Das Trainingslager-Tagebuch Januar 2006 - Teil 5
Donnerstag, 12.01.2005, der letzte Trainingstag. Dank Magenpillen vom Doc geht’s den Betroffenen besser und somit steigt die Trainingsbeteiligung auch wieder an. Zum Abschluß des heutigen Trainings gab es ein Gruppenfoto Fans-Spieler, was für Spieler wie Fans hoffentlich eine schöne Erinnerung ist.
Somit war die Besucherzahl nachmittags wieder einmal gesunken und wirklich neues gibt es nicht zu berichten.
Also folgt an dieser Stelle mal ein kleines Fazit. Wenn man sich das Training genauer ansieht, fällt vor allem eins auf: Trainer van Marwijks Elf hat Fortschritte gemacht, sie scheint mehr und mehr zu begreifen, was der Trainer sehen will. Noch vor gut 1,5 Jahren waren Trainer und Co-Trainer immer wieder eingeschritten, hatten immer wieder erklärt und regelrecht vorgeführt. Das scheint vorbei, die Einheiten laufen flüssiger, dafür aber wesentlicher aggressiver. Bei jungen Spielern wie Odonkor sind die Fortschritte ja längst nicht mehr nur im Training sichtbar. Doch gerade David ist das Paradebeispiel, vor gar nicht allzu langer Zeit konnte der eigentlich nur eins: schnell geradeaus laufen. Inzwischen hat er – Lernwille sei dank – das Flanken gelernt und zumindest im Training zeigt er immer wieder, dass er auch an taktischen Fähigkeiten gewonnen hat. Markus Brzenska ist ein weiteres Beispiel, auch für ihn dürfte das Trainingslager in Kemer ein Schritt nach vorne bedeuten. Philipp Degen scheint dagegen der Verlierer von Kemer zu sein, trotz großer Sympathiewerte bei den mitreisenden Fans helfen ihm diese sportlich auf dem Platz nicht weiter. Philipp hat das System von van Marwijk offensichtlich noch nicht verinnerlicht und die dicke Blase am Fuß hat ihn auch weiter behindert.
Aus Fansicht kann man sagen, dass das Experiment Mannschaftshotel gelungen ist. Dies aber vor allem deshalb, weil die angereisten Fans, die Mannschaft nahezu komplett in Frieden ließ. Wenn es etwas zu bereden gab, kam die Mannschaft von sich aus auf uns Fans zu, wir ließen sie in Ruhe arbeiten. Schließlich ist das ganze immer noch ein Trainingslager, in dem die Mannschaft fit für die Rückrunde gemacht werden soll. Fans, die bei jedem Frühstück, Mittag- und Abendessen um Fotos und Autogramme betteln, sind dann sicherlich nicht förderlich. Wer sich damit abfinden und arrangieren kann, hat sicher eine nette Woche.
Der Urlaubsort Kemer bietet leider wenig bis gar nichts während der Winterzeit, das Klima ist mild, abends jedoch sehr kalt. Man neigt dazu, sich tagsüber in der Sonne leicht zu bekleiden, um sich dann abends schön eine Erkältung einzufangen.
Zurück zum Tagesgeschehen, der letzte Abend stand an und war insgesamt ein großartiger Abend. Um 2:15 Uhr stand bereits der Bus bereit, um uns zum Flughafen zu fahren. 2 Personen verschliefen böse, der Großteil hatte sich die Nacht in der Disco um die Ohren geschlagen. Nun hatten wir noch grandiose 2,5 Stunden Zeit, bis unser Flieger ging. Also DutyFree und dieses mal wirklich Original noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen oder zum Spottpreis von 3,50 EUR eine Tasse Kaffee genießen.
Der Flieger hob fast pünklich gegen 6 Uhr ab und um ca. 9 Uhr Ortszeit schlugen wir auf heimatlichen Boden auf. Im Dortmunder Flughafen hatten wir mit der absoluten Panik bzgl. Vogelgrippe gerechnet. Das einzige, was aber passierte, war ein nerviges Kamerateam des WDR. Zu Ehren des WDR führte der Zoll dann einige Kontrollen durch, als das Kamerateam sich dann diesen zu durchsuchenden Reisenden widmete, konnte der Rest einfach durchspazieren.
Große Verabschiedungsszenen im Flughafen und dann nix wie ins Bett. An dieser Stelle vielen Dank an alle Mitreisenden und vor allem an Plette für die klasse Organisation.
Trainingslager-Tagebuch Januar 2006 - Teil 4
Geschrieben von Jens
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