Genug gestritten, nun wird wieder Fußball gespielt !

Obwohl der BVB am Dienstag seinen zweiten Sieg errungen hatte, brannte in dieser Woche die Luft beim BVB. Grund waren die Satzungsstreitigkeiten, die viel heißer gekocht wurden, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Dazu wurden noch die katastrophalen Finanzergebnisse der Saison 2004/2005 bekannt gegeben. Ist das eine gute Vorbereitung?

Der BVB hat morgen Glück, denn nach fünf Niederlagen konnte am Mittwoch der FSV Mainz 05 endlich wieder gewinnen. Und das Ganze wurde sogar auswärts. Jeder hatte gerechnet, dass Mainz gegen Kaiserslautern verliert. Aber Lautern hat uns den Job als Serienbrecher abgenommen, somit wird das Spiel morgen leichter. Hoffentlich! 
Der Gegner
Die Tore in Kaiserslautern erzielten Thurk und Auer. Nun herrscht in Rheinhessen eine Aufbruchstimmung und man möchte gegen den leicht favorisierten BVB unbedingt nachlegen. Immerhin international ist der FSV erfolgreicher. Über die Fair-Play-Wertung ging es in die UEFA-Cup-Qualifikation, durch die die Mainzer schnurstracks in die erste Pokalrunde spazierten, wo man sich nun für die Gruppenphase qualifizieren kann. Gegner dort ist der haushohe Favorit FC Sevilla, dem die Mainzer im Hinspiel im sonnigen Spanien jedoch ein überraschendes 0-0 abtrotzen konnte. Garant für den Erfolg war Keeper Wache, der vor einiger Zeit auch beim BVB im Gespräch war.
 
Eigentlich könnte man beim FSV von einer Filiale des BVB sprechen, denn mit den Spielern Abel, Addo, D. Weiland und Casey spielen dort zur Zeit vier Ehemaligen. Conor Casey fällt zwar wegen eines Kreuzbandrisses für die Partie morgen aus, aber die anderen drei Spieler sind fit und werden wohl keine Gastgeschenke an ihren alten Club verteilen wollen.
 
Vor Torwart Dimo Wache steht die Viererkette Abel, Manuel Friedrich, Noveski und Weigelt. Das Mittelfeld besteht aus Pekovic, Gerber und da Silva. Neben den hängenden Spitzen Thurk und Ruman stürmt vorne Auer oder Zidan. Fehlen wird neben Casey auf jeden Fall der der Ungar Tamas Bodog (Achillessehnenreizung). Fraglich sind außerdem Thurk (Erkältung) und da Silva (muskuläre Probleme).
 
Bert van Marwijk beschreibt die Mainzer als „zu Hause sehr sicher und  aggressiv“, sieht jedoch auch Chancen, denn „wenn sie zu viel Raum weggeben, machen die es dem Gegner sehr einfach.“ Und auf die Frage, ob der Sieg ein Vorteil oder ein Nachteil für den BVB ist, meint der Borussen-Trainer: „Wenn man gewinnt, bekommt man neues Vertrauen. Somit sollte der gestrige Mainzer Sieg ein Vorteil für Mainz sein.“
Der BVB
Eine Schrecksekunde gab es beim heutigen Training, als Christoph Metzelder während eines Trainingsspiels einen Schlag auf dem Knöchel bekam. Die medizinische Abteilung konnte jedoch schnell Entwarnung geben: Metzelder kann in Mainz eingesetzt werden.
Fehlen werden dem BVB dagegen die Spieler Meier (Kreuzbandriss Nr. 1), Tyrala (Kreuzbandriss Nr. 2), Van der Gun (Kreuzbandriss Nr. 3), Buckley (Kreuzbandri... ähm nur ein Teilriss des Innenbandes), Gambino („nur“ ein Faserriss) und Akgün (Aufbautraining). Außerdem stellte der BVB Nuri Sahin zur U 17-WM in Peru ab, wo er bereits das Viertelfinale mit der Türkei erreicht hat und erfreulicherweise zu den Besten zählt.
 
Aber vergessen wir die Verletzten, Dortmund scheint so langsam in Fahrt zu kommen. Nach den Heimsiegen gegen Köln und Bielefeld, und dem knappen 2-3 in Bremen hofft man beim BVB, dass in Mainz endlich auch der erste Auswärtssieg errungen wird.
 
Das sollte eigentlich gelingen, denn Borussia kann trotz der Verletzungen beinahe aus dem Vollen schöpfen: Im Tor steht wie immer Roman Weidenfeller hinter der Viererkette aus Degen, Metzelder, Wörns und Dede. Alle vier werden nach dem bescheidenen und fehlerreichen Auftakt immer besser. Davor steht mit Kehl der Antreiber im Mittelfeld und für die offensive Ausrichtung ist Rosicky gesetzt. Neben ihm dürfte wohl Kringe die besseren Karten haben, obwohl er in den letzten Partien Schwächen zeigte. Als Ersatzmann stünde Marc-Andre Kruska bereit. Sorgenkind und zugleich Prunkstück bleibt der Sturm: Zurzeit hat der BVB vier Stürmer für drei Positionen. Gesetzt sind Koller in der Mitte und Smolarek auf der linken Bahn (BvM: „Ebi ist kein Torjäger. Wenn er mal ein schlechtes Spiel gemacht hat, arbeitet er unglaublich hart an sich und wartet im nächsten Spiel auf seine Torchancen.“). Auf der rechten Seite streiten sich Ricken und Odonkor um den freien Platz. Da wohl die Mainzer abwartend spielen werden, dürfte Ricken der Favorit für den Posten sein. Konterstürmer Odonkor hat wohl wie gegen Bielefeld zunächst das Nachsehen.
 
Das Spiel
 
Ja Leute, wirklich! Es geht zu einem Stadion und nicht zu einer Arena. Spielort um 15:30 Uhr ist das Stadion am Bruchweg in Mainz. Mit einem Fassungsvermögen von 20.300 Zuschauern ist es das kleinste Stadion in der Bundesliga (übrigens wieder einmal eine Statistik, in der Leverkusen Vize ist). Dementsprechend hat der BVB 2.002 Karten von Mainz zur Verfügung gestellt bekommen und diese wurden alle verkauft. Das Spiel wird trotz einiger Restkarten, die gestern noch zum Verkauf standen, ausverkauft sein. So dürften ca. 2.200 Fans aus Dortmund am Bruchweg zugegen sein.
 
Schiedsrichter der Partie ist ein alter Bekannter: Michael Weiner, Polizist aus Giesen in Niedersachsen. Bisher hat er zwar nur sechs Partie mit dem BVB gepfiffen, aber mit dem letzten Spiel hat er sich mit seinen Pfiffen ins Hirn eines jeden BVB-Fans gebrannt. Am 09.11.2002 spielte der BVB als Titelverteidiger in München gegen den FC Bayern. Mit seinen Pfiffen brachte Weiner damals den BVB zur Verzweifelung. Eine Gelb-Rote Karte gegen Frings (Allerweltfouls) und eine Rote Karte gegen Lehmann wegen des Anschreiens eines eigenen Mitspielers (Amoroso). Im Gegenzug drückte er bei einer Tätlichkeit des Müncheners Elber sämtliche vorhandenen Augen zu. Hoffen wir, dass die 35monatige Pause Herrn Weiner gut getan hat, denn die fünf Spiele davor, die er mit dem BVB geleitet hat, wurden allesamt gewonnen. Unterstützt wird er von den Assistenten Norbert Grudzinski und Kai Voss. Der vierte Mann an der Linie ist Volker Wezel.
 
Die Statistik des BVB gegen Mainz ist recht kurz. Es gab bisher zwei Bundesligabegegnungen. In Mainz erreichte der BVB ein 1-1, was man für die Mainzer als sehr glücklich bezeichnen muss. „Wir haben letztes Jahr sehr gut gegen Mainz gespielt und hatten sehr viele Torchancen. Wir hätten damals gewinnen müssen, zumal Demel ein reguläres Tor geschossen hat“, sagte gestern der BVB-Trainer zu dem Spiel. Im Rückspiel im Westfalenstadion kassierten die Mainzer eine deutliche 3-0-Niederlage.
Die Aufstellung:
 Mainzer Tabellenjäger: Wache - Abel, Friedrich, Noveski, Weigelt - Gerber, Pekovic, da Silva - Thurk, Ruman – Auer
 
Dortmunder Uefa-Cup-Jäger: Weidenfeller - Degen, Wörns, Metzelder, Dede - Kringe, Kehl, Rosicky - Ricken, Koller, Smolarek
 
Die (fast ausschließliche) A-Jugend-Bank des BVB: Gentenaar - Brzenska, Hünemeier, Parensen, Kruska, Caliskan, Odonkor
 
Und was gibt’s sonst ?

 

Schwanensee in Schwatzgelb 
 
Die Anfahrt:
 
Autobahn: A60 Ausfahrt Mainz-Finthen -> Richtung Innenstadt -> über Stadtautobahn bis Europaplatz. Stadion ist ausgeschildert, allerdings nur wenige Parkmöglichkeiten.
Eisenbahn: ICE-Verbindungen mit Umsteigen in Frankfurt Flughafen (IC) in 2:37 Stunden, Direktverbindungen (ICE/IC) ab 3:03 Stunden. Ab Hbf mit den Linien 64 und 65 bis zum Stadion.
 
Die Wochenendticket-Verbindung für Mainz sieht wie folgt aus: die Abfahrt ist um 07:45 Uhr vom Hauptbahnhof Dortmund, Gleis 16 a/b und geht über Köln und Koblenz. Die Ankunft in Mainz wird gegen 12:27 Uhr sein.



Geschrieben von CHS