller: Es war schön endlich mal wieder auf dem Platz zu stehen. Das Knie war heute in Ordnung, die Stabilität selber ganz gut. Ich denke im Spiel eigentlich auch gar nicht mehr an meine Verletzung und habe von daher auch keine Angst in die Zweikämpfe zu gehen.. Ob ich allerdings am Samstag gegen Frankfurt im Kader stehen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Das entscheidet letztlich der Trainer in Absprache mit dem Mannschaftsarzt.
Sören Pirson: Heute war es wieder so ein längeres Zittern irgendwo und ich hätte mir schon ein früheres Tor gewünscht. Besonders für uns, damit wir hinten dann mehr die Sicherheit haben. Denn je länger es 0:0 steht, desto gefährlicher ist es. Da braucht Ahlen nur einmal nach vorne kommen und dann ist der Ball drin. Das haben wir ja schon häufig erlebt. Der Sieg heute war sehr, sehr wichtig im Hinblick auf das Spiel nächste Woche in Verl. Der Aufstieg ist jetzt ganz nah, aber noch nicht vollbracht.
Marcel Großkreutz: Ich denke, dass mein Spiel heute ganz gut war. Spielerisch waren wir heute viel besser, die Ahlener haben sich nur hinten reingestellt. Hoffentlich spielen wir nächste Woche in Verl auch zu Null, aber wichtiger ist, dass wir dort - egal wie - gewinnen oder zumindest Unentschieden spielen. Nach oben gucke ich momentan noch nicht. Ich muss mich erst einmal hier beweisen und immer so spielen wie heute.
Aufstellung: Pirson (2,5) - Hillenbrand (3,5), Großkreutz (1,5), M.Heitmeier (4), Kohlmann (3) - Kruska (2) - Seggewiß (3,5), Caliskan (2) - van der Gun (3,5) (73. Steegmann, - ), Koller (4) (46. Saka, 3,5), Akgün (4,5) (89. Solga, - )
Tor: 1:0 Caliskan (70., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit)
Zuschauer: 1. Hz.: 1290/ 2. Hz.: 800
SR: Erbs (Neuss), Note 2. Sehr freundlich auf dem Feld zu den Spielern. Immer als Partner der Spieler aufgetreten. Keine Fehlentscheidungen. Nur sein Assistent auf der Gegengerade mit zwei, drei falschen Winkbewegungen.
Chancen: 8:1
Ecken: 6:1
Gelbe Karte für den BVB: Steegmann (85., Meckern)
Geschrieben von Malte
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